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WetterBlog 12 2025/26 | Ach, wie schön ist Kamtschatka

Stürmische Zeiten und viel Neuschnee in den Südwestalpen

21.01.2026
Sebastian Müller Michael Steger
Einzig die Lawinenlage ist noch spannender als das Wetter. Der trockene Frühwinter der österreichischen Alpen rächt sich. Eine ausgeprägte Schwachschicht hat gemeinsam mit Wind und Neuschnee eine Serie von Lawinenunfällen provoziert und einige Opfer gefordert. Schön schlimm trifft es auch Kamtschatka, wo riesige Schneeverwehungen Wohnhäuser und Menschen unter sich begraben. Dabei steht auch Europa eine stürmische Woche bevor. Quo vadis 2026?

Aktuelle Lawinen- und Wetterlage

Der schneearme Winter hat in der vergangenen Woche ein durchaus tragisches Pulverfass entstehen lassen: Auf der einen Seite ein vielerorts problematischer Schneedeckenaufbau, auf der anderen Seite WintersportlerInnen auf akutem Powder-Entzug.

Zahlreiche Lawinenunfälle forderten Menschenleben. Wir raten weiterhin zu einer defensiven Herangehensweise, denn das Altschneeproblem gilt es weiterhin zu beachten. Lawine.report berichtet und informiert in ihrem Blog.

Aktuell befindet sich Europa erneut in einer ausgeprägten Blocking-Lage. Atlantische Tiefs prallen an der Hochdruckbarriere sozusagen ab und werden großräumig nach Süden umgeleitet. In Südeuropa fallen bereits seit dem Wochenende Niederschläge. Regen in tieferen Lagen, Schnee in den Pyrenäen. Dort hat es seit dem ersten Stopp der Freeride World Tour Zentimeter für Zentimeter weitergeschneit, sodass die Region im Vergleich zur ERA5 - Klimatologie aktuell sogar überdurchschnittlich viel Schnee hat. Dafür durften sich die Alpen über ruhiges, trockenes und recht mildes Winterwetter freuen. In vielen Alpentälern haben sich dabei klassische Inversionen ausgebildet: oben frühlingshaft, unten eisig und wo es genug Feuchtigkeit gab, auch mit Hochnebel. Immerhin konnte sich dadurch die Lawinenlage etwas beruhigen.

Wetteraussichten

Bis morgen hält über Mitteleuropa der Hochdruck erst einmal stand, es bleibt größtenteils sonnig, kalt in den Tälern und mild in der Höhe. Die Großwetterlage entwickelt sich von blockierend auf NAO- (siehe ECMWF-Info). Das heißt in diesem Falle, es wandert das Hoch gen Norden und es umschließt ein Trog ganz Europa, wobei sich die Anströmung auf west-nord-westlich einstellt. Es wird vorhergesagt, dass sich auf dieser Rutsche ein Tiefdrucksystem explosiv entwickelt (Kerndruck < 960 hPa), welches sich zum Wochenende dann vor der Küste Frankreichs stationiert.

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Es ist bemerkenswert, welche extremen Niederschläge an den Rändern des Trogs zu erwarten sind, wobei es im Zentrum (über Deutschland) kaum signifikantes Wetter geben könnte. Heftige Niederschläge werden allüberall an den europäischen Küsten erwartet: von der Algarve bis zur kroatischen Adria, in den Pyrenäen, am Apennin und am Ätna. Ab Freitag wird der Schnee von Südwest her an die Alpen herangetragen. Dabei wird erneut das Piedmont und die Alpensüdseite bevorzugt. Es dürfte nun endlich aber auch die östliche Alpensüdseite Schnee erreichen und zum Sonntag könnten die Schneefälle auch Tirol und Bayern erreichen.

Freeride-Testival Hochfügen

Als Wetterpartner der Freeride-Testivals möchten wir auf den ersten Stopp in Hochfügen hinweisen und entsprechende Wetterkarten findet ihr hier: PG-ICON-D2 Neuschneemenge (2 Tage). Zentriert haben wir auf den Marchkopf, den Michael für den besten Skiberg der Gegend hält. Natürlich, wir brauchen nicht zu wiederholen, wie mager und schwierig sich die Schneedecke in den Nordalpen darstellt, aber wir sehen in der Glaskugel die Chancen auf Neuschnee, und man darf weiterhin bemerken, dass manche Bewohner der Alpensüdseite noch gar keine Skitour gegangen sind. 

Ach, wie schön ist Kamtschatka

Schließlich ist der Winter über Russland arg streng und in Kamtschatka türmen sich die Schneeverwehungen bis über 10-stöckige Wohnhäuser. Es sind absurde Bilder die uns aus Kamtschatka erreichen, seltsam schön und irgendwie auch apokalyptisch.

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