Zum Inhalt springen

Cookies 🍪

Diese Website verwendet Cookies, die Ihre Zustimmung brauchen.

Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Zur Powderguide-Startseite Zur Powderguide-Startseite
Events

ContestGeschehen 7 | Finale Teil 2 FWT Yeti Xtreme Verbier

Ein Finale nach Maß.

28.03.2026
Timo Macvan
Liam Rivera zeigt mentale Stärke, wird dafür aber nicht vollständig belohnt. Victor de Le Rue stürzt, fährt den Sieg aber dennoch nach Hause. Ski Männer zeigen unglaubliches Niveau mit fünf Ridern oberhalb der 90-Punkte-Marke. Mia Jones dominiert das Feld der Snowboarderinnen und fährt als Rookie einen Start-Ziel-Sieg ein. Bei den Skifahrerinnen wird hingegen noch einmal alles durchgewürfelt.

Snowboard Men

Wieder einmal hatten die Snowboarder das Privileg oder eben die Herausforderung als erste Athleten in das Face der Freeride Worldtour zu starten. Die sechs verbliebenen Teilnehmer konnten aus ihren vollen Schöpfen, denn die Conditions waren wieder einmal außergewöhnlich am Bec des Rosses in Verbier. Neben den beiden Hauptprotagonisten, Liam Rivera und Victor de le Rue, verspürte niemand den Druck eine taktische Leistung an den Tag zu lege. Schon im oberen steilen, technischen und anspruchsvollen Gelände wurden große Airtimes von Enzo Nilo, Cesar Barin und Shayne Blue Sandbloom gespottet und gefahren. Unten heraus konnten die Snowboarder den frischen und lockeren Schnee genießen und ihren Run abschließen mit ein paar langen Turns im breiter und flacher werdenden Hang.

Den dritten Platz sicherte sich der erst 20-jährige César Barin, der damit seinen Status als einer der stärksten Rookies der Saison bestätigte. Bei seinem Debüt am Bec zeigte er großen Mut und einen vielseitigen, kontrollierten Run, der ihm 73,67 Punkte und seinen ersten Podiumsplatz auf der Tour einbrachte.

Aber jetzt „Butter bei die Fische“! Wer wird Sieger der Freeride Worldtour in der Saison 2026? Das ganze Spektakel wird sich wohl zwischen dem Lokalmatador Liam Rivera, der den Sieg in der Heimat holen wollte, und dem möglichen Rekordsieger (fünf Gesamttitel) der FWT, Victor de Le Rue, entscheiden.

Zuerst startete Liam in das Face und bewies, dass er jedes Feature und jede Tücke des Hangs im Wallis zu kennen scheint. Er wählte eine besonders riskante Linie, eröffnete seinen Run mit einem hohen Air und landete anschließend einen perfekten Backflip auf seinem Nidecker-Board. Dafür wurde er mit 96 Punkten belohnt, dem höchsten Score, der jemals von einem Snowboarder am Bec erreicht wurde. Mit diesem Sieg riss er nicht nur das Heimpublikum mit, sondern beeindruckende auch mich mit dieser mentalen Stärke. Im entscheidenden Moment den besten Run auf einem Snowboard, der jemals am Bec des Rosses gesehen wurde, in den Schnee zu setzen ist weltmeisterlich. Diese Leistung wird in Verbier wohlmöglich für eine weitere herausragende Partynacht sorgen.

Einen für die Verbier Partynacht.

Jetzt stand nur noch ein weiterer Snowboarder oben, der Liam die Suppe versalzen konnte. Aber es war kein geringerer als Victor de le Rue, welcher neben dem Weltmeistertitel auch noch einen ewigen Rekord vor Augen hat. Auch Victor liefert eine riesige Show und baut neben einem Backflip und einem riesigen Drop einen 360° in seinen Lauf ein. Bei diesem taucht allerdings seine Nose in den Schnee ein, er macht eine Vorwärtsrolle und landet direkt wieder auf seinem Board. Ein Sturz für de le Rue! Nach diesem fährt er weiter als wäre nichts passiert und bringt einen außergewöhnlichen Run ins Ziel, der ihm 75 Punkte und somit den zweiten Platz bescherte. Das bedeutet ein Gleichstand im Punktestand zwischen Liam Rivera und Victor de le Rue und gleichzeitig: Victor de le Rue ist zum fünften Mal Sieger der Freeride Worldtour und somit alleiniger Rekordhalter.

