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SpotCheck | Andermatt

FrauenPow(d)er Freeride-Wochenende | Varianten rund um den Gemsstock

von Christiane Eggert 21.02.2020
Wir drei Damen kennen uns nicht vom Grill, sondern aus Davos. Wir leben nämlich seit vielen Jahren dort. Warum wir ausgerechnet nach Andermatt müssen, obwohl wir die Davoser Berge vor der Tür haben, ist einfach erklärt: erstens haben wir mal Lust auf etwas Neues und zweitens nimmt man sich zuhause selten Zeit, 4 Tage am Stück wirklich Ski zu fahren. Vor allem seit zwei von uns Kinder haben.

Wir sind tourenmässig ganz gut eingespielt, unsere Snowboarderin Anne nennen wir trotzdem liebevoll "unsere Randgruppe". Traversieren und Ziehwege werden in den nächsten Tagen ihre Herausforderung sein. Dafür hinken die beiden Muttis etwas mit der Kondition hinten dran und freuen sich über jede Verschnaufpause.

Wir sind gespannt, was auf uns zukommt und buchen uns einen Guide über Jochen von der snowacademy. Es ist kein Camp von der Stange, sondern nur ein Camp für uns. Ganz bewusst ohne Männer, da die Herren der Schöpfung beim Skifahren uns doch ab und zu etwas zu stressig sind. Nicht, dass wir nicht ehrgeizig wären oder nichts erleben wollen. Aber bei uns muss es Spass machen und das macht es nicht, wenn wir in einem Affenzahn den Berg hoch rennen, unbedingt noch den Gipfel erklimmen müssen und dann durch die schmalste Rinne herabrutschen müssen.

Also buchen wir ein Frauencamp nur für uns drei. Unsere einzige Bedingung Guide Stefan: Abfahrtsorientiert und Aufstiege im dreistelligen Bereich, den Rest lassen wir auf uns zukommen.

Wir reisen am Freitag an und checken zunächst im Chalet Hotel Krone in Göschenen ein. Gastgeber Kai und seine Frau Alex empfangen uns so herzlich, dass man meinen könnte wir kennen uns schon ewig. Das Hotel ist einfach, aber sehr liebevoll eingerichtet. Die Zimmer sind gemütlich und bieten alles, was man nach einem anstrengenden Tag auf Ski braucht. Kai überreicht uns die Liftkarte für die nächsten 4 Tage und gibt uns gleich noch Tipps für den ersten Tag. Er kennt sich bestens aus und ist oft selbst als Guide mit Gästen unterwegs.

Direkt gegenüber der Unterkunft liegt der Bahnhof. Von hier aus fährt zweimal stündlich der Skizug in nur 10 Minuten nach Andermatt. Dort angekommen fühlen wir uns wie an einem Flughafen: Rolltreppen und Förderbänder bringen und zur Gondel des Nätschen Skigebiets. Den ersten Tag verbringen wir ohne Guide auf der Piste. Wir wollen uns einen Überblick verschaffen und uns schon mal warm fahren.

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Die beiden Skigebiete Andermatt und Sedrun sind seit letztem Winter verbunden. Die Hütten, Gondeln und Lifte sind modern und durchgestylt. Wir machen die "Skischaukel". Fahren einmal bis rüber nach Disentis und freuen uns über leere und griffige Pisten. Ein perfekter Einstieg. Von Disentis aus nehmen wir den Zug nach Andermatt. Sogar ein Aprés-Ski Abteil gibt es. Allerdings nur bis 15.30 Uhr. So viel zum Thema Aprés-Ski in der Schweiz!

Die Gastgeber empfangen uns mit Käsefondue und guter Laune. Das Restaurant ist gut von weiteren Freeride- und Touren-Gruppen besucht. Kai und Alex haben sich nämlich auf Camps und Gruppen spezialisiert. Unser Guide Stefan ist mittlerweile auch zu uns gestoßen. Ein netter Schwede, der sich an diesem Abend für unsere bisherigen Erfahrungen im Schnee interessiert. Auf unsere Frage, was uns am nächsten Tag erwarten würde, antwortet er nur: wir fahren uns erstmal ein und schauen dann weiter.

Gesagt, getan. Wir treffen uns am nächsten Tag um 7.30 Uhr zu reichhaltigen Frühstück und nehmen den Skizug nach Andermatt.

