Schneebericht Chamonix Mont-Blanc, 13.02.2026
Das Pulverfass ist endlich umgefallen. Oben lawinig-mittendrin perfekt-unten Sumpf
Schneelage
Schneequalität
Gesamteindruck
Höhenlage
1200 - 2200m
Lawinenwarnstufe
groß (4)
Exposition
Schneelage
Vor allem Nordseitig richtig gute Schneelage mittlerweile. Unter 1800m nur 3 Sterne, aber darüber ist es mittlerweile echt fahrbar. Man kann sich eigentlich über so alles drüberjagen was jetzt nicht grad ne Riesen-Klippe ist.. aber Steine und auch sehr große Felsen sind eingeschneit. Über der Waldgrenze ab etwa 2200m siehts schon wieder anders aus. Hier ist es einfach viel Steiniger und braucht noch paar Schneefälle bis alles komplett zu ist. Wurde auch viel Schnee weggefegt. Also beste Zone zurzeit zwischen 1800 und 2400 m am besten Norseitig. Abfahrt ins Tal bis etwa 1200m geht für Abenteurer - macht aber keinen Spaß wegen äußerst schwerem Schnee.
Schneequalität
unter 1800 m reden wir von 3 Sternen aufgrund des etwas schweren Pulvers. Darüber ist wirklich solide Ware. 150 cm astrein geflockter Stoff. Nach oben gibts natürlich noch Luft. Es könnte mehr stauben, noch leichter sein.. aber wir konzentrieren uns darauf was da ist und lamentieren nicht. Endlich ohne Handbremse im Wald. Endlich sind die fiesesten Sharks komplett abgetaucht. Stürzen sollte man nicht zurzeit. Wenn man die Ski abschnallt steht man mindestens zum Bauchnabel im Fluff. Jetzt die schlechten Nachrichten. In Tiefen lagen ist es Bänderzereisende Nassschneesuppe und zwar nicht zu wenig, so ein Meter Nasschnee kann man gar nicht mehr gut fahren. Auch südseitig in Flegére am Morgen war nach einem Run Schluss. Die Sonne hat den ohnehin schon angesäuselten Pow in Minutenschnelle gebacken. Etwas über der Waldgrenze ist der Powderspaß dann auch schnell vorbei da der Schnee vom Wind gezeichnet und ziemlich gebunden ist. Könnte sich die nächsten Tage aber auch verbessern. Alle höheren Lifte hatten heute eh zu.
Warnzeichen
Windstärke: kein Wind
Achtung sehr persönliche Einschätzung: Gestern war hier ein 5er..ich glaube in Tirol wäre das ein 4er gewesen. Heute (Freitag) war dann laut LLB ein 5->4er und da wo ich unterwegs war hätte ich maximal ein 3er gegeben. Die Sprengerfolge waren vorhanden aber bei so viel Neuschnee auch nicht verwunderlich. Die Sprengungen waren alle in Wechten oder offensichtlichste Triebschneehänge gesetzt. Auf jeden Fall sind einige Abgänge auch recht groß geworden. 2 größere Sprengerfolge in Grands Montets: Einmal links unterhalb der Aiguille du Bochard mit langem Auslauf. Und einmal zwischen la Herse Lift und Arret de Rachasse. Wind kam aus SüdOst hat natürlich auch genau da hinverfrachtet. In Kleinräumigeren Teilen des Skigebiets direkt über den Pisten gabs Sprengungen die nichts oder kaum etwas ausgelöst haben. In Flegère konnten wir erfolgreich gesprengte nasse Schneebretter sehen. Aber nur sehr kleine. Insgesamt waren wir heute nur in ziemlich wind-unbeeinflussten Zonen unterwegs daher auch beim Touren keine Risse beim Betreten der Schneedecke, keine Wumm Geräusche. Ich denke die hohe Lawinenwarnstufe der letzten Tage war für punktuelle hochalpine Bereiche gerechtfertigt aber großflächig in allen Expos ein 5er der im Tagesverlauf aufn 4er sinkt auf über 1800m.. das fand ich übertrieben. Bin aber auch kein Lawinen-Großmeister. Mir ist es in den letzten Monaten öfters aufgefallen das hier schnell eine hohe Stufe ausgegeben wird und am Ende trotzdem alles gefahren wird und nichts abgeht. Ich weis nicht ob das für die Glaubwürdigkeit des LLB so gut ist wenn alllr insgeheim denken der 4er ist woanders ein 3er.. Ich vermute es ist hier sehr schwer über ein so hohen Höhenunterschied eine einheitliche Gefahrenstufe abzubilden.. dazu kommt vermutlich die verzerrte Warnehmung da man meist im vielbefahrenen Gelände unterwegs was den Schneedeckenaufbau beeinflusst. Ich kann hier in der Gegend wärmstens empfehlen den direkt angrenzenden Schweizer Lawinen Lagebericht mitzulesen. Hier war im übrigen "nur" ein 4 er gestern.
Gesamteindruck
Sehr ergiebiger Powderalarm. Das Orakel hat gute Arbeit verrichtet. Morgens noch in Flegère in der Sonne gebruzelt und gen Mittag in Grand Montets den Hosenboden gepudert. Äußerst brauchbare Schneemengen die jetzt rumliegen und hoffentlich gekommen sind um zu bleiben.
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