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CR 482 (2025/2026)

Informe de nieve Kaunertal, 17/05/2026

Versuch Weißseespitze

Austria Kaunertal
17/05/2026
schneerudi
Esquí de travesía
Mostrar original (DE)

Condición de la nieve

3 von 5 Sterne

Calidad de la nieve

3 von 5 Sterne

Impresión general

3 von 5 Sterne

Altitud

1900 - 3300m

Nivel de advertencia de avalanchas

sin información (0)

Exposición

Norte Noreste Oeste Noroeste

Condición de la nieve

3 von 5 Sterne
60 cm de nieve nueva
Descenso al valle (hasta 2200 m)

Vermutlich auf den Gletschern die beste Schneelage der Saison. Oben gabs über einen halben Meter Neuschnee. Abfahrt Richtung Fernergarten bis 2150m, die letzte Rinne vor dem Parkplatz geht auch noch. Bald wird man aber ab Gletscher laufen müssen. Die geschlossenen Pisten lassen sich auch noch bis Ochsenalm fahren. Glockturm auch machbar.

Calidad de la nieve

3 von 5 Sterne
Nieve húmeda
Nieve fangosa
Nieve en polvo
Nieve arrastrada por el viento

Rein nordseitig auch mittags noch gut, alles andere bekommt durch den hohen Sonnenstand auch über 3000m schon vormittags nen Stich. Unten raus gings besser als befürchtet

Nieve arrastrada por el viento

Norte Noreste Noroeste

Intensidad: media

Por encima de: 2500 m

Riesgos

Abortar la excursión
Avalanchas recientes
Calentamiento diurno
Mucha nieve nueva

Intensidad del viento: Sin viento (0 km/h)

Kritische Neuschneemenge überschritten, Triebschnee, Starke Erwärmung. Mehr Details zu den Lawinen im Gesamteindruck

Actividad de avalanchas

Noreste

Avalancha de placa seca (pequeño)

