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Materialtests

Testbericht: Ortovox La Grave Jacket: Hardshell-Jacke mit Merino-Wolle

Test: Ortovox La Grave Jacket Hardshell-Jacke mit Merino-Wolle

22.12.2010 von Patrick Fux
"La Grave" heißt das Herrenmodell der neuen Hardshell-Bekleidungslinie von Ortovox. Aufmerksam geworden sind wir auf die Jacke, weil sie nach Angabe des Herstellers die Funktion einer Dreilagen-Hardshell-Jacke mit der Wärme und dem Komfort von Merino-Wolle verbindet. Um herauszufinden, was die Top-Jacke wirklich kann, haben wir sie einem ausgiebigen Test im Pulverschnee des noch jungen Winters 2010/11 unterzogen.

"La Grave" heißt das Herrenmodell der neuen Hardshell-Bekleidungslinie von Ortovox. Aufmerksam geworden sind wir auf die Jacke, weil sie nach Angabe des Herstellers die Funktion einer Dreilagen-Hardshell-Jacke mit der Wärme und dem Komfort von Merino-Wolle verbindet. Um herauszufinden, was die Top-Jacke wirklich kann, haben wir sie einem ausgiebigen Test im Pulverschnee des noch jungen Winters 2010/11 unterzogen.

 

Als äußerste Bekleidungsschicht bildet die La Grave Jacke die Barriere gegen Wind, Feuchtigkeit und andere Widrigkeiten. Die schützende Membran ist die Dermizax EV der Firma Toray, die zu den Führenden am Markt gehört: neben der guten Wasserdichte und Atmungsaktivität überzeugt sie vor allem durch hohe Stretchfähigkeit. Ziemlich einzigartig ist wohl das Material der Einsätze in den Taschen und im unteren Rückenbereich, das zu 100% aus Merino-Wolle besteht – und damit aus Natur- anstelle eines Kunststoffs. Ich habe die Jacke seit etwa einem Monat beim Freeriden und Tourengehen im Gebrauch. Die modernen, modischen Farben nehmen der Jacke den typisch, angemufften Outdoor-Look, sodass man sich mit ihr auch in der verregneten Innenstadt sehen lassen kann.

 

Erster Eindruck

 

Bei der La Grave Jacket handelt es sich um eine relativ leichte und puristische Hardshell-Jacke. Konsequent wurde auf Schnickschnack verzichtet, ohne dabei die maßgeblichen Funktionen zu vernachlässigen. Die Jacke verfügt über zwei große Napoleontaschen, die so angeordnet sind, dass sie weder vom Brust- noch vom Hüftgurt des Rucksacks verdeckt werden und stets zugänglich sind, eine Skipasstasche am linken Ärmel und eine weitere kleine Tasche an der Rückseite. Die angepriesene Merinowolle findet sich bei der Jacke nur als Netzfutter der Taschen und am unteren Teil des Rückens, und ist von der Funktion her also zu vernachlässigen. Die Lüftungsreißverschlüsse sind großzügig dimensioniert und leicht zu bedienen, auch die Kapuze macht einen guten Eindruck. Besonders positiv ist das geringe Gewicht von etwa 500 Gramm und das sehr geringe Packmaß. Die Jacke findet wirklich in jedem Rucksack Platz. Einziger Wermutstropfen für den eingefleischten Freerider ist der fehlende Schneefang.

 

Praxistest

 

Sowohl beim Freeriden als auch beim Tourengehen macht die Jacke eine durchwegs gute Figur. Die Passform ist angenehm und lässt einem in Kombination mit den Stretch-Eigenschaften des Materials viel Bewegungsfreiheit. In Sachen Verarbeitung, Wasserdichte und Atmungsaktivität gibt es nach bisher etwa 20 Einsatztagen nichts zu bemängeln.

  

Sehr gut gelungen ist, neben den geräumigen gut zugänglichen Taschen die Kapuze. Die Drahtverstärkung im Schirm erlaubt in Kombination mit den Tunnelzügen gute Einstellmöglichkeiten und die Mütze sitzt gut sowohl mit als auch ohne Helm. Jeder, der sich regelmäßig im Hochgebirge aufhält, wird es zu schätzen wissen wenn die Kapuze beim Skifahren jede Bewegung mitmacht ohne zu verrutschen.

  

Besonders gut gefällt mir die Jacke beim Tourengehen. Ich trage sie normalerweise nur zum abfahren, die meiste Zeit verbringt sie also im Rucksack, wo sich ihr geringes Packmaß sehr angenehm auswirkt. Gut ist auch der 2-Wege Reißverschluss, der es erlaubt den Klettergurt unter der Jacke zu tragen, wo er dem Hüftgurt des Rucksacks nicht in die Quere kommt.

 

Nicht vermisst habe ich bisher einen Schneefang. Ich ziehe die Jacke unten einfach zusammen und auch bei Purzelbäumen im tiefen Powder ist bisher kaum Schnee eingedrungen.

  

Negativ ist jedoch, dass die Einsätze aus Merino-Mesh unter Druck deutlich abfärben. Der Merino-Einsatz im unteren Rückenbereich, der unter dem Hüftgurt des Rucksacks liegt, hat seine Farbe bereits auf einigen Hosen hinterlassen.

 

Als zusätzliches Einsatzgebiet kann man die Jacke auch für sommerliche Hochtouren oder als Regenschutz fürs Trekking empfehlen.

 

Fazit

 

Gute, minimalistische Bergsportjacke für den ganzjährigen Gebrauch. Hochwertige Materialien und gute Verarbeitung sowie ein toller Schnitt und gute Details werden kaum Wünsche offen lassen, zumal die Jacke mit einer UVP von € 399.- im Vergleich zu ähnlichen hochwertigen Modellen anderer Hersteller vergleichsweise günstig ausfällt.

 

Weitere Bilder der Jacke in "Action"

 

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