Sebastian: Lieber Enrico, lieber Mose, du warst für mich ein Mythos, deshalb freue ich mich sehr, mehr über dich herauszufinden und dich in unserer Community vorzustellen. Fangen wir ganz einfach an: Aus welcher Stadt auf welchem Planeten kommst du? Wie bist du zum Skifahren gekommen, hattest du Vorbilder und wie würdest du deine Entwicklung als Skifahrer beschreiben?
Enrico Mosetti "Mose": Ich bin in Gorizia geboren, direkt an der Grenze zwischen Italien und Slowenien, war also schon immer ein bisschen gypsy. Ich bin 2013 nach Sella Nevea gezogen und habe zuerst in meinem Van gewohnt, dann in verschiedenen kleinen Wohnungen. Als ich schließlich älter wurde, kaufte ich mir im vergangenen Jahr eine eigene Wohnung in Riofreddo (Cold Creek), einem kleinen ‚Geisterdorf‘ zwischen Tarvisio und Sella Nevea.
Durch meine Mutter kam ich schon im Alter von zweieinhalb Jahren zum Skifahren. Mit 14 Jahren entdeckte ich das Skitourengehen, später folgten das Freeriden und mit 17 die ersten steileren Abfahrten. Ich würde sagen, es war eine ganz natürliche Entwicklung, Schritt für Schritt.
Vorbilder... nun, ich bin damit aufgewachsen, Bode Miller bei seinen Rennen zuzuschauen, Freeide-Filme mit Seth Morrison zu sehen, aber für Freeride und steile Abfahrten war Marco Siffredi die größte Inspiration.
S: Was bedeutet für dich ein erfüllter Tag auf den Skiern? Wie würdest du deinen Ehrgeiz beschreiben? Würdest du sagen, dass du eher prozess- und erlebnisorientiert oder eher zielorientiert vorgehst? (Ich würde auf Ersteres tippen.)
E: Als ich jünger war, war ich definitiv zielorientierter als heute. Wenn ich ein konkretes Projekt habe, lege ich immer noch einen starken Fokus darauf, aber im Allgemeinen geht es mir inzwischen mehr um das Erlebnis selbst – darum, in den Bergen zu sein. Es spielt keine Rolle, ob es das Skifahren zwischen den Bäumen oder die Abfahrt in einem steilen Couloir ist.
S: Du bist Teil des “Black Crows” Teams. Was kannst du uns über diese Zusammenarbeit erzählen? Die Black Crows scheinen die Julischen Alpen zu mögen und veranstalten regelmäßig ein Skitest-Wochenende auf der Rifugio Gilberti, so auch dieses Jahr. Was können wir dort erwarten?
E: Meine Zusammenarbeit mit Black Crows hat 2014 begonnen, aber das erste Paar Black Crows-Ski habe ich bereits 2010 gekauft, und in den folgenden Jahren noch ein paar weitere. Dann, nach dem magischen Winter 2014, kontaktierten sie mich und begannen, mich mit Ausrüstung zu auszustatten. Seit 2016 organisieren wir zusammen mit dem lokalen Geschäft „El Condor Sport“ einen Skitest für Black Crows am Rifugio Gilberti, einen 3-tägiges Testevent Ende März.