Es geht auf den Gemsstock. Im Vergleich zum Vortag stehen wir in einer völlig anderen Welt vor einer alten Bahn, die ursprünglich fürs Schweizer Militär gebaut wurde. Ein breiter Ski reiht sich an den Nächsten. Schnell wird klar: hier sind Freerider großteils unter sich. Unten an der Bahn schauen wir uns das aktuelle Lawinenbulletin an. Es ist Lawinenstufe 2, Hauptproblem Triebschnee. Es hat seit 4 Wochen kaum Niederschlag gegeben dafür Sonne satt.

Der Vorteil der kleinen, alten Gondel liegt auf der Hand: kleines Fassungsvermögen bedeutet auch, dass weniger Personen gleichzeitig oben ankommen. Die Personen aus der Gondel haben sich innerhalb von wenigen Minuten in alle Himmelsrichtungen verteilt und wir sind quasi alleine. Es ist Samstag und eigentlich erwarten wir einen grossen Andrang, doch dieser bleibt aufgrund bescheidener Schneeverhältnisse wohl aus. Uns soll es recht sein.

Oben angekommen, fühlen wir uns kurz wie in der Schule, denn Stefan möchte erstmal sehen, wie wir so fahren. Nach 100 m Piste biegt Stefan dann schon in den ersten buckligen und harten Offpiste-Hang.

Wir queren Richtung Felsental - einer der Klassiker am Gemsstock. Dank super Wetter und glasklarer Sicht bietet sich ein wunderschönes Panorama und eindrückliche Natur, leider bietet sich auch eine krustige, verfahrene Schneemasse unter unseren Füssen.

Das Felsental bietet unzählige Varianten, kleine Rinnen und Mulden. Stefan kennt jeden Stein und manövriert uns so elegant es geht durch das Tal. Unterwegs schauen wir uns immer wieder das Gelände an, besprechen, wo man halten darf und wo nicht. Wir enden nach 1500 Tiefenmeter Abfahrt wieder unten an der Talstation und machen uns startklar für den zweiten Run. Die Gondelfahrt nutzen wir für das "Observieren" des Geländes. Stefan zeigt uns, wie man Linien sucht und wie man sie oben dann auch wiederfindet. Es geht in Richtung eines weiteren Klassikers: Zur Giraffe. Nach einer kurzen Traverse, die unsere Snowboarderin einige Kraft kostet, stehen wir oben an der "kleinen" Giraffe. Eine steile Rinne. Wir schauen uns an und fragen uns, ob wir gerade so gut gefahren sind, dass er uns das zutraut. Naja - hilft ja nichts. Stefan tänzelt wie eine Elfe die Rinne runter zum "Safety-point“. Dann fahren bzw. rutschen wir eine nach der anderen die harte und bucklige Rinne runter. "Alter Schwede" - und dafür zahlen wir auch noch Geld?

Aber irgendwie macht es doch Spass und die paar Schwünge, die wir machen, werden mit Respekt gezollt. Das gibt dem Selbstbewusstsein den nötigen Kick. Der Schnee ist nordseitig teils besser als erwartet und der Triebschnee beschert uns den ein oder anderen Powder-Turn.

Wir queren die "Schweden-Traverse" Richtung Gadäbar zum Mittagessen. Die folgenden Rösti mit Speck und Ei haben wir nun mehr als nötig.

Das Essen wird inhaliert und wir sammeln nochmals Kräfte für die letzten 2 Abfahrten am Nachmittag. Diese machen wir teils auf der Piste, teils direkt daneben. Stefan merkt sofort, dass unsere Kräfte nicht so richtig wiederkommen und passt das Programm an.

Wir steuern zum wohlverdienten Aperol Spritz die Alte Apotheke in Andermatt Downtown an. Mit dem Zug geht es zurück und wir gönnen uns einen Saunagang im Hotel bevor es zum Raclette geht.

Die Vorbesprechung für den folgenden Tag verläuft ähnlich wie am Vortag, Stefan lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht in die Karten schauen. Es heisst nur: Wieder auf den Gemsstock und vielleicht ein bisschen Stapfen. Wir vertrauen unserem Guide und fallen müde ins Bett.

Wir starten am nächsten Tag wieder am Gipfel und fahren Richtung Hospental die Variante Guspis. Ebenfalls auf jeder To-Do-Liste in der Andermatt! Wir müssen ein paar Minuten aufsteigen, nehmen die Ski auf den Rücken und "rollen" dann ein wunderschönes Tal Richtung Gotthardstrasse runter. Auch hier ist der Schnee überraschend gut. Stefan feilt unterwegs unermüdlich an unserer Technik und gibt Kommandos wie "Aussenski" "Taloffen" oder "mehr Rhythmus". Stefan lebt das Skifahren und fährt nicht nur selbst überragend, sondern hat auch noch die ganze Zeit gute Laune.

