Es ist Mai. Für viele Splitboardende stehen die letzten Tage der Saison an. Auch für uns. Gletscher sind nicht unser bevorzugtes Terrain. Doch wir sind noch nicht satt. Eine Tour soll noch drin sein.
So starten wir zur Hochtourenzeit um 4:30 Uhr nicht auf der Hütte, sondern in Freiburg im Breisgau. Mit Rädern am Auto. Der Plan: Wir wollen etwas die Gotthardpassstraße hinaufradeln und dann mit den Splitboards weiter. Zugegebenermaßen ist das nichts Neues und auch nichts Extremes, aber es wird eine der schönsten Splitboardtouren, die wir je unternommen haben: Auf geht's zum Sellabödeli!
Anfahrt
Die Tour liegt schon etwas zurück und vielleicht war man kurz nach Corona noch etwas mehr im „Mach-Modus”, damit irgendwann nicht alles vorbei ist. Aber, Leute, auch wenn ihr hier so etwas lest: Packt eure Autos bitte voll mit Leuten, fahrt mit der Bahn oder bleibt wenigstens zwei oder drei Tage in den Alpen. Tagestouren adé.
Die Anfahrt verläuft problemlos. Quasi mitten in der Nacht ist auch in der Schweiz nichts los. Gut gelaunt und gar nicht so müde parkieren wir gegen sieben Uhr in Hospental. Wir trinken noch einen schnellen Kaffee und satteln dann die Räder.
Bike
Voller Tatendran und doch erstaunt über den schweren Rucksack auf dem Fahrrad, biegen wir nach 200 Metern um die Kurve – und sind schockiert. Ein Bautrupp hat die ersten Meter der Straße gesperrt und rödelt da vor sich hin. Lassen die uns durch. Die Jungs sehen uns, grüßen sehr freundlich und schieben die Absperrung zur Seite. Uff. Wir radeln also fröhlich weiter und erreichen nach fünf Ausziehpausen den Fahrradparkplatz.
Nach etwas mehr als drei Kilometern parken wir zwischen zwei Büschen am Eingang zum Guspistal. Das Guspistal ist sowohl kartographisch als auch in der Realität sehr gut durch ein sechseckiges Gebäude markiert, welches Teil der Luftzirkulationsinfrastruktur des Gotthardbasistunnels ist. Das kann man nicht verfehlen.