Schneebericht St. Moritz / Engadin, 08.05.2018
Biancograt - Verdammt lange Tour
Schneelage
Schneequalität
Gesamteindruck
Schneelage
Zur Tschiervahütte kommt man fast ohne Schneekontakt zu Fuß. Ein paar Lawinenkegel muss man auf dem Sommerweg queren, die Moräne ist schneefrei. Mountainbike sehr empfehlenswert, die ersten ca. 8,5km ab Pontresina wären gut fahrbar gewesen.. In der Abfahrt kommt man riders right neben der Moräne noch ein paar hundert Höhenmeter tiefer als die Tschiervahütte.Im den Kletterstellen im Fels leider zum Teil noch zu viel Schnee, im Bereich des Firngrates einige blanke Stellen. Dort wäre mehr Schnee wünschenswert gewesen.
Schneequalität
Bis relativ weit hoch Sommerschnee. Leider wohl keine ganz klare Nacht, deswegen tragfähiger Harschdeckel erst ab ca. 2800m. Ganz oben am Grat noch pulvriger Schnee. Ab der Scharte in der Abfahrt dann sehr nasser, bremsiger Schnee aufgrund des Graupelschauers.
Warnzeichen
Viele Hänge sind schon entladen. Meist kompakter Sommerschnee. Ohne Neuschnee relativ entspannt. Absturzgefahr ist die Hauptgefahr.
Gesamteindruck
Unglaublich lange Tour. Gesamtsstrecke Pontresina - Piz Bianco - Pontresina 42 Kilometer und 2200 Höhenmeter. Davon ca. 35 Kilometer zu Fuß gegangen. Bike unbedingt empfehlenswert für den Hüttenzustieg. Die ersten 8,5 Kilometer hätte man problemlos mit dem Bike fahren können. Ohne braucht man ca. 3,5 Stunden für den Hüttenzustieg.
Am zweiten Tag direkt den ersten Fehler gemacht und den Sommerweg genommen, der an brüchigen Moränen langgeht und von Lawinenkegeln gekreuzt wird. Viel schneller wäre es gewesen ca. 100 Höhenmeter abzusteigen zum Gletscher und dort mit Fellen zu gehen.
Die Kletterstellen im Fels beginnen dann ab der Fuorcla Prievlusa. Zu Beginn noch Haken und Ösen vorhanden. Auf der westlichen Seite des Grates liegt zum Teil noch viel Schnee. Sind deshalb nach einiger Zeit auf die Ostseite gewechselt. Dort wäre es empfehlenswerter gewesen kurz zu einem Schneeband abzusteigen und Richtung Firngrat zu queren. Wir sind im Fels auf der Ostseite geklettert, was doch sehr anspruchsvoll war.
Der Firngrat selber sieht schon beeindruckend aus. Durch die vielen Blankeisstellen allerdings mehr ein Fleckenteppich als ein durchgehend schönes weißes Band. In einem steilen Teil mit sprödem Blankeis mussten wir ein paar Seillängen sichern. Der Teil war auch in der Abfahrt nicht machbar. Weiter oben pulvriger Stapfschnee auf der westlichen Gratseite.
Abfahrtsmäßig durchaus gut. Schöner pulvriger Schnee auf der westlichen Gratseite. Dann kurzes Stück im Blankeis abklettern und dann bei wechselnden Verhältnissen weiter. Zum Teil nur wenig Schnee auf Eis. Aber noch im Rahmen, sodass die Kante gehalten hat.
Auf dem Rückweg dann noch in einen Graupel- und Gewitterschauer im Felsteil oberhalb von der Scharte gekommen. Ca. 15cm Neuschnee innerhalb von einer Stunde, gibt sicher angenehmeres. Mit ein bisschen Glück heil zur Hütte gekommen, ab der Scharte Abfahrt problemlos möglich.
Allgemein zieht sich die Tour schon extrem in die Länge. Das Sichern im Fels und Eis hat viel Zeit gekostet. Die Schwierigkeit und Länge der Tour sollte man nicht unterschätzen, vor allem wenn noch einigermaßen viel Schnee liegt. Physisch und psychisch war die Tour schon hart am Limit..
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