Die zweite Abfahrt des Tages führt vom Gipfel in Richtung Geissberg. Eine steile, krustige und am Schluss buschige, aber trotzdem spektakuläre Variante, die sich unbedingt lohnt. Stefan animiert uns zum Springen über die unzähligen kleinen "Mushrooms". Wir nehmen unseren Mut zusammen und überraschen uns selbst mit etwas "Airtime". In Andermatt kehren wir in den SPYCHER-Bar ein. Eine etwas hippere und jüngere Bar - ein echter Szene-Treff mit guter Pizza.

Am letzten Tag möchte Stefan und das sonnenverwöhnte, für Firnvarianten bekannte Gebiet Nätschen zeigen.

Wir fahren zunächst vom Hühnerstock Richtung Oberalp, dann noch eine Variante Richtung Tschamutt und schließlich mit der Bahn zurück zur Oberalp. Der Schnee ist bescheiden und wird nach unten hin sehr knapp. Das Highlight gab es an den Südhängen: Firn!

Nach dem Abschied von Kai und Stefan und machen wir uns wieder auf dem Heimweg. Im Radio hören wir, dass es die nächsten Tage 50 cm Neuschnee angesagt ist. Naja, diesen werden wir dann wohl in Davos geniessen!

Fazit

Wir lassen die Tage nochmals Revue passieren und fragen uns, ob wir nun Glück oder Pech mit den Bedingungen hatten. Schnell sind wir uns einig: besser hätte es nicht sein können.

Denn die schwierigen Bedingungen haben uns aus der Komfortzone geholt, bucklige und krustige Abfahren haben uns auf die Ski gestellt. Die günstige Lawinensituation erlaubte uns, viele Varianten zu fahren, die unter anderen Bedingungen nicht möglich wären.

Auch, dass wir ein individuelles Camp bzw. einen Guide gebucht haben, bereuen wir keine Minute, obwohl es nicht ganz günstig war. Wir sind so viel Skigefahren wie lange nicht mehr.

Stefan hat uns alle drei immer wieder gefordert. Er kannte sich perfekt im Gebiet aus und hat jeden Tag individuell an Bedingungen und unsere Möglichkeiten angepasst. Er hat uns gezeigt, wie man einen Blick in den Hang wirft, seine eigene Linie sucht, findet und natürlich auch fährt, wann Bigturns und wann Kurzschwünge angesagt sind, wie Schneebeschaffenheit zu lesen ist und nicht zuletzt hat Stefan so viel Freude und Leidenschaft fürs Skifahren versprüht, dass wir befürchten, dass er uns angesteckt hat!

Zu Andermatt können wir nur sagen: Es lohnt sich unbedingt. Das Gebiet um den Gemsstock bietet unendliche Möglichkeiten zum Freeriden und Touren. Mit jemand unterwegs zu sein, der sich auskennt, ist sicher von Vorteil. Manchmal reichen ein paar Minuten Aufstieg oder eine Traverse, um völlig alleine zu sein.

Auf der nächsten Seite gibts kurze Interviews mit Guide Stefan, unseren Gastgebern und Jochen von der snowacademy -->

Fragen an…

…unseren Guide Stefan

Du lebst im Schwarzwald. Bist du hauptberuflich Guide, oder machst du im richtigen Leben etwas anderes?

Das werde ich oft gefragt. Das, was ich mit euch mache, ist mein richtiges Leben! Ich bin in Schweden in einem Skiort aufgewachsen und habe mein ganzes Leben nur mit Skifahren verbracht. Wenn ich nicht Skirennen gefahren bin, war ich auf der ganzen Welt als patentierter Skilehrer unterwegs. Als meine Söhne zur Welt kamen, war ich Hausmann und Vater und habe ausserdem dafür gesorgt, dass mein Nachwuchs ordentlich Ski fährt.

Im Winter bin ich als Guide und Skilehrer (u.a. beim DLSV) viel unterwegs. Im Sommer kümmere ich mich um das Haus oder helfe auf dem Golfplatz aus.

Was schätzt du als Guide bei der snowacademy?

Das Konzept der snowacademy ist, die Freunde am Skifahren bzw. Freeriden zu vermitteln. Laufen bzw. Touren kannst du auch zuhause. Wir legen unseren Schwerpunkt aufs Skifahren. Neben Technik sind Safety-Themen, Hangbeurteilung sowie Spass im Vordergrund. Wir haben Camps von der Stange genauso wie individuelle Angebote. Und immer in kleinen Gruppen. Das schätze ich sehr.

