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TourenTipps

TourenTipp | Sellabödeli (2828 m)

Bike & Hike & Split am Gotthard

06.04.2026
Tobias Leistenschneider
Eigentlich neigt sich die Saison dem Ende zu, doch für das Sellabödeli (2828 m) werden die Räder gesattelt. Von Hospental aus geht es über die Passstraße und durch das Guspistal zu einer der schönsten Splitboard-Unternehmungen des Frühlings. Ein Plädoyer für lange Tage, frühes Aufstehen und den „Abfahrtsrausch“ auf 300 Höhenmetern Firn-Glück.

Es ist Mai. Für viele Splitboardende stehen die letzten Tage der Saison an. Auch für uns. Gletscher sind nicht unser bevorzugtes Terrain. Doch wir sind noch nicht satt. Eine Tour soll noch drin sein.

So starten wir zur Hochtourenzeit um 4:30 Uhr nicht auf der Hütte, sondern in Freiburg im Breisgau. Mit Rädern am Auto. Der Plan: Wir wollen etwas die Gotthardpassstraße hinaufradeln und dann mit den Splitboards weiter. Zugegebenermaßen ist das nichts Neues und auch nichts Extremes, aber es wird eine der schönsten Splitboardtouren, die wir je unternommen haben: Auf geht's zum Sellabödeli!

Anfahrt

Die Tour liegt schon etwas zurück und vielleicht war man kurz nach Corona noch etwas mehr im „Mach-Modus”, damit irgendwann nicht alles vorbei ist. Aber, Leute, auch wenn ihr hier so etwas lest: Packt eure Autos bitte voll mit Leuten, fahrt mit der Bahn oder bleibt wenigstens zwei oder drei Tage in den Alpen. Tagestouren adé.

Die Anfahrt verläuft problemlos. Quasi mitten in der Nacht ist auch in der Schweiz nichts los. Gut gelaunt und gar nicht so müde parkieren wir gegen sieben Uhr in Hospental. Wir trinken noch einen schnellen Kaffee und satteln dann die Räder.

Bike

Voller Tatendran und doch erstaunt über den schweren Rucksack auf dem Fahrrad, biegen wir nach 200 Metern um die Kurve – und sind schockiert. Ein Bautrupp hat die ersten Meter der Straße gesperrt und rödelt da vor sich hin. Lassen die uns durch. Die Jungs sehen uns, grüßen sehr freundlich und schieben die Absperrung zur Seite. Uff. Wir radeln also fröhlich weiter und erreichen nach fünf Ausziehpausen den Fahrradparkplatz.

Nach etwas mehr als drei Kilometern parken wir zwischen zwei Büschen am Eingang zum Guspistal. Das Guspistal ist sowohl kartographisch als auch in der Realität sehr gut durch ein sechseckiges Gebäude markiert, welches Teil der Luftzirkulationsinfrastruktur des Gotthardbasistunnels ist. Das kann man nicht verfehlen.

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Hike

Vielleicht haben wir gehofft, hier aufzufellen. Aber daraus wird nichts. Der erste Aufschwung ins Guspis ist aber durchaus machbar, also legen wir zwischen Bike und Split noch Hike ein. Kein Problem. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir das obere Tal auf etwa 1.800 Metern und können endlich die Felle aufziehen. In diesem Moment erblicken wir auch zum ersten Mal unser Tagesziel. Siehe Bilder.

Split

Wir freuen uns extrem. Wir haben die Radtour mit schwerem Rucksack und die Wanderung steil hinauf geschafft. Gemütlich ziehen wir los und freuen uns über den überraschend griffigen Schnee. Es wird ein Tag ohne Harscheisen. Bis zur großen Kreuzung nördlich der Gloggentürmli dürfen wir einige imposante Nassschneelawinen passieren und bewundern deren schiere Gewalt. Der Aufstieg verläuft problemlos und ohne große Schwierigkeiten.

Im Bereich Chrummegg müssen wir etwas mehr investieren. Das Gelände ist zwar nicht sonderlich komplex, aber der Schnee wird härter und wir müssen uns mit den Splitboards durch die steileren Stellen hindurchnavigieren.

Dann kehren wir bei „Unter dem Rotstock” gen Süden hinauf auf den Rücken zum „Sellabödeli” und spüren mit jedem Schritt, dass wir heute belohnt werden. Der Nord-Nordost-Rücken ist butterweich, oben fast pulvrig. Von der Morgensonne geküsst, wird uns klar, dass eine traumhafte Abfahrt auf uns wartet.
Aber keine Hektik. Es ist Mai, windstill und keine Wolke ist am Himmel zu sehen. Die Gipfelrast darf auch einmal genossen werden. Die Abfahrt über den Rücken ist ein Fest. Wir genießen den weichen Schnee, er ist schnell und macht Spaß, was für eine Gaudi.

Auch der vorher harte Westhang weiter unten ist nun gut befahrbar, sodass wir gut gelaunt wieder aus dem Guspistal hinausgleiten, bevor es uns doch zu warm wird. Auch wenn wir an diesem Tag keinerlei Gefahren wahrgenommen haben, solltet ihr im Mai in diesen niedrigen Lagen den Tagesgang im Blick haben und einfach früh unterwegs sein.

Bike ohne Hike

Bergab funktioniert es gut. In der Abfahrt finden wir irgendwie mehr Schneeflecken und können das Steilstück, das wir zuvor hochgewandert sind, im Prinzip bis zum Bach abfahren. Zum Überqueren der Gotthardreuss liegt zum Glück ein stabiles Brett bereit. Überglücklich rollen wir die Passstraße wieder hinunter, grüßen die Jungs von der Baustelle im Vorbeifahren und sind gegen 14 Uhr am Auto.

Natürlich suchen wir immer „Powder“. Aber ist das alles?

Wir haben an diesem Tag 300 Höhenmeter guten Schnee gefunden. Das war's. Wir sind sehr früh aufgestanden, haben etwas Neues gewagt, sind geradelt, gewandert und gesplittet, über Lawinenkegel geklettert und über alten, harten Schnee gerattert. Die Jungs von der Baustelle waren die einzigen, die wir an diesem Tag getroffen haben.

Tourdaten:

Start: Hospental (1452)

Bike: Gotthardpassstraße, >3km, 250hm

Hike: vom Lüftungsschacht ins Guspis, 100hm

Split: 1000hm/ 2,5 - 3 Stunden

 

Hinweis: Die PG Tourentipps sind allgemeine Beschreibungen von Touren, die uns ganz subjektiv gut gefallen. Unsere Tourentipps BEZIEHEN SICH NICHT AUF DIE AKTUELLEN VERHÄLTNISSE. Lest den Lagebericht und die Wettervorhersage und richtet euch in der Tourenplanung danach.

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