„Mein fünfter Titel – das ist einfach unglaublich. Das war zu Beginn der Saison mein Ziel gewesen. Der Contest war wahnsinnig hart. Die Schneebedingungen waren fantastisch. Es ist immer beeindruckend, auf dem Bec zu fahren, wegen seiner Steilheit und seiner Geschichte in der FWT, daher bin ich wirklich froh, dass ich meinen Run so gut hinbekommen habe.“

Victor de Le Rue, Sieger Snowboard Herren FWT 2026

Ein Run zur Geschichte.

Ski Men

Mit den Worten “The boys came to play” begleitete der Kommentator Max Hitzig ins Ziel und hatte gleichwohl im Gefühl, dass dort noch mehr Spektakel ansteht. Eine ähnliche Ausgangslage bei den Skifahrern wie vor zwei Wochen in Alaska: “Entweder ganz oder Garnicht” sorgte für außergewöhnliche Abfahrten. Mit Kontrolle, Geschwindigkeit und dennoch vielen verspielten Elementen zogen die Skifahrer das Publikum vor Ort und an den Bildschirmen in den Bann. Mit fünf Ergebnissen oberhalb der 90 Punkte war das Niveau grundsätzlich extrem hoch. Max Hitzig mit 90,33 Punkten setzte einen riesigen Backflip sowie einen so unerwarteten 360° in den unteren Teil des Hangs, dass die Kamera schon gar nicht mehr drauf hielt. Dennoch musste er sich mit dem Score bereits Weitien Ho geschlagen geben. Auf dem dritten Rang landet unser PowderPeople Tiemo Rolshoven, der wieder ein fantastisches Ergebnis einfuhr und im Gesamtklassement Vierter wird.

Auf Rang zwei landete Toby Rafford, der nach seinem Finalsieg in Alaska erneut überzeugte. Mit einem stylischen Run, der unter anderem einen 360 und einen anspruchsvollen Double Cliffdrop beinhaltete, sammelte er 94,67 Punkte und sicherte sich Platz zwei in der Gesamtwertung. Er konnte mit diesem Run trotzdem nicht mehr seinen Kontrahenten und besten Freund auf der Tour übertrumpfen.

Denn Ben Richards krönte seine herausragende Saison mit einem dritten Sieg auf der Freeride World Tour, nachdem er bereits in Baqueira Beret und Val Thorens triumphiert hatte. Am Finaltag zeigte er den stärksten Run und unterstrich mit einem wiederholt unnachahmlichen lockeren und technisch präzisen Fahrstil einmal mehr seinen Status als einer der versiertesten Rider der Tour.

Der Neuseeländer eröffnete seine Linie mit einem beeindruckenden 360° in einer extrem exponierten Passage, hielt das Tempo hoch und verknüpfte seine Tricks fließend miteinander. Für diesen nahezu perfekten Lauf erhielt er 96 Punkte, was gleichbedeutend mit dem Sieg beim Xtreme Verbier sowie dem Gesamtsieg der Tour war. Damit setzte Richards seiner ohnehin makellosen Saison die Krone auf, nachdem er zuvor bereits den Weltmeistertitel gewonnen hatte.

„Es war schon immer ein Traum von mir, beim Xtreme Verbier anzutreten, aber den Sieg zu erringen, ist einfach unbeschreiblich. Für mich ist der FWT-Titel das Tüpfelchen auf dem i. Es hat mir so viel Energie gegeben, die Jubelrufe der Zuschauer vom Gipfel zu hören – es ist wirklich das beste Event.“

Ben Richards, Sieger Ski Herren YETI Xtreme Verbier 2026 Ski Men Winner und FWT 2026

Ski Women

Diese Kategorie erzählt ein kleines Märchen. Lou Barin, die ihre erste Saison in der FWT startet gewinnt am Bec des Rosses und überholt mit einem mutigen Run noch die Lokalmatadorin Sybille Blanjean in der Gesamtwertung. Ein klarer Fall von “Mut zahlt sich immer aus!”. Denn Lou, die ursprünglich aus dem Ski-Freestyle kommt, gibt in einem Interview nach ihrem Sieg an:

„Noch vor drei Jahren hätte ich mir nie zugetraut, den Bec zu fahren. Seit Alaska habe ich so viel Selbstvertrauen gewonnen. Ich kann immer noch nicht ganz fassen, was gerade passiert ist – davon habe ich schon immer geträumt. Ich bin wirklich glücklich, diese Saison mit meinem Bruder verbracht zu haben.“

Dabei schaut eine überglückliche junge Skifahrerin in die Kamera, es ist zu spüren und ihrer Körpersprache anzusehen, dass dies keine leeren Worte sind.

