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Events

Recap | Haglöfs Ski Camp 2026

Eine viertägige Reise in die Landschaft, Kulinarik und Kultur des hohen Nordens in Schweden

22.10.2026
Till Mangesius
Der Begriff Ski Camp wird dem Kurzabenteuer im nördlichen Polarkreis nicht gerecht. Bei Ski Camp denke ich an Standardtouren, die einem von einem Bergführer (meist männlich) gezeigt werden, dann am Abend Bier trinken und nach ein paar Tagen voller flacher Abfahrten wieder heim. Aufgrund der Lawinenlage war das mit den flachen Abfahrten leider nicht zu ändern und obwohl dadurch das Skifahren ein wenig zur Nebensache wurde, bin ich begeistert wieder nach Innsbruck zurückgekehrt.

Was ist das Haglöfs Ski Camp eigentlich?

Das Herkunftsland der Marke Haglöfs kennenlernen, am besten da, wo die Produkte auch eingesetzt werden: In den Bergen. Dafür ist dieses Jahr das Ziel der höchste Berg Schwedens, der Kebnekaise. An dessen Fuße wird ein kleines Zeltdorf errichtet, völlig abgeschnitten von der Außenwelt und nur mit Tourenski/ Splitboard oder eben dem Schneemobil erreichbar. Von diesem Basislager aus wird die Gegend erkundet, geführt von erfahrenen Bergführer:innen. Wintercamping wird hier wörtlich genommen, auf jeglichen Luxus wird verzichtet, aber ein Saunazelt gibt es schon. Sonst befindet man sich 24 Stunden auf gefrorenem Boden, kein fließendes Wasser und kein Strom.

Tag 1: Es geht los! Ski Camp 2026

Das Erlebnis beginnt an einem Dienstagvormittag. Ende März waren die Temperaturen in Innsbruck schon teilweise frühlingshaft und ich hatte den schlechten Winter schon fast abgeschrieben. Bei der Ankunft in Kiruna, am kleinsten Flughafen, den ich jemals gesehen hatte, war der Schock dann denkbar groß. Bis auf die geräumten Straßen ist alles weiß! Und es ist arschkalt. Die restlichen Campteilnehmer:innen sind schnell an den Haglöfsklamotten und/ oder Skibags zu erkennen (es sind gefühlt fast alle Menschen, die aus dem kleinen Flugzeug ausgestiegen sind). Damit beginnt dann auch die Suche nach den Gesichtern, die ich aus dem Vorbereitungsmeeting kenne und generell das Kennenlernen der Leute, mit denen ich die nächsten Tage verbringen werde. Meine Zeltmitbewohner Philipp, Roman und Peter konnte ich zum Glück am Vorabend schon in Stockholm treffen, ganz verloren bin ich also nicht.

Zunächst steht eine Busfahrt nach Vassijaure in Richtung der norwegischen Grenze an. Diese Region ist Namensgeber für die bekannte Vassi-Kollektion von Haglöfs. Leider geht es nicht wie ursprünglich geplant an den Fuß des Kebnekaise, da ein Sturm in der Woche vor dem Camp dessen Aufbau unmöglich gemacht hat. Als Per, der Organisator des Events, uns das erklärt, klingt es für mich nach einem kleinen Wunder, dass so kurzfristig überhaupt eine Alternative gefunden werden konnte.

Die erste Skitour mit dem Abfahrtsziel Camp

Wir steigen aus dem Bus quasi direkt auf die Ski oder Boards und laufen los ins Gelände. Unser Gepäck wird dankeswerterweise zum Camp transportiert. In Gruppen von ca. 6 Teilnehmer:innen starten wir ins Haglöfs Ski Camp 2026. Mit unseren Bergführer:innen ziehen wir los zu einem ersten Sicherheitscheck inklusive Lawinenkunde. Da wir die kommenden Tage zusammen mit fremden Leuten ausschließlich im freien Gelände unterwegs sein werden und auch der Winter hier nicht für eine entspannte Lawinenlage gesorgt hat, ein sehr guter Start. Währenddessen erzählt uns Bruce (unser Bergführer mit typisch schwedischem Namen) einiges über die Gegend, in der auch das bekannte Skigebiet Riksgränsen liegt.

Der erste Abend im Camp mit schwedischer Kulinarik und einer ganz besonderen Überraschung

Nach der ersten Abfahrt des Camps kommen wir dann auch in unserem Zeltdorf an und öffnen neugierig unsere Zeltplane, um unser Zuhause für die nächsten Tage zu inspizieren. Vier Feldbetten mit Rentierfell befinden sich darin, für mehr ist auch nicht wirklich Platz. Nachdem wir uns kurz eingerichtet haben, geht es auch schon ins große Gemeinschaftszelt für die offizielle Willkommensrede. Kurz danach folgt das Abendessen und spätestens hier wird mir klar, dass ich mich die nächsten Tage sehr wohl fühlen werde. Es gibt nämlich mein Lieblingsessen: viel! Noch dazu ist das traditionell schwedische Essen mit Rentier, Elch und Forelle verdammt gut. Die Gerichte sind von der samischen Küche, der indigenen Bevölkerungsgruppe, die den nördlichen Teil Schwedens noch immer bevölkert, inspiriert. Den restlichen Abend lassen wir draußen am Lagerfeuer ausklingen, bis es die Ersten aufgrund der Kälte und langen Anreise in die Zelte zieht.

