Testerin und Testbedingungen
Erinnern kann ich mich nicht mehr an den Tag, an dem das erste Mal meine Zehen weiß, kalt und starr waren, als ich sie abends aus dem Skischuh zog. Es fing auf irgendeinem Gletscher (vermutlich bei irgendeiner Ausbildung, wo man mehr steht als skifährt…) an und ist seitdem immer dabei. Das kalte Zehen Problem. Irgendwann ist der vordere Teil der Fußsohle nicht mehr zu spüren, es tut nicht weh, aber die Hälfte meiner Kraftübertragenden Sohle ist nicht mehr wirklich aktiv. Ich merke, dass die Schwünge gröber werden und der Spaßfaktor sinkt. Zum Beispeil Anfang dieser Saison in Saas Fee bei -20°C und Windchill. Skifahrlaune ist riesig, Füße wollen nicht mit machen. Ärgerlich.
Da entdecke ich die Heat Socks und war sofort neugierig, diese zu testen. Einsatzgebiet Freeride und Freetour, wobei ich auf Tour selten ausdauernd kalte Füße habe.
Einzig im Test gefahrener Skischuh ist ein Lange XT Freetour Stiefel mit SIDAS Winter Sohle und Intuition Liner.
Testbericht
Zu Beginn der Testperiode ist es leider erschreckend warm (Silvester, Regen) und die Heizfunktion der Socken bleibt ausgeschaltet. Tragen lassen sie sich trotzdem gut. Die kleinen Akkus sind so leicht, dass man sie nicht beim Skifahren spürt, sie drücken nicht und stören nicht unter der Skihose.
Schaltet man sie manuell an, hat man 3 Stufen des Heizens. Eingestellt werden sie über einen Knopf am Akku, der sich auch nach kurzem Tasten durch die Skihose hindurch bedienen lässt. Die "Standardvariante" über den manuellen Knopfdruck erweist sich als praktisch, wenn es so kalt ist, dass man die Socken wirklich braucht und auch der Handyakku (zur Nutzung der App) den Geist aufgibt, sobald man das Handy aus der Tasche holt.
Die Steuerung über die App ist ohne Suchen des Knopfs am Unterschenkel kontaktlos möglich. Nachdem man einmal die Akkus via Bluetooth mit der "Lenz Heat App" (in sämtlichen gängigen Appstores erhältlich) verbunden hat, kann man sie zu Beginn des Tages per Knopfdruck anmachen und danach sehr bequem über die App steuern. Hier gibt’s die Möglichkeit, 9 verschiedene Heizstufen einzustellen. Zusätzlich lässt sich zwischen rechts und links unterscheiden. Hast du beispielsweise einen größeren Kälteschaden am rechten Großzeh, kannst du die rechte Socke mehr anheizen als die linke. Auch Intervallheizen ist über die Appfunktion einstellbar. Programme von 20 Minuten Heizen und 20 Minuten Pause sind maximal möglich, es gibt auch wechselwarmenSchnellintervalle von einer Minute. Mein Test ergibt: spart Strom, aber nicht so viel, dass es sich wirklich lohnt. Auch kann man hier das Leuchten der LEDs an den Li-Ionen Akkus ausstellen. Das mag für uns als Freerider recht egal sein, wer jedoch die Socken auch zum Jagen nutzen will (?!), kann hiermit sichergehen, kein Wild zu verjagen.
Um die Socken ganz auszuschalten, suche ich lange einen Knopf oder eine Anleitung. Manuell lassen sie sich nicht in den OFF-Modus stellen. Blinkt das LED auf Stufe II sind sie auf Standby. Sind die Akkus nicht mehr via Druckknöpfe mit den Socken verbunden, stellen sich diese nach 12 Stunden automatisch in den OFF-Modus.