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Events

ContestGeschehen 3 2025/26 | FIS Freeride World Championship 2026

Bei der ersten Freeride-WM macht sich das Warten auf die Sonne mehr als bezahlt

04.02.2026
Martin Svejkovsky
Am 03. Februar 2026 wurde in Ordino Arcalís Freeride-Geschichte geschrieben. 65 Fahrer:innen aus 17 Nationen trafen sich erstmals zur FIS Freeride World Championship. Laut den Locals erlebt die Region derzeit den besten Winter seit über zehn Jahren, ein besseres Timing ist kaum vorstellbar. Zwar sorgte hartnäckiger Nebel zunächst für Verzögerungen, doch das geduldige Warten wurde belohnt. Mit aufklarendem Himmel öffnete sich das tief verschneite, verspielte und felsige Face „Basser Negre“ und war bereit für große Momente. Das legendäre Face genießt in der FWT-Szene Kultstatus. Hier wurden schon früher ikonische Runs in den Schnee gezeichnet und auch die erste Freeride-WM fügte der Geschichte ein paar neue Kapitel hinzu.

Snowboard Men

Bei den Snowboardern ging es direkt zur Sache. Liam Rivera legte eine kompromisslose Linie in die Falllinie, nahm volles Risiko und kombinierte ein Mandatory Cliff mit einem mächtigen Backflip. Saubere Landungen, ein Double Cliff und ein 360 an der Windlip zum Abschluss brachten ihm verdient den Sieg.

Victor De La Rue wählte eine ähnliche Line, eröffnete seinen Run mit einem großen 360, legte einen laid-out Backflip nach und zeigte ebenfalls einen 360 an der Windlip. Ein insgesamt extrem schneller, flüssiger und technischer Run brachten ihn auf Platz Zwei.

Michael Mawn startete auf der Looker’s-Left-Seite in extrem steilem Gelände mit bis zu 47 Grad Neigung. Sein Run war schnell, technisch fordernd und enthielt ein sehr großes Cliff, direkt gefolgt von einem massiven 360.

Aus deutscher Sicht erwischte Timm Schröder (GER) keinen optimalen Tag. Der 28-Jährige startete aggressiv in eine anspruchsvolle Rinne, stürzte jedoch bei seinem ersten Sprung. Zwar setzte er später noch einen stylischen Backside 360, musste sich aber mit 56,00 Punkten und Rang acht zufriedengeben.

  1. Liam Rivera (84,33)

  2. Victor De La Rue (82,00)

  3. Michael Mawn (69,00)

Snowboard Women

Bei den Frauen setzte Mia Jones ihre starke Form fort. Die 20-jährige Siegerin des FWT-Stopps in Baqueira Beret überzeugte mit einem hochtechnischen Start. Sie straightlinte souverän durch die mittlere Sektion und zeigte zwei perfekt kontrollierte Cliffs im unteren Drittel, ein Run mit viel Übersicht und Kontrolle.

Noémie Equy fuhr extrem schnell und flüssig durch die felsigen Passagen, setzte zwei große Drops im unteren Teil sauber in den Hang und punktete mit einer sehr klugen Linienwahl.

Die Spanierin Núria Castán Barón begeisterte das heimische Publikum. Aggressiv im oberen Teil, taktisch clever zwischen den Felsen und mit viel Speed auf die Windlip, wo sie einen weiten Sprung mit Grab setzte. Mit 79,00 Punkten landete sie verdient auf Rang drei und bewies einmal mehr, dass sie in den Pyrenäen zur Höchstform aufläuft.

  1. Mia Jones (84,00)

  2. Noémie Equy (81,33)

  3. Núria Castán Barón (79,00)

Ski Men

Bei den Skifahrern schien das inoffizielle Motto klar: „All in!“. Das führte zwar zu einigen „No Scores“, schmälerte die Show aber keineswegs. Symbolisch dafür stand der Amerikaner Kelly Hilleke, der nach Ski-Verlust im oberen Teil an der Windlip trotzdem noch einen Double Backflip zeigte, pure Freeride-Attitüde.

