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Split/Snowboard

Splittie of the Week | Steigeisen für Softboots

„Must Have“ für SnowboardalpinistInnen

18.02.2025 von Malte Schulz
Für SnowboarderInnen, die in steilerem Gelände, bei härteren Bedingungen oder Blankeis unterwegs sind, führt kein Weg an der Benutzung von Steigeisen vorbei. Aufgrund der Beschaffenheit von Softboots (breite Passform & relativ weiche Sohle) gibt es allerdings ein paar Besonderheiten zu beachten.

Steigeisentypen für Softboots

Nachdem in diesem Artikel bereits die verschiedenen Softboots zum Splitboarden vorgestellt wurden, bringen wir euch im Folgenden die passenden Steigeisentypen näher und geben einen Einblick, welches Steigeisen sich für welchen Einsatzzweck am besten eignet.

Körbchensteigeisen (Riemenbindung)

Dieser Steigeisentyp besitzt vorne und hinten Körbchen, weshalb er mit nahezu allen Softboots kompatibel ist. Da Softboots breiter sind als normale Berg- und Skischuhe, empfiehlt es sich auf eine etwas breitere Version zurückzugreifen, damit der Schuh vorne gut in das Steigeisen passt. Auch sollte die Sohle des Softboots nicht zu weich sein, da sich die Steigeisen bei Belastung der vorderen Zacken sonst zu stark durchbiegen und man Gefahr läuft, die Steigeisen zu verlieren. Eine gute Anpassung an den Snowboardschuh ist essenziell!

Dieser Steigeisentyp eignet sich gut für steilere Schneeflanken und bietet auch im Frühjahr eine gute Sicherheitsreserve, wenn das Gelände zu steil und hart für einen Aufstieg mit Harscheisen wird. Für richtig steiles Gelände in sehr hartem Schnee und im Eis bieten Körbchensteigeisen nur bedingt ausreichend Stabilität, weshalb für diesen Anwendungsbereich besser halbautomatische Steigeisen zum Einsatz kommen sollten.

Empfehlung für Körbchensteigeisen: Grivel G10 Wide

Halbautomatische Steigeisen

Dieser Steigeisentyp besitzt Körbchen vorne und einen Kipphebel an der Ferse. Deshalb kann dieser Typ auch nur mit steigeisentauglichen Softboots verwendet werden, die über eine stabile Sohle und eine Kipphebelaufnahme (kleine Kante) an der Ferse verfügen. Im Vergleich zu den Körbchensteigeisen bietet der Kipphebel hinten noch ein zusätzliches Maß an Stabilität. Wichtig ist das Anprobieren der Steigeisen mit dem Boot im Geschäft. Nicht jedes Steigeisen ist aufgrund der Breite der Softboots geeignet.

Je nach Einsatzzweck sollte man bei der Wahl der Steigeisen auch auf die Ausrichtung der Zacken zu achten. Für Firn und Schnee ist ein normales Hochtourensteigeisen mit horizontalen Frontzacken vollkommen ausreichend. Wer mit den Steigeisen auch ins Eis oder Mixed-Gelände gehen möchte, für den sind Steigeisen mit vertikalen Frontzacken besser geeignet. Bei diesem Typ sind die Spitzen der Frontzacken meist „aggressiver“ und spitzer, sowie die Ausrichtung der Zacken auf steiles Gelände angepasst. Reine Eisklettersteigeisen (wie z. B. die Petzl Lynx) lassen sich mit etwas Wohlwollen auch auf Softboots anpassen, sitzen aber aufgrund des stärker gekrümmten Mittelstegs meist nicht ganz optimal.

Empfehlung für halbautomatische Steigeisen im Schnee: Petzl Vasak

Empfehlung für anspruchsvollere Bedingungen, Eis, etc.: Petzl Sarken

Vollautomatische Steigeisen

Dieser Steigeisentyp besitzt vorne einen Bügel und hinten einen Kipphebel. Allerdings sind diese Steigeisen nicht mit Softboots kompatibel, weshalb wir diesen Typ nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

Das richtige Anpassen der Steigeisen

Ein sauberes Anpassen der Steigeisen ist essenziell für deren Verwendung und die eigene Sicherheit. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Schuh aus dem Steigeisen herrausrutscht (vor allem bei seitlicher Belastung!), was schnell unangenehm bis sehr gefährlich werden kann. Für einen guten Sitz muss zuerst der Mittelsteg des Steigeisens auf die passende Länge eingestellt werden. Das vordere Körbchen umfasst die Zehenkappe des Schuhs so weit wie möglich und an der Ferse wird das Körbchen oder der Kipphebel (je nach Steigeisentyp) so eingestellt, dass der Schuh so fest wie möglich fixiert ist. Beim Kipphebel gibt es bei passender Einstellung ein sauberes “Klick”-Geräusch als direktes Feedback. Unbedingt die Steigeisen vor der Tour zu Hause im Warmen anpassen und die Schuhe dabei nicht an den Füßen haben. Das macht die ganze Sache deutlich angenehmer!

Das Verstauen der Steigeisen

Die Zacken der Steigeisen können je nach Typ (und Schleifmotivation) mittel bis sehr scharf sein. Damit sensible Gegenstände im Rucksack (wie z.B. Getränkedosen oder Daunenjacke) nicht darunter leiden, empfiehlt sich die Aufbewahrung im Rucksack in einer schnittfesten Steigeisentasche. Die Steigeisen gegengleich mit den Zacken aufeinander legen und mit der Tasche im Rucksack verstauen. Falls die Steigeisen schnell griffbereit sein sollen, empfiehlt sich auch eine Aufbewahrung außen am Rucksack (z.B. in der Seitentasche).

Bis zu welchem Gelände eignen sich Softboots mit Steigeisen?

Sauber angepasste Steigeisen, die über etwas aggressivere Frontzacken verfügen, eignen sich tatsächlich auch noch fürs Eisklettern. Allerdings lässt sich der Unterschied zu einem Bergschuh mit komplett steifer Sohle vor allem in steilerem Eis spüren, da selbst die steigeisentauglichen Softboots nicht an deren Steifigkeit herankommen. Bis etwa WI 2-3 lässt sich auch noch in Softboots klettern. Für Eiskletterzustiege mit dem Splitboard muss also nicht zwingend noch ein zusätzliches Paar Bergschuhe mitgeschleppt werden. Auf das unangenehme Schuhwechseln im Schnee kann so ebenfalls verzichtet werden :-)

Fazit

Die Entscheidung, welcher Steigeisentyp gewählt wird, ist stark abhängig von dem verwendeten Schuh (steigeisentauglich oder nicht?) und den geplanten Aktivitäten. Für viele ist ein reines Körbchensteigeisen vermutlich ausreichend. Für etwas mehr Stabilität empfiehlt sich bei vorhandener Kompatibilität des Schuhs die Wahl eines halbautomatischen Steigeisens. Jedenfalls sollte vor dem Kauf der Sporthändler des Vertrauens aufgesucht werden, um zu testen, ob das Steigeisen gut auf den Softboot passt!

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