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Events

Recap | Fjällräven Campfire Academy

Ich bin Bergtagen

01.03.2026
Theresa Schranner PowderGuide
„Bergtagen“ ist ein schwedischer Begriff und bedeutet wörtlich so viel wie „in die Berge genommen“ oder „von den Bergen gefesselt“. Er beschreibt das Gefühl, ganz von der Erhabenheit und Magie der Bergwelt eingenommen zu sein. Der Ausdruck geht auf nordische Sagen zurück, in denen Menschen von Berggeistern verzaubert und in ihren Bann gezogen wurden. Genau diese Idee bildet auch die Philosophie der Fjällräven Bergtage. Bei der "Fjällräven Campfire Academy: Bergtagen" steht nicht der Gipfel im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Unterwegssein in den Bergen. Dieser Recap nimmt dich mit zu drei Tagen auf der Hütte, Skitouren im Urnerland und zur Bedeutung von „Bergtagen“ – dem Gefühl, von den Bergen berührt und innerlich bewegt zu sein.

Tag 1 - Ankommen, Auspacken, Aufbrechen

Um 7:40 Uhr ging mein Zug Richtung Zürich. Unkompliziert und entspannt. Treffpunkt war der Fjällräven Store Zürich, wo sich die Gruppe der Fjällräven Bergtagen Campfire Academy zum ersten Mal versammelte. Nach einer kurzen Vorstellrunde folgte die Ausgabe des Equipments. Danach hieß es: umziehen, Skitourenmodus aktivieren, Skischuhe anziehen und den Rucksack neu packen – für die kommenden drei Tage auf der Hütte.

Mit dem Shuttlebus ging es weiter nach Chäppeliberg. Dort stiegen wir in kleinen Gruppen – je nach Gewicht und Größe – in eine winzige Transportgondel. Nostalgisch schön, luftig und mit Blick auf den Urnersee schwebten wir nach oben. Oben angekommen wurden kurz die Felle aufgezogen, dann ging es in etwa zehn Minuten zur Lidernenhütte, unserem Zuhause für die nächsten drei Tage.

Die Lidernenhütte gehört zur Sektion Mythen des Schweizer Alpen-Clubs und liegt auf 1.727 Metern Höhe über dem Riemenstaldner Tal. Von hier öffnet sich der Blick Richtung Westen auf den Urnersee. Die sanfte Hügellandschaft geht weiter südlich in felsige Gipfel über – Rossstock, Fulen und Chaiserstock prägen das Panorama. Ein vielseitiges Gelände, sowohl für Familien als auch für Skitourengeher.

Empfangen wurden wir mit einem reichhaltigen Brotzeitteller, einem Glas zum Anstoßen, einer Vorstellrunde und einem gemeinsamen Abendessen. Anschließend erfolgte die Gruppeneinteilung sowie die Einweisung in die Tourenplanung für den nächsten Tag. Dann ging es auch schon bald ins Bett – Hüttenruhe ist schließlich um 22 Uhr.

Tag 2 - Spitzkehren, Sicherheit und Schneegefühl

Drrrrrr.
Um 6:30 Uhr riss uns der Wecker aus dem (un)erholsamen Schlaf. Skisachen anziehen, frühstücken, auffellen – und los ging’s. Die einen noch etwas zerknittert, die anderen hellwach. Eines aber waren alle: motiviert.

Nach wenigen Metern machten wir Halt, um die grundlegenden Funktionen und Anwendungen der Lawinenausrüstung zu wiederholen. LVS-Geräte, Sonde und Schaufel wurden erklärt und praktisch geübt. Unsere Zehnergruppe wurde anschließend nach Könnensstufen aufgeteilt. Da Fahrkönnen und Gelände die Möglichkeiten bestimmten, waren wir an diesem Tag nur noch zu fünft mit Bergführer John aus Schweden unterwegs – ein unglaublich sympathischer Typ.

Johns Motto: „Bergführer mögen keine fixen Pläne.“ Also ging es dorthin, wo es sicher und sinnvoll erschien. Ein paar Spitzkehren und Höhenmeter später erreichten wir, nach rund 500 Höhenmetern, den Gipfelbereich, wo wir eine ausgedehnte Brotzeitpause einlegten.

Danach folgte eine kleine Abfahrt. Die Schneebedingungen waren eher durchwachsen, der Spaßfaktor dennoch hoch. Weiter unten zeigte ein Blick auf die Karte: Es geht weiter – Skier auf den Rucksack und zu Fuß durch verspieltes, teilweise unwegsames Gelände. Irgendwann kehrten wir zur Hütte zurück. Ob Cappuccino oder kaltes Getränk – beides fühlte sich verdient an. Einige nutzten das Aufklaren des Wetters noch für eine zusätzliche kleine Tour.

