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Wetterblog 22 2025/26 | Weißgoldrausch am Alpennordhang

Über weißes Gold und hohe Jetstreams

01.04.2026
Sebastian Müller Michael Steger
Wie der WetterBlog 21 bereits andeutete, und wie zwei PowderAlarme innerhalb der letzten Woche sowie viele hochsternenige ConditionsReports belegen, hat der frühe Frühling die Alpennordseite noch einmal in weißes Gold gehüllt. Obwohl der Goldkurs seit Mitte März ordentlich gefallen ist. Ob hier eine negative Korrelation vorliegt, wagen wir zu bezweifeln. Womit diese beiden Nordstaus aber ganz sicher korrelieren, ist die Abschwächung des Jetstreams – dazu mehr im Spezialthema.

Wetterlage

Die Alpen befinden sich gegenwärtig in perfekt nördlicher Anströmung. Ganz Deutschland und halb Mitteleuropa wurde nochmal mit polarer Luftmasse geflutet und es bleibt nur zu hoffen, dass die Obstbäume, die in der warmen ersten Hälfte des Märzes zum erblühen gekommen sind, ihre Blüten nun nicht verlieren. Sicherlich ist das eine brenzliche aber nicht ungewöhnliche Situation für die Obstbauern und Hobbygärtner. Es sind zwei kurz-aufeinanderfolgende PowderAlarme vergangen, und jeder der das Xtreme Verbier gesehen hat, konnte sich von der Qualität des ersten Dumps überzeugen, den die Athlet:innen vorbildlich zu nutzen wussten. Sinnbildlich für den betreffend Schneemengen unterdurchschnittlichen Winter bleibt hier jedoch, dass ein Start vom Hauptgipfel aufgrund mangelnder Schneelage nicht möglich war.

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Aussichten

Hatten wir vor 2 Wochen noch verfrüht die Hochtourensaison ausgerufen und Sebastian sie dramatisch eingeleitet, so würden wir uns trotzdem nun wiederholen. Zum heutigen Mittwoch klingen die Schneefälle ab, der filigrane Trog tropft südlich der Alpen ab und löst sich unspektakulär auf, und es macht sich daraufhin subtropischer Hochdruck breit. Es wird aber nicht unverzüglich auch subtropisch warm, und der gefallene Powder wird sich sicherlich noch einige Tage lang in schattigen Lagen gut fahren lassen. Erst dann empfehlen wir den Schritt in die Hochlagen – aber mit Vorsicht.

Was hat Nordstau mit dem Jetstream zu tun?

Wer die WetterBlogs verfolgt, dem ist der Begriff „Jetstream” nicht neu. Für unsere Neuzugänge: Jetstreams sind zonale Winde in etwa 10 km Höhe, die aus meridionalen Temperaturgradienten resultieren – vereinfacht gesagt: Am Äquator ist es warm, an den Polen ist es kalt und dazwischen weht thermischer Wind, der sogenannte Jetstream. Mehr dazu findet ihr im Wetter-Wissen von Lea.

In unseren Breiten ist vor allem der polare Jetstream von Bedeutung. Er verläuft zwischen den subtropischen und polaren Luftmassen. Der Jetstream mäandert meridional, das heißt, er bildet sogenannte Rossby-Wellen, die das Wetter in den mittleren Breiten bestimmen. Im Hochwinter ist der Jetstream meist stark ausgeprägt. Durch die Polarnacht ist der Temperaturunterschied zwischen Pol und Subtropen groß und der Jetstream entsprechend stabil – es sei denn, es kommt zum Polarvortex-Breakdown. Dies führt zu den klassischen Westwetterlagen. Im Frühling ändert sich das: Der Temperaturgradient nimmt ab, der Jetstream wird schwächer, er mäandert stärker und die Rossby-Wellen können weiter in den Süden ausschlagen.

Genau das ist der Schlüssel für den Nordstau der letzten Tage: Die Abschwächung des Jetstreams ermöglicht eine meridionale Strömung, und die Kombination aus kalter Luft und ausreichender Feuchtigkeit führt zum klassischen Nordstau – und damit zu unserem geliebten weißen Gold.

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