Was ist deine Stärke auf dem Ski?

Ich komme aus dem Rennsport. In meiner Skilehrerzeit in den Rockys, Neuseeland und den französischen Alpen bin ich dann viel Freeriden gegangen. Durch das Wettkampffahren und Unterrichten habe ich meine Stärken sicher in der Vermittlung einer guten Technik. Aber auch die Freude und Vielseitigkeit abseits der Piste kann ich, glaube ich, ganz gut vermitteln.

Gab es schon brenzlige Situationen mit Gästen?

Glücklicherweise bin ich bisher weder privat noch mit Gästen in eine Lawinensituation gekommen. Unfallmässig gab bisher nur zwei Kreuzbandrisse.

Du hast diesmal eine reine Frauengruppe. Was meinst du erwartet dich bzw. was ist der Unterschied zu einer Männergruppe?

Ich mach da keinen Unterschied. Ich schaue mir immer zuerst an, wie die Gäste fahren und entscheide dann, was wir machen können. Ich hatte schon sehr fitte Frauen und sehr gemütliche Männer und umgekehrt.

Das subjektive Leistungsniveau ist bekanntlich sehr unterschiedlich. Wie gehst du mit Über- oder Unterschätzung der Teilnehmer/innen um?

Auch hier mache ich mir immer mein eigenes Bild. Den ersten Tag fahren wir uns ein und ich sehe dann ganz schnell, wo der Gast steht. Unterschiedliches Leistungsniveau ist kein Problem. Oft ist ein Hang sehr vielseitig und ich schicke den etwas stärkeren Gast einfach steilere oder technischere Abschnitte runter.

Die Gotthard Oberalp Arena: was ist darüber zu sagen? Was sollte man unbedingt gemacht haben?

Der Gemsstock ist der Place to be als Freerider. Es gibt unzähligen Freeridevarianten. Eine spektakuläre Rinne toppt die Nächste. Wir haben uns an die kleine Giraffe, den oberen und unteren Geissberg, Guspis und das Felsental gewagt. Die Liste ist aber noch lang! Mit dem Vorgipfelcoloir oder der Rinne vom Hans im Glück haben wir noch eine Rechnung offen!

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…an snowacademy-Chef Jochen:

Was machen deine Camps bzw. die snowacademy aussergewöhnlich?

Freeriden und Freetouring sind recht neue Trendsportarten und wir wollen diese natürlich stark voranbringen. Deswegen bieten wir nicht nur ein herkömmliches Guiding, sondern sind auch in der Lage, den skitechnischen Aspekt mit in unsere Camps zu bringen. Kurz gesagt, alle unsere Guides sind oder waren aktiv als Profi-Skifahrer tief in der Szene verwurzelt und wir bringen unsere Gäste nicht nur sicher hoch und runter, sondern können auf sehr hohem Niveau auch an jeder individuellen Skitechnik feilen und somit jeden einzelnen in seiner persönlichen Entwicklung nach vorne bringen. Dies führt letztendlich zu mehr Spass und Freude beim wohl schönsten Sport der Welt!

Ich denke, dass dieses Konzept noch nicht wirklich weit verbreitet ist und es genau das außergewöhnliche Flair der snowacademy ausmacht. Wichtig ist dabei auch, dass es egal ist, ob Freeride- Einsteiger oder Experte - jeder kommt genau auf seine Kosten!

Wer sind deine Gäste?

Das Freeriden nur ein Sport für die junge und wilde Generation ist, ist ein absolutes Märchen, denn auch mit ein paar Jahren mehr im Gepäck lässt es sich hervorragend im Gelände Skifahren. Die Gäste sind meist ca. zwischen 35-65 Jahre alt und die Erfahrung zeigt, dass viele mit den Jahren sogar besser werden anstatt abzubauen und letztendlich auf ein sehr gutes Niveau kommen.

Dass wir nicht viele ganz junge Teilnehmer haben, liegt wahrscheinlich daran, dass geführtes Freeriden nicht zu den billigsten Hobbys gehört, die man sich aussuchen kann.

Aber für alle, denen unsere Angebote zu teuer sind, haben wir ja mit der Black Diamond SnowSafety Tour ein unschlagbar günstiges und fast kostenloses Angebot im Programm!

Lässt sich davon leben? Was machst du ausserdem?

