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PowderGuide-Map Tutorial | PowderGram

Alle Informationen zur Interpretation des neuen PowderGrams!

05.03.2026
Sebastian Müller
Das PowderGram ist unsere Interpretation eines klassischen Meteogramms, mit einem Fokus auf Variablen die für Freerider:innen und Skitourengeher:innen besonders relevant sind. Im Folgenden werden wir euch in das Konzept und in alle Elemente des PowderGrams einweisen. Wir sind optimistisch damit auch die letzten Zweifler:innen vom PowderGram noch zu überzeugen.

Prinzipielles Konzept

Wir bemerken zuerst, dass PowderGrams zum einen für die Modelle ICON-EU und seinem Ensemble ICON-EU-EPS mit einem Vorhersagezeitraum von fünf Tagen, und für ICON-D2 und ICON-D2-EPS mit 2 Tagen Vorhersagezeitraum bereitgestellt werden. Wir erinnern daran, dass die ICON Modelle operationell vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gerechnet werden.

Die Bezeichnung EU bezieht sich auf eine Domain über Europa, wobei die Gitterweite 6.5 km beträgt. Wohingegen D2 Deutschland und die Alpen abdeckt und in der PG-Map in ICON-EU mit einer Gitterweite von 2.2 km "genestet" ist.

Die PowderGrams unterscheiden sich also im Vorhersagezeitraum und für ICON-D2 bieten wir auch noch nach Höhe aufgelöste Statistiken zu Niederschlägen und Neuschneedichte. Alle weiteren Inhalte sind faktisch identisch.

Mehrwert durch Berg ▲, Talort ▼ und Umkreis

Ein Meteogramm stellt klassischerweise Wettervorhersagen als Zeitreihen für einen bestimmten Ort dar. Die Besonderheit im Konzept des PowderGrams ist die kombinierte Darstellung der Wettervorhersage für einen Berg, in den Zeitreihen gekennzeichnet mit ▲, und einen nahegelegenen Talort, gekennzeichnet mit ▼.

Zusätzlich werden Mittelwerte über alle Gitterpunkte innerhalb des Umkreises um den Berg mit Randpunkt Talort berechnet. Diese sind besonders sinnvoll für Variablen, die die regionalen Bedingungen beschreiben sollen, und wir stellen diese mit dar.

Inhalte des PowderGrams

Wir gehen nun systematisch alle Elemente des PowderGrams von oben nach unten durch. Im Titel finden wir den Initialisierungszeitpunkt und die verwendeten Modelle. Dann finden wir für Berg ▲ und Talort ▼ den Namen, die Koordinaten sowie die tatsächliche Höhe und die Höhe im Modell.

Die Modellorographie ist schließlich nur eine abgeschliffene Annäherung an die Wirklichkeit. Deshalb sind Berge in der Modellorographie stets niedriger und Talorte liegen stets höher als in Wirklichkeit. Rechts davon befindet sich eine Legende für die „Boxplots”.

Darunter befindet sich eine Karte, auf der die Exolabs-Schneehöhen sowie die Lage von Berg und Talort und der Umkreis dargestellt sind. Zudem werden der Umkreis-Radius und die Anzahl der Gitterpunkte genannt.

Temperaturen und Schneefallgrenze

In der ersten Zeitreihe links ist die Lufttemperatur auf zwei Metern Höhe dargestellt, die (trocken-adiabatisch) auf die wirkliche Höhe korrigiert wurde – für Berg (▲), Talort (▼) und Umkreis (●). Zudem wird das Mittel des Umkreises der Schneefallgrenze angezeigt. Hier erscheinen Schneeflocken-Symbole, wenn die Schneefallgrenze unterhalb der Modell-Orographie liegt.

Wolken, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung

In der zweiten Zeitreihe links sind Umkreis-Mittelwerte von Wolkenbedeckungsgrad, relativer Luftfeuchtigkeit auf zwei Metern über der Modellorographie und die (Strahlungsleistung der) Sonneneinstrahlung dargestellt. Die gestrichelte Linie stellt die maximal mögliche Strahlungsleistung dar und dient als Referenz.

Damit werden hier die regionalen Wetterbedingungen beschrieben. Durch die Verwendung der Umkreismittelwerte ist eine aussagekräftige Einschätzung möglich, da sie unabhängig von einzelnen Modellgitterpunkten ist.

Schneefälle und Regen

Die zentralen Zeitreihen 3, 4 und 5 widmen sich den Niederschlägen und verwenden das Ensemble-Modell (EPS). Hierbei werden jeweils Schneefälle in der oberen Hälfte für den Berg ▲ und Regen in der unteren Hälfte für den Talort ▼ angezeigt.

