Aktuelle Lawinen- und Wetterlage
Der schneearme Winter hat in der vergangenen Woche ein durchaus tragisches Pulverfass entstehen lassen: Auf der einen Seite ein vielerorts problematischer Schneedeckenaufbau, auf der anderen Seite WintersportlerInnen auf akutem Powder-Entzug.
Zahlreiche Lawinenunfälle forderten Menschenleben. Wir raten weiterhin zu einer defensiven Herangehensweise, denn das Altschneeproblem gilt es weiterhin zu beachten. Lawine.report berichtet und informiert in ihrem Blog.
Aktuell befindet sich Europa erneut in einer ausgeprägten Blocking-Lage. Atlantische Tiefs prallen an der Hochdruckbarriere sozusagen ab und werden großräumig nach Süden umgeleitet. In Südeuropa fallen bereits seit dem Wochenende Niederschläge. Regen in tieferen Lagen, Schnee in den Pyrenäen. Dort hat es seit dem ersten Stopp der Freeride World Tour Zentimeter für Zentimeter weitergeschneit, sodass die Region im Vergleich zur ERA5 - Klimatologie aktuell sogar überdurchschnittlich viel Schnee hat. Dafür durften sich die Alpen über ruhiges, trockenes und recht mildes Winterwetter freuen. In vielen Alpentälern haben sich dabei klassische Inversionen ausgebildet: oben frühlingshaft, unten eisig und wo es genug Feuchtigkeit gab, auch mit Hochnebel. Immerhin konnte sich dadurch die Lawinenlage etwas beruhigen.
Wetteraussichten
Bis morgen hält über Mitteleuropa der Hochdruck erst einmal stand, es bleibt größtenteils sonnig, kalt in den Tälern und mild in der Höhe. Die Großwetterlage entwickelt sich von blockierend auf NAO- (siehe ECMWF-Info). Das heißt in diesem Falle, es wandert das Hoch gen Norden und es umschließt ein Trog ganz Europa, wobei sich die Anströmung auf west-nord-westlich einstellt. Es wird vorhergesagt, dass sich auf dieser Rutsche ein Tiefdrucksystem explosiv entwickelt (Kerndruck < 960 hPa), welches sich zum Wochenende dann vor der Küste Frankreichs stationiert.