Lange können sie sich aber nicht in ihre Schlafsäcke kuscheln, denn schon bald wird es unruhig im Camp und alle Blicke richten sich gen Himmel. Hat da wirklich jemand Polarlichter gesehen?? Wahrscheinlich hatten alle gehofft, im Winter im Polarkreis Polarlichter zu sehen, aber dass es dann wirklich schon in der ersten Nacht so weit ist, hat vermutlich niemand zu träumen gewagt. Die nächste Stunde starren wir alle in den Himmel und staunen über das Spektakel. Dann freue aber auch ich mich auf die kuschlige Wärme meines Schlafsacks.

Tag 2: Bestes Wetter lädt dazu ein, die Gegend zu erkunden

Am nächsten Morgen schäle ich mich so langsam wie möglich aus dem schön warmen Schlafsack und wir treffen uns wieder im Gemeinschaftszelt für Frühstück und Tagesplanung. Meine Entdeckung am Frühstücksbuffet ist: Messmör, eine Art Butter mit leicht karamelligem Geschmack. Der absolute Wahnsinn! In einer Ecke des Raumes fällt ein Kleiderständer auf, sowie ein Tisch daneben, auf dem Skibrillen und andere Accessoires liegen. Bei den Touren in den kommenden Tagen können die Haglöfs Produkte der nächsten Saison getestet werden. Die neuen Modelle der Vassi-Kollektion sind dabei, aber auch die komplett neue Nallo-Touring-Serie. Da auch einige Teilnehmer:innen aus dem internen Produktdesign- und Entwicklungsteam sind, drehen sich darum auch viele Gespräche an den Tischen und auf Tour. Es ist super spannend einen solchen Einblick hinter die Kulissen einer solchen Firma zu bekommen!

Die heutige längere Tour starten wir wenig später an einem Seil, dessen Ende an einem Schneemobil befestigt ist. Wir werden einen Teil der Strecke durch flaches Gelände gezogen, was uns bestimmt eine Stunde langweiliges Dahingehen erspart. Daran könnte ich mich definitiv gewöhnen! Die Wettervorhersage ist besser als gedacht und so nutzen wir den Tag, um die Gegend zu erkunden. Aus der Ferne sehen wir den Aufstieg zum Hausberg Vássečohkka, wo schon in etwa 30 Grad steilem Gelände mehrere Schneebrettlawinen abgegangen sind. Als während unserer Mittagspause dann auch noch ein Helikopter an uns vorbeizieht und unser Bergführer angerufen wird, ob bei uns alles in Ordnung ist, sind wir doch ganz froh in flacherem Gelände unterwegs zu sein. Bei dem Einsatz haben anscheinend Schneemobilfahrer eine Lawine ausgelöst und mussten gerettet werden.

Das Highlight des Camps: Saunazelt

Leicht beunruhigt, aber trotzdem happy kehren wir zum Camp zurück mit dem Ziel, das Saunazelt genauer zu inspizieren. Die Idee, zwei Saunaöfen in ein großes Tipi zu stellen, begeistert mich auch noch Wochen nach dem Event. Einfach genial! Nach einigen Bierchen geht es dann zum Abendessen, das Gemeinschaftszelt ist zum Glück direkt nebenan. Heute gibt es ein von den Alpenländern inspiriertes Buffet, in dessen Zentrum ein riesiger Topf Gulasch steht. Da ich mal wieder viel zu viel gegessen habe, geht es für mich danach relativ bald ins Bett.

Tag 3: Auch bei schlechtem Wetter hat man Spaß im Haglöfs Skicamp

Am Donnerstag ist die Sicht leider miserabel, was uns dazu bringt in großer Gruppe loszuziehen. In einer Kolonne von etwa 25 Leuten ziehen wir also los in die entgegengesetzte Richtung vom Vortag. Durch den leichten Schneefall haben wir immerhin ein paar gute Schwünge in der späteren Abfahrt. So verläuft der Donnerstag eher unspektakulär, wobei die vergangenen Tage den Maßstab auch sehr hoch angesetzt haben. Ein persönliches Highlight kommt für mich dann doch noch: Ich darf Schneemobil fahren!! Zwar nur ein paar Kurven, aber den Rest des Tages bekomme ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wie es sich dann für einen letzten Abend gehört, wird nach dem asiatischen Abendessen bei Livemusik ausgelassen getanzt und gefeiert.

Tag 4: Zu jeder Reise gehört leider auch ein Abschied

Dann kommt auch schon der letzte Tag einer Reise, die wie im Flug vergangen ist und mir trotzdem länger vorkam als nur die paar Tage. Durch die zahlreichen Erlebnisse, die guten Gespräche und auch die Vertrautheit, die untereinander in kurzer Zeit entstanden ist. Wir räumen unsere Zelte leer und starten zu unserer letzten Skitour, während unsere Sachen zum Bus transportiert werden. Für einen gebührenden Abschluss ist heute auch das Wetter wieder super. Mit dem Bus geht es anschließend noch zu einem gemeinsamen Abendessen, bevor wir wieder am Flughafen in Kiruna abgeladen werden. Auf der Hinreise noch in einem Flugzeug voller Fremder, sitzen jetzt in gefühlt jeder Reihe bekannte Gesichter. Was ein schönes Gefühl!

Warum das Haglöfs Skicamp etwas Besonderes ist

Falls die Bilder noch nicht genug sind hier noch ein paar Worte dazu:

Klar erhoffen wir uns alle von einem Skitrip tolle Powderabfahrten, bestes Wetter und atemberaubende Kulissen. Letzteres ist planbar, die