Ben Richards dominierte den Contest mit einem Run, der Geschwindigkeit, Style und Kontrolle perfekt vereinte. Seine Line durch das Close-Out Couloir wirkte spielerisch leicht, dazu ein großer 360 mit perfekter Landung, mehrere Cliffs im Mittelteil und ein spektakulärer Moment im untersten Bereich: Als einziger Fahrer des gesamten Feldes setzte er an dieser Stelle nach dem großen Air noch einen stylischen 360 obendrauf.

Ugo Troubat startete spektakulär mit einem riesigen Cliff direkt aus dem Start, zeigte mehrere 360s in extrem anspruchsvollem Gelände und beendete seinen kreativen Run mit einem massiven Backflip am letzten Cliff – trotz kleiner Landeschwierigkeiten zwischendurch ein Highlight.

Kai Jones, Cousin von Snowboard-Siegerin Mia Jones, komplettierte das Podium. Mit nur 19 Jahren der Jüngste im Feld, extrem schnell durchs Couloir mit Mandatory Cliff. Ein großer Backflip mit leichtem Backslap kostete zwar Punkte, dennoch reichte es mit hauchdünnem Vorsprung von 0,67 Punkten auf Rang drei.

Aus dem deutschsprachigen Raum lief es dagegen nicht wie erhofft. Valentin Rainer eröffnete zwar mit einem Backflip, stürzte aber nach einem Leftside 360 und blieb ohne Wertung. Max Hitzig verlor nach starkem Start einen Ski, ebenso wie Tiemo Rolshoven blieb er ohne Score.

  1. Ben Richards (91,67)

  2. Ugo Troubat (86,00)

  3. Kai Jones (76,67)

Ski Women

Der Wettbewerb der Skifahrerinnen musste aufgrund zunehmend schwieriger Sichtverhältnisse auf Beschluss des Wettkampfleiters abgebrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt hatten elf der 16 Teilnehmerinnen ihre Runs absolviert. Damit war die erforderliche Zweidrittel-Grenze erreicht, die bis dahin feststehenden Ergebnisse wurden als WM-Wertung anerkannt.

Zuzanna Witych sicherte sich mit einem klassischen Freeride-Run den Titel. Nach individuellem Start zeigte sie in steilem, exponiertem Gelände ihr ganzes Können, kombinierte drei große Cliffs mit sauberen Landungen und überzeugte mit kreativer Linienwahl und „First Tracks“. Justine Dufour-Lapointe punktete mit technischem Start, drei aufeinanderfolgenden Cliffs und ihrem Trademark-Move, einem sauber gelandeten Backflip an der Windlip im unteren Teil des Hangs. Molly Armanino setzte auf Speed und Flow. Ohne ganz große Drops, dafür extrem kontrolliert und klug gefahren, reichte es für Rang drei.

Ulla Gilot zeigte einen technisch anspruchsvollen Run mit mehreren Airs, stürzte jedoch nach einem schwierigen doppelten Cliffdrop und belegte mit 37 Punkten Rang fünf. Lena Kohler setzte drei saubere Airs und fuhr flüssig, stürzte jedoch nach dem höchsten Cliffdrop des gesamten Frauenfeldes und blieb damit ohne Wertung.

  1. Zuzanna Witych (80,33)

  2. Justine Dufour-Lapointe (76,33)

  3. Molly Armanino (74,00)

Fazit

Die erste FIS Freeride World Championship in Ordino Arcalís hielt, was sie versprach: großes Gelände, mutige Lines und Freeride auf absolutem Topniveau. Das Face „Basser Negre“ zeigte sich einmal mehr als würdige Bühne für die Freeride Geschichte.

Die WM-Premiere machte klar: Die Wettbewerb Disziplin Freeride ist endgültig auf der ganz großen Bühne des Skisports angekommen. Das Publikum würdigte die Show mit lautstarkem Jubel, kreativen Plakaten, verbreitete einen guten Vibe und machte den Tag damit perfekt. Wer sich den gesamten Contest, einzelnen Highlights oder die Aufnahmen der Helmkameras der Athlet:innen anschauen will, findet diese auf der Website der Freeride World Tour.

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