Altitud: 3300 m

Anrissmächtigkeit etwa 40cm

Impresión general

3 von 5 Sterne
Peor

Es fing wunderbar an: Sonne, Neuschnee, hier oben vermutlich mit die beste Schneelage der Saison. Ich war alleine unterwegs, da kurzfristig niemand Zeit hatte. Ich dachte mir: Ich schau mir die Lage mal an. Und ja, ich hab natürlich darauf spekuliert, dass ich nicht der Einzige bin, der die Weißseespitze versucht. Dass es Aufgrund der Neuschneemenge und des Triebschnees, den ich durchs Fernglas gesehen hab, grenzwertig ist und möglicherweise zu einer Umkehr kommen könnte war mir bewusst. Vor mir waren zwei Gruppen. Die eine entschied sich für die Nordflanke unterhalb des Zahns, die andere für den Aufstieg über den Grat vom Nörderschartl. Ich entschied mich für den Grat, da ich es für zu gefährlich hielt, wenn sich über mir eine (ich glaube) 5er Gruppe längere Zeit in dem bis zu 45° steilen Hang aufhält. Also zum Grat, mega Szenerie. Dort hab ich die 4er Gruppe schnell eingeholt, da es doch ordentlich was zu spuren gab. Hierfür einen ausdrücklichen Dank! Sie boten mir auch an, mich am Gletscher mit anzuseilen. Am Ende des Grates wurde kurz analysiert und gemeinsam beschlossen, die Querung nordöstlich des Zahns zu probieren, mit Sicherheitsabständen. Kurz vor dem Ausstieg hat der Hang laut Karte knapp über 35°, vielleicht ist er aber aufgrund Gletscherrückgang mittlerweile noch steiler. Vier warteten vor dem steilsten Stück, während der Erste sich in den späteren Lawinenhang vorarbeitete. Etwa in der Mitte kam die Rückmeldung, dass es sich nicht so gut anfühlt, der Neuschnee etwas wegrutscht. Schließlich wollte er aber noch ein paar Schritte gehen, die erste Spitzkehre setzen. Ich glaube kurz nach der Spitzkehre, so genau weiß ich es nicht mehr, passierte es dann: Schneebrettlawine aus dem Bilderbuch. Breite etwa 60m, Länge etwa 150m, Anrissmächtigkeit etwa 40cm. Ich war an letzter Position und für mich war die Lawine sehr leise, nur ein sanftes Rauschen. Glücklicherweise brach die Lawine nur unterhalb des Auslösenden, sodass er genau am Auslösepunkt stehen blieb. Da haben alle erstmal tief durchgeatmet. Der erste wartete am Auslösepunkt, der Rest ging auf der Aufstiegsspur zurück zum letzten sicheren Punkt. Lagebesprechung: Wie gehts weiter? Schlussendlich blieben zwei Optionen übrig: Noch ein Stück weiter am Grat, da er machbar schien, und runter über den zuvor von der anderen Gruppe eingespurten Nordhang, oder direkter Rückzug über die zeitlich längste aber sicherste Variante über die Rauhekopfhütte zum Fernergarten. Die Entscheidung viel auf die zweite Option, was sich hinterher als eine der richtigen Entscheidungen des Tages herausstellte. Sicherheitshalber direkt angeseilt und die 200hm in weitem Bogen runter Richtung Rauhekopfhütte. Ab dort bis Ende Gletscher schöne Hänge in noch gutem Schnee, danach teils querend, teils aufsteigend, teils laufend zurück zu Straße. Nachdem wir wieder zum Gletscher hochgefahren sind, sprang uns sofort der angespurte Nordhang ins Auge: Auch hier eine Lawine! und zwar deutlich größer und offensichtlich in der Abfahrt ausgelöst. Anrissmächtigkeit geschätzt bis 1,5m, womöglich brach die initiale Lawine nach wenigen Metern in den schwachen Altschnee durch. Die Lawine floss über 400hm, ein Flachstück und einen Abbruch bis auf 2900m runter. Es schien so, dass es dort aber ebenfalls glimpflich ausging, wir haben zumindest keinen Heli gehört und auch keine Spuren in der Ablagerung gesehen. Wenn es so war, ist es ein Wahnsinns Glück, dass sich in dem großen Hang niemand befunden hat. Interessant ist aber, dass die direkte Nordwand und auch andere Varianten befahren wurden, bei denen nichts abging. Fazit: Ein Tag, der in Erinnerung bleibt und auch mich persönlich zu der Frage drängt: Was hätte ich gemacht, wäre ich alleine gewesen? Wäre ich in den Hang gequert? Wäre ich der anderen Gruppe hinterher, wenn der Grat nicht gespurt gewesen wäre? Wahrscheinlich muss ich sagen ja, denn der Stoke war hoch. Die Problematik des Hanges wurde in der Gruppe erkannt, besprochen und es wurden die an sich richtigen Maßnahmen getroffen, um das Risiko zu minimieren, letztendlich war es aber eben doch eine falsche Entscheidung, die aber keine ernsten Folgen hatte und so uns allen die Möglichkeit bietet, es beim nächsten Mal besser zu machen. Ein Punkt der laut meiner Erinnerung erst nach der Lawine wirklich wahrgenommen wurde, ist, dass in diesem Hang von Beginn an die Sonne drin steht. Ob das nun die Ursache war ist nicht festzustellen. Da es auch im anderen Hang eine Lawine gab, muss man festhalten, dass es generell extrem riskant war, es überhaupt zu versuchen. Die von Beginn an richtige Entscheidung, die ich direkt hätte treffen sollen, wäre gestern gewesen, sich in dem bekannten Freeride Terrain des Gebietes aufzuhalten (Tunnelpiste etc.) dort sah es nämlich auch sehr gut aus. Abschließend nochmal Dankeschön an Maxi, Johannes, Samu und Niklas fürs Spuren und das anschließende Mitnehmen in der Seilschaft!

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