Um ehrlich zu sein, lässt es sich ganz gut davon leben. Allerdings verlangt dies schon eine große Portion Organisation im Hintergrund. Über den ganzen Sommer werden alle Camps und Events akribisch geplant - ich muss zugeben, dass ich eine pedantische Ader besitze -, damit in der Hochsaison alles perfekt läuft. Ansonsten würde ich mit dem permanenten eigenen Guiden nicht mehr hinterherkommen.

Also um alle Spekulationen zu entkräften, die glauben, dass ich im Winter nur Skiurlaub mache und im Sommer nichts: leider wird der organisatorische Büro-Anteil bei meinem Job immer größer und lässt sich wohl (wie bei jedem anderen Unternehmen auch) nicht vermeiden.

Weiter arbeite ich aber seit Jahren schon als Berater für die Ski- & Outdoorindustrie. ich komme ja aus dem professionellen Wettkampffahren, auch wenn das schon Jahre her ist, und bin immer mehr bei meinen Sponsoren hinter die Kulissen gerutscht. Beide Aufgaben gehen dabei sehr gut Hand in Hand und unsere Gäste können sich somit immer über den allerneuesten Input aus Szene und Entwicklung freuen. Außerdem macht es enorm Spass, der Freeride Szene nicht nur zu folgen, sondern mit seiner ganzen Erfahrung und Knowhow auch an ihrer Weiterentwicklung mitarbeiten zu können.

Du hast einen Traumberuf, aber mal ehrlich: kommst du auch noch für dich zum Skifahren?

gute Frage, nächste Frage! Das eigene, freie Skifahren leidet schon etwas darunter. Natürlich muss ich selbst auch recht viel auf dem Ski trainieren und noch verbringen wir für unsere Sponsoren und Kooperationspartner recht viel Zeit beim Fotografieren und Filmen, aber so richtig ohne Aufgabe im Hinterkopf komme ich selbst fast gar nicht mehr zum Fahren.

Dafür, dass ich aber den größten Teil des Winters das machen darf, was ich am meisten liebe, nehme ich das gerne in Kauf.

Was ist dein Lieblings-Destination?

Schöne Destinationen gibt es wie Sand am Meer, aber am aller wohlsten fühle ich mich tatsächlich im schweizerischen Val d´Anniviers bzw. in St. Luc / Chandolin. Dies war vor Jahren auch der Geburtsort der snowacademy und in gewisser Weise auch meine skifahrerische Heimat.

Letzte aber wichtige Frage: wieso hast du nur männliche Guides?

Ich hätte sehr gerne mehr weibliche Guides. Das würde der snowacademy und unserem Guide Team mehr als guttun. Leider habe ich bisher nur noch niemand gefunden… Also, an alle Mädels da draußen: wer aus der Freeride-Szene kommt, eine staatliche Skiführerausbildung hat und gerne mit sehr netten und interessanten Menschen im Schnee arbeiten möchte, jederzeit gern bei mir melden!

…an Gastgeber Kai:

Ihr seid weit weg vom Trubel. Wie kam es dazu, das Hotel zu übernehmen?

Wir kommen beide aus Kiel und haben das Haus vor 11 Jahren bei einer Biketour im Sommer entdeckt und uns sofort verliebt. Das Göschenen nicht gerade ein Place to be ist, war uns klar. Die super Zug-Anbindung nach Andermatt macht Göschenen aber zu einem idealen Ausgangspunkt. In den Wintermonaten haben wir fast ausschliesslich Gruppen und Camps aus Deutschland und der Schweiz. Freerider und Tourengeher sind per se ja schon mal ein angenehmer Menschenschlag, also haben wir immer tolle und interessante Gäste. Im Sommer haben wir viele Gäste, die über den Gotthardpass fahren.

Ist die Lage für euch schwierig im Konkurrenzkampf? Was zeichnet euch aus und was dürfen Gäste bei euch erwarten?

Wir haben in Göschenen nicht wirklich Konkurrenz. In Andermatt sieht das natürlich anders aus. Ich denke Alex und ich zeichnen das Haus aus. Wir versuchen soweit möglich bei den Gästen zu sein und nehmen uns jeden Abend Zeit für ein Schwätzchen. Die Gäste erwartet ein gemütliches Hotel, gutes Essen und jede Menge Tipps zum Freeriden. Wir selbst lieben und leben die Berge in und um Andermatt.

Habt ihr auch noch selbst Zeit um in den Bergen unterwegs zu sein?

Ich komme pro Ski- Saison auf über 120 Skitage. Ich glaube, das sagt alles. Im Sommer bin ich auf dem Bike unterwegs. Die Work-Life-Balance haben wir glaube ich ganz gut im Griff!

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