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Interviews

PowderPeople | Alba Pardo

17.06.2026
Timo Macvan
Ich habe Alba Pardo, eine spanische Outdoor-Journalistin und vor allem als spannende Powder-Persönlichkeit in Georgien kennengelernt, genauer genommen in Tiflis, morgens um 6 Uhr, nachdem wir beide beinahe 24 Stunden ohne Schlaf auf der Anreise zur FreerideWorldtour waren. Im Frühstücksraum des Hotels saß sie gut gelaunt, laut witzelnd, keine Spur von Unmut aufgrund verschobener und gecancelter Flüge und nicht erreichter Züge. Im Laufe der Woche in Georgien widerfuhren mir immer wieder solche beeindruckenden Momente mit ihr, dass ich mich dazu entschied, dass Alba Pardo ein Person ist, die ihr in unserer Rubrik PowderPeople ist, die ihr kennenlernen solltet.

Albas Story

Alba ist Journalistin, Fotografin und Medienproduzentin von und für die Actionsportszene. Alba ist aber auch Mutter, Feministin, eine verdammt coole Snowboarderin und eine Weltenbummlerin.

 

Wer bist du Alba? (Habe ich Punkte vergessen?)

 

Bis hierhin war es für sie ein langer Weg mit einigen Herausforderungen. Alba gründete im Jahr 2012 ihr eigenes, spanischsprachiges Snowboard Magazin SBES MAG, welches sie mit angesparten 600€ startete. Sie ersuchte die Hilfe einer befreundeten Webdesignerin, ihr eine Webseite zu entwickeln und ein paar Werkzeuge zu zeigen, um selbstständig an dieser weiterzuarbeiten. Sie konnte die ihr entgegengebrachte Hilfe ihrer Freundin nicht vollständig geldlich entlohnen aber Sie (vielleicht Name) gab sich auch mit dem Vorschlag einen gemeinsamen Urlaub zufrieden und somit plante Alba einen Trip in die Alpen mit ihrer Freundin mit diesen oben genannten 600€. Das nenne ich Freundschaft.

Das Magazin entwickelte sich von Jahr zu Jahr weiter, Alba verstand mittlerweile die Verhaltensmuster und und Mechanismen der Snowboard-Szene und konnte sich etablieren.

Im Jahr 2019 schaffte sie es, ihr Magazin als Printversion zu veröffentlichen und wirtschaftlich auf gesicherte Beine zu stellen. Hierfür arbeitete sie vollständig eigenständig und war Journalistin, Designerin, Marketingleiterin und Vertrieblerin in Personalunion. 

Ein riesiger Schritt und Beweis für die Qualität ihrer Arbeit, denn die LeserInnenschaft eines gedruckten spanischsprachigen Snowboardmagazin, ist begrenzt. Die Voraussetzungen für eine Fortführung von SBES MAG waren bereits gelegt, als eine Pandemie, die wir nicht weiter erwähnen müssen, die Welt und auch die Outdoorsportblase zum Stillstand zwang und somit auch keine Nachfolgeausgabe mehr zugelassen hat. Zum Bedauern ihrer LeserInnen, auch durch die Geburt ihrer Tochter, setzte sie in ihrem privaten Leben Prioritäten, die es ihr nicht erlaubten, die gleiche Energie in eine weitere Ausgabe zu setzen.

2024 feiert sie jedoch ihr Comeback in der journalistischen Snowboard-Branche und publizierte in Kooperation mit (…) das erste internationale gedruckte Snowboardmagazin. Auch hier überwand sie wieder einmal die Hürden des Systems, indem sie sich gegen alle Widrigkeiten der wirtschaftlichen Lage des Magazins durchsetzt. Ihre Disziplin und ihr Durchhaltevermögen lassen nur erahnen, wie vielschichtig Alba Pardo persönlich ist. Ich hatte das Vergnügen sie mehrere Tage kennenzulernen.

Was sind die Themen in Snowboard International?

Wen und Was möchtet ihr damit erreichen?

Was sind deine Aufgaben dort?

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Aber wer ist Alba wirklich?