Später folgte eine Präsentation über die Fjällräven-Bergtagen-Kollektion, die Philosophie der Marke, ihre Nachhaltigkeitsansätze und die Gedanken hinter einzelnen Details. Besonders spannend war, wie durchdacht selbst Kleinigkeiten wie Knöpfe oder Aufhängungen sind. Seitdem trage ich meine Fjällräven-Kleidung bewusster – und mit mehr Wertschätzung für das, was dahintersteckt. Was ich als Frau besonders durchdacht fand, waren die im hinteren Teil der Bibshorts integrierten Reißverschlüsse. Sie sorgen dafür, dass der Gang zur Toilette am Berg nicht mehr wie eine unbeholfene akrobatische Einlage aussieht und weder Verrenkungen noch eine Urinella nötig sind – stattdessen geht alles schnell, unkompliziert und entspannt.

Danach wurde gemeinsam zu Abend gegessen. Anschließend planten wir den nächsten Tag und vertieften unser Wissen in einer kurzen theoretischen Einheit zur Lawinenkunde. Wir sprachen über die verschiedenen Schneeprobleme, darüber, ab welcher Hangneigung Lawinen ausgelöst werden können, wie man sich im Ernstfall richtig verhält und wie wichtig es ist, Entscheidungen an die eigene Tagesverfassung anzupassen – und vieles mehr. So waren wir bestens vorbereitet auf den kommenden Tag, an dem es schließlich in die Praxis gehen sollte.

Punkt 22 Uhr hieß es dann: Licht aus.

Tag 3 - Schaufeln, Schichten und stille Lines

Drrrrrr.
6:30 Uhr. Ein neuer Tag. Anziehen, frühstücken, auffellen – und los.

Heute stand auf dem Programm: Wie grabe ich ein Schneeprofil? Wie verhalte ich mich im Ernstfall bei einem Lawinenabgang? Und wie organisiere ich mich als Teil einer Gruppe?

Dafür suchten wir uns ein geeignetes, ebenes Plätzchen mit ausreichend Schnee. Glücklicherweise hatte es über Nacht ordentlich geschneit, sodass wir schnell fündig wurden. Es wurde gebuddelt und gesägt. Mit vollem Körpereinsatz legten wir in kurzer Zeit ein vollständiges Schneeprofil frei, um die einzelnen Schichten und mögliche Schwachschichten beurteilen zu können. Mit Klopftests aus der Hand, dem Unterarm und dem ganzen Arm überprüften wir die Stabilität der Schneedecke – sie wirkte an diesem Tag erfreulich solide.

Anschließend wiederholten und vertieften wir das richtige Vorgehen im Falle eines Lawinenabgangs. Wir übten die Suche mit dem LVS-Gerät, das Sondieren und schließlich erneut das Ausgraben. Diese Übung nahm fast den gesamten Vormittag in Anspruch.

Danach kehrten wir kurz zur Hütte zurück, um Kräfte zu sammeln, etwas zu essen und erneut aufzufellen – denn nun ging es auf Tour, auf der Suche nach frischen Lines. Der Schnee rieselte, der Wind pfiff, und mit jedem Höhenmeter wuchs die Vorfreude auf die Abfahrt. Diese war verspielt, pulvrig und einfach nur spaßig. Ein letztes Mal mussten wir noch einmal auffellen, um uns schließlich den finalen Run zurück zur Hütte zu verdienen.

Nach diesem Tag fühlten sich wirklich alle „Bergtagen“. Die Erschöpfung malte jedem ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Zurück auf der Hütte erwartete uns ein reichhaltiger Brotzeitteller sowie eine Präsentation der beiden Fjällräven Ambassadors. Sie erzählten von ihrem persönlichen Werdegang, ihrem Weg zum Wintersport und davon, was dieser für sie bedeutet. Außerdem gaben sie Einblicke in ihre Verbindung zur Marke Fjällräven und deren Werte.

Nach dem Abendessen ging es – wie an den Tagen zuvor – pünktlich um 22:00 Uhr ins Bett.

Tag 4 - Abschied vom Zauber der Berge

Drrrrrrr.
6:30 Uhr. Ein neuer Tag. Anziehen, frühstücken, auffellen – und los.

Für mich und einige andere hieß es an diesem Morgen Abschied nehmen von dieser besonderen Zeit in den Bergen. Andere, deren Heimreise später angesetzt war, nutzten den Vormittag noch für eine kleine Skitour. Wir fuhren mit der Transportgondel wieder ins Tal – leider reichte der Schnee nicht bis ganz nach unten – und nahmen anschließend den Bus nach Zürich. Von dort ging es mit dem Zug weiter zurück nach Innsbruck.

Ich bin Bergtagen.

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