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Events

ContestGeschehen 4 2025/26 | Einen Versuch war es wert.

Kaukasus oder Kühtai, Hauptsache FWT.

27.02.2026
Timo Macvan
Die Freeride Worldtour verwechselt Kühtai mit dem Kaukasus. Viele helfende Hände, gute Stimmung bei Sonnenschein, Frühlingstemperaturen und eine Freeride Community, die nach einem kleinen Vorgeschmack erst enttäuscht und dann doch glücklich gemacht wird. Eine Community, die zeigt warum es so schön ist sich innerhalb dieser zu bewegen.

FWT zeigt Spontanität bei der Standortwahl

Nachdem in Georgien die Schneedecke zu instabil war, konnte die FWT in Zusammenarbeit mit dem Skigebiet Kühtai, Innsbruck Tourismus und der Freeride Academy Innsbruck innerhalb weniger Tage ein komplettes Alternativ-Event auf die Beine stellen. Aber auch dank vieler Freeride begeisterter Helfer:innen aus Innsbruck und Umgebung, die in den geschaffenen Rahmen das Bild malten, war diese kurzfristige Umsetzung überhaupt möglich.

Da noch vom FWT Juniors Event im Kühtai vieles an Material vor Ort war und die Athlet:innen ohnehin nach Tirol für den Bewerb kommende Woche in Fieberbrunn reisen mussten, konnte die Entscheidung auch aus logistischer Perspektive leichter getroffen werden. Einen etwas makaberen Vorgeschmack hatte die Entscheidung dennoch wenn man bedenkt, dass die Lawinensituation in den letzten Tagen in Tirol, aufgrund sehr instabiler Schneedecken, nach wie vor angespannt war. Durch die intensiven Sprengungen sowohl vor den starken Schneefällen als auch nachträglich, entsprach “Schöffi’s Face” jedoch allen Sicherheitskriterien der Freeride Worldtour.

Dennoch sollte wegen der starken Sonneneinstrahlung und der damit einergehenden steigenden Lawinengefahr das Event bereits um 8:15 Uhr starten. Was für viele Helfer:innen aus Innsbruck hieß, dass der Wecker bereits um 4:00 Uhr klingelte, um pünktlich um 5:15 Uhr an der Kaiserbahn zu stehen.

Contest Eröffnung verlief nicht wie erwartet

Alles und Alle sind um 8:30 Uhr bereit für den Start. Doch dann droppen die ersten beiden Athleten, Ben Richards und Joey Leonardo, um 9:15 Uhr und stürzen beide in einem Gelände, wo sie normalerweise nie zu Fall kommen. PowderGuide Insider “suizisthenewpow” war bereits früh morgens vor Ort und verriet schon einiges über die vorherrschenden Schneebedingungen. „Ein etwa 10-20cm dicker Deckel, welcher Schneesportler:innen aber nicht trägt und darunter sehr tiefer Sulzschnee”, sprechen nicht gerade für feinste Freeride-Bedingungen.

Geduld ist gefragt

Das Event wird folgerichtig für über zwei Stunden ausgesetzt und es wird auf „bessere Conditions“ gewartet. Also ist die Sonneneinstrahlung jetzt doch passabel? Beide Athleten werden wieder hochgeflogen und sollen einen zweiten Run erhalten. Einige Vorläufer:innen sind immer wieder am Hang zu erspähen. Zuletzt testet auch Punkterichter und FWT-Legende Lolo Besse den Hang, der super lässig ein paar schöne Schwünge in den Schnee setzt. Ein gutes Zeichen oder?

Die Verzögerungen tun der Stimmung bei den Zuschauer:innen keinen Abbruch. Es wird gefachsimpelt, über die letzten Powdertage gequatscht und irgendwann entsteht aus einer Gruppendynamik eine einseitige Schneeballschlacht mit vorbeifahrenden Schneesportler:innen. Diese ist zu keiner Zeit gemein oder gefährlich, alle habe gute Laune und Spaß, was auch die Opfer der Schneebälle so sehen.

Ein paar Zuschauer:innen, darunter auch Einige der PG-Crew, nutzen die Verzögerung und schnallen die Ski oder das Board an und fahren die ersten richtigen Frühjahrs-Turns bei immer spielerischer werdenden Schneebedingungen. Der Großteil bleibt aber an Ort und Stelle und blickt immer voller Bangen und Hoffen nach oben zu den zwei Starttoren.

Ein Happy-End der anderen Art

Dann kommt endlich eine Ansage von den Verantwortlichen des Events: Leider muss das Event abgesagt werden, da die Bedingungen nicht “contestable” seien. Ein Raunen geht durch die Menge.

Aber der junge Herr weiß sich zu verkaufen und hängt das kleine Wort “aber” an den Anfang seines nächsten Satzes. “…aber die Athlet:innen, die bereits oben stehen (Ski Herren und einige Ski Damen) möchten den Hang für die Zuschauer:innen als kleine Show abfahren”. Die Menge jubelt unaufgefordert und alle setzen ihre Ferngläser an (außer ich, ich meines bedauerlicherweise Zuhause vergesse habe), um auf den Startpunkt auf 2678m Höhe heraufzuschauen, der von einer ersten steileren Sektion mit 45° Neigung gefolgt wird. Der Hang bietet einige Features, technisches Gelände und auch Platz für lange und lässige Turns.

Und sagen wir mal so: Das Warten hat sich gelohnt! Die Mädels uns Jungs bleiben den Zuschauer:innen überhaupt nichts schuldig. Im oberen Bereich werden über die erste Windlippe Layout-Backflips mit riesiger Airtime und eine Reihe 360° gezogen. Überall suchen die Rider:innen Airtime oder slushy Shots, um den treuen Zuschauer:innen einen coolen Abschluss zu bescheren. Die Lokalmatadoren Valentin Rainer und Max Hitzig eröffnen dann den ersten Gangshred und droppen gemeinsam, dicht gefolgt in den Hang und zünden nochmal eine weitere Stimmungsbombe. Einige Rider:innen peitschen nochmal die Menge an bevor sie einen Drop in den unteren Teil des Hangs setzen - direkt vor den Augen der begeisterten Zuschauer:innen. Nachdem alle Athlet:innen sowie Staff-Mitglieder:innen im Zielbereich unter frenetischem Jubel einfahren, ereignen sich wunderbare Szenen. Denn Rider:innen, Helfende und Zuschauer:innen verschmelzen zu einer großen Freeride-Community, bevor sie gemeinsam gen Tal heizen.

Kommende Woche wird schon das nächste Event am Wildseeloder erwartet. Wir freuen uns, wenn auch dieses Event wieder zu einem Fest für Alle werden kann!

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