Die Nennung ihrer Profession Alba im Ansatz nur oberflächlich beschreibt, ist glaube ich klar, jedoch lassen sich einige Eigenschaften ableiten.

Alba ist eine unglaublich passionierte und talentierte Snowboarderin, die es liebt zu heizen. Normalerweise sollte man meinen, dass ich mit meinen, grob geschätzten 30-40kg Mehrgewicht einen Geschwindigkeitsvorteil auf dem Weg Richtung Tal hätte, dies ist jedoch weit gefehlt. Es war beeindruckend zu sehen wie schnell, präzise und gleichzeitig verspielt sie die Hänge für sich als Spielplatz nutzen konnte.

 

Was bedeutet Snowboarding für dich?

 

Als Fotografin hält sie gerne Momente am Berg fest und scheut auch hier keine körperlichen oder wetterbedingten Widrigkeiten, um besondere oder eben auch zunächst banale Momente festzuhalten, woraus im späteren Verlauf ästhetische und authentische Fotografien entstehen.

 

Was fotografierst du am liebsten? Welche Geschichten möchtest du mit deinen Fotos erzählen?

Die Passion, mit der Alba ihren Tätigkeiten nachgeht, blieb mir nicht lange verborgen und ihr dazugehöriges Wirken erscheint sehr stimmig. So scheut sie als Journalistin nicht auch kritische Nachfragen zu stellen. So gelingt es ihr bestehende Strukturen, denen sie selbst in ihrer Tätigkeit immer wieder begegnet, aufzuzeigen und ein Bewusstsein zu schaffen.

Albas feministische Perspektive und führt beispielsweis zu einem in einem Gespräch mit dem vorständigen georgischen Bergführer, in dem sie nach der Anzahl an Bergführerinnen fragt. Woraufhin er zugeben muss, dass es aktuell keine Bergführerinnen gibt. Alba verdeutlicht, dass sie es als Aufgabe eines Leiters der georgischen Bergführervereinigung sieht, Frauen ebenfalls zu motivieren diesen Beruf anzustreben. Sie spricht über wirtschaftliche und touristische Vorteile für den Standort Georgien, denn diese Offenheit sei ein Zeichen, welches bei Reisenden ankomme, und vor allem auch mehr Touristinnen nach Georgien ziehen könne.

Ihre Ausführungen lösen ein interessantes Gespräch aus, welches plötzlich dazu führt, dass sich eine Mitarbeiterin der Bergführerorganisation engagiert in die Diskussion einbringt, welche davor ausschließlich zuhörend und beinahe unbeteiligt dabeisaß. Es war beeindruckend zu sehen mit welcher Energie und Treffsicherheit Alba ihren kritischen Worten auf respektvolle Weise die Macht verlieh, genau diesen einen Nerv zu treffen, der alle Anwesenden in das Gespräch integrierte.

Für Alba steht fest, es benötigt eine Bergführerin, welche den Stein ins Rollen bringt. Eine Persönlichkeit, die als Vorbild für alle kommenden Bergführerinnen dienen wird.

 

Hast du Träume oder Ziele für Snowboard International?

Wie stellst du dir ein perfekte Snowboard-Szene vor? Was muss sich dafür verändern?

Die Menschen hinter dem Artikel

  • Geschrieben von

    Timo Macvan

    Als "Flachlandtiroler", am Niederrhein, geboren zog es ihn in jungen Jahren in die Berge, wo er seit 6 Jahren lebt und sich in der lokale Freeride-Szene engagiert. Seit 2022 könnt ihr Artikel über getestetes Material, Events und die Berichterstattung der Freeride Worldtour von ihm lesen. Egal ob, auf Messen, Testevents, Contests, Cometogethers oder Partys, er liebt es ins Gespräch zu kommen und Neues zu erfahren. Auch bei der Wahl des Materials ist er selten wählerisch. Ein- oder zwei Bretter, Timo ist gerne auf der Suche nach weichem Schnee, schönen Hängen und einer inspirierenden Zeit am Berg mit coolen Menschen.

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