Auf Rang zwei landete Titelverteidigerin Justine Dufour-Lapointe, die sich vorgenommen hatte, „etwas zu zeigen, das für immer in Erinnerung bleibt“. Mit viel Tempo und Präzision verband sie mehrere Felsformationen und setzte eindrucksvolle Sprünge. Nach ihrem letzten großen Cliff verlor sie zwar beide Stöcke, wurde für ihren mutigen und teilweise etwas wilden Run jedoch mit 79,67 Punkten belohnt und belegte damit Rang drei in der Gesamtwertung.

Die Lokalmatadorin Sybille Blanjean, Siegerin des Stopps in Alaska, entschied sich für eine technisch anspruchsvolle und exponierte Linie, die viel Risiko verlangte. Dennoch fehlten hier die spielerischen Elemente und dieses gewisse Etwas in ihrem Run. Mit 78 Punkten zeigte auch sie eine starke Leistung und unterstrich ihre Klasse auf dem Bec.

Snowboard Women

Mia Jones sorgte beim YETI Xtreme Verbier mit einer außergewöhnlichen Leistung für Aufsehen und krönte ihre Debütsaison gleich mit zwei großen Erfolgen: dem Sieg am Bec des Rosses und dem Gesamttitel der Freeride World Tour 2026. Als Teil des ersten Eltern-Kind-Duos, das an diesem legendären Hang antrat, trat sie in die Fußstapfen ihres Vaters Jeremy Jones, der hier bereits noch vor der Powderguide-Berichterstattung, im Jahr 2004 triumphiert hatte.

Jones ging als einzige Snowboarderin aus Starthaus drei ins Rennen und entschied sich für eine besonders anspruchsvolle und exponierte Linie. Mit einem kraftvollen Sprung im oberen Abschnitt eröffnete sie ihren Run, hielt im steilen Gelände konsequent das Tempo hoch und kombinierte die einzelnen Elemente flüssig und präzise. Für diese technisch starke und kontrollierte Fahrt erhielt sie 87 Punkte, genug für den Sieg beim Event und den Gewinn des Gesamttitels.

Mit ihrer beeindruckenden ersten Saison schrieb Jones zugleich Freeride-Geschichte. Gemeinsam mit ihrem Vater hinterließ sie am Bec des Rosses ein einzigartiges Vermächtnis. Ähnlich wie Ben Richards sicherte sie sich sämtliche bedeutenden Titel der Saison: den Sieg beim YETI Xtreme Verbier, den Weltmeistertitel sowie den Gesamtsieg der Freeride World Tour 2026.

„Ich kann es kaum glauben. Ich war ziemlich nervös, weil ich zum ersten Mal auf dem Bec fuhr, aber bei diesen Bedingungen war der Hang einfach fantastisch. Oben herrschte eine unglaubliche Stimmung, alle haben gejubelt – das war ein unvergesslicher Moment.“

Mia Jones, Siegerin Snowboard Damen YETI Xtreme Verbier 2026 und FWT 2026

Gewinner-Run von Ben Richards

Auf Rang zwei landete Anna Martinez, die ihre konstant starke Saison mit einem weiteren Podestplatz fortsetzte. Die Athletin aus Chamonix wählte eine direkte, technisch anspruchsvolle Linie auf der rechten Seite des Hangs, welche bekannt für ihre Exponiertheit und die Vielzahl an Hindernissen ist. Mit mehreren sauber verbundenen Sprüngen und kontrollierten Landungen kam sie auf 79,67 Punkte.

Den dritten Platz belegte Michaela Davis-Meehan, die damit an ihren zweiten Rang in Verbier im Vorjahr anknüpfen konnte. Mit einem soliden, souveränen Run erhielt sie 78,00 Punkte und komplettierte das Podium.

Fotogalerie

Ähnliche Artikel

Kommentare