Wie aus einem Insta-Reel ein Winter Abenteuer wurde
Es ist wieder einer dieser Tage. Ich sollte eigentlich weiter an meiner Masterarbeit sitzen, doch die Gedanken schweifen ab. Wieder versuche ich, zwei halbwegs gerade Sätze aneinanderzureihen, doch ein kurzer Blick aus dem Fenster der SOWI in Innsbruck in Richtung Kalkkögel reicht, um mich in eine andere Welt zu versetzen. Es ist Mitte Dezember – der Schnee vom Anfang der Saison ist kaum noch zu erkennen. Die kleinen „Sharks“, die vor zwei Wochen noch das größte Problem waren, sind inzwischen durch die anhaltende Wärmeperiode zu riesigen Megalodons angewachsen. Da oben jetzt Skifahren – unvorstellbar. Dann bekomme ich eine WhatsApp von Malte …
Malte hat seinen Master ein bisschen schneller als ich durchgezogen und sitzt jetzt in einem Bürokomplex im Zentrum der Stadt und schaut nicht auf die Kalkkögel, sondern auf die Nordkette. Auch bei ihm ist bis weit über die Seegrube hinaus kein Schnee in Sicht. Trotzdem kommen ihm die Gedanken an unsere Skitour quer durchs Karwendel vom letzten Jahr wieder hoch – und mit ihnen die Sehnsucht, diesen Winter erneut ähnliche Abenteuer zu erleben. Vielleicht ja sogar nicht im Innsbrucker „Backyard“, sondern etwas „exotischer“.
Letztendlich ist es sein Instagram-Algorithmus, der mit einem 30‑Sekunden‑Zusammenschnitt aus Skitouren in der Türkei den richtigen Nerv trifft. Bis dahin war die Türkei bei ihm eher mit „Haarverlängerungen“ oder „All‑Inclusive‑Urlaub“ abgespeichert – nicht mit Powderhängen und steilen Rinnen.