Es wird hier für Schneefall- und Regen-Raten (Zeitreihe 3), sowie für Neuschnee- und Regen-Mengen (Zeitreihe 4), mit den boxplots die Statistik über die Ensemble-Member dargestellt: Minimum, Maximum und Median, sowie 10. und 90. Perzentile, wie in der Legende rechts oben gezeigt.

In der 5. Zeitreihe zeigen wir dann die Wahrscheinlichkeiten für signifikante Niederschlags-Raten in Balken (>15mm pro Tag für Regen-Rate und >15cm pro Tag für Schneefall-Rate) und für Niederschlags-Mengen in Linien (>15mm für Regenmenge und >15cm für Neuschneemenge).

Windverhältnisse

In der 6. Reihe zeigen wir dann die Windverhältnisse für den Berg und den Umkreis. Dargestellt sind Windgeschwindkeiten, maximale Böengeschwindigkeiten und Windrichtung.

Bodenenergiebilanz und Schneehöhen

In der untersten Reihe 7 links zeigen wir schließlich die ICON-Schneehöhen für Berg, Talort und Umkreis. Zudem berechnen wir die Bodenenergiebilanz, die sich aus den Energieflüssen von thermischer und solarer Strahlung sowie aus latenten und sensiblen Energieflüssen zusammensetzt, und zeigen sie an.

Dabei wählen wir die Vorzeichen so, dass negative (rote) Werte eine Erwärmung der Schneedecke bedeuten, falls Schnee liegt, und positive (blaue) Werte eine Abkühlung. Hier wird wieder das Umkreis-Mittel gewählt, wobei wir überlegen, ob nicht die Berechnung am Berg relevanter wäre. Dennoch glauben wir, dass die gezeigte Bodenenergiebilanz eine wertvolle Einschätzung der Schneeverhältnisse, vor allem betreffend Firn, erlaubt.

Statistiken von Niederschlägen und Neuschneedichte

Auf der rechten Seite finden sich für die PowderGrams von ICON-D2 und ICON-D2-EPS noch zwei nach Modellhöhe aufgelöste Histogramme des Ensembles. Dabei werden die Gitterpunkte im Umkreis nach Modellhöhe sortiert und für bestimmte Höhenintervalle die Neuschnee- und Regenmenge mit Boxplots statistisch dargestellt.

Unten rechts zeigt die Farbkodierung die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Schneefälle mit entsprechender Neuschneedichte. Diese wird nach der empirischen Schätzung von Jordan et al., 1999, (siehe Helfricht, Hartel, et al., 2018) in Abhängigkeit von bodennahen Windgeschwindigkeiten und Temperaturen errechnet.

Die rote Linie kennzeichnet eine Neuschneedichte von 100 kgm-3, was der sonst üblichen Annahme entspricht, dass sich aus 1 mm schneeförmigem Niederschlag 1 cm Neuschneemenge ergibt. Wir weisen außerdem darauf hin, dass wir auf map.powderguide.com nun auch die Neuschneehöhe anbieten, die auf die oben genannte Schätzung der Neuschneedichte basiert.

PowderGrams in der PG-Map

Wir bitten zu beachten: Auffindbar sind die PowderGrams nur wenn der Schalter “Meteogramme” oben über der Auswahl der Wetter-Layer aktiviert ist.

Einbeziehung der Community

Gegenwärtig berechnen wir bereits PowderGrams für 48 Berg- und Talort-Kombinationen. Wir freuen uns über eure zahlreichen Aufträge zu Koordinaten, die wir auch zügig umsetzen konnten, und laden euch ein, weitere einzureichen. Entweder hier als Kommentar oder per E-Mail. Beachtet dabei bitte, dass Berg- und Talort zwischen 5 und 20 km voneinander entfernt liegen sollten.

Verbesserungspotential

Es ist schon fast, aber niemals perfekt. Geplante Anpassungen sind:

  • eine verbesserte Höhenkorrektur der Temperaturen, welche Feuchte im Temperaturgradienten miteinbezieht

  • 850 hPa-Temperatur

  • DWD-Logo

  • globale PowderGrams und WRF-HRRR für Nordamerika

  • Umkreis-Statistiken der 5-Tage Niederschläge und Neuschneedichte auch für EU, nur ohne Höhenunterscheidung.

und bitte lasst uns eure Verbesserungsvorschläge gerne wissen!

Die Prinzipien und Grundlagen des PowderGrams im Video

Davon werden zu den Inhalten der einzelnen Zeitreihen bald noch mehr detaillierte Videos folgen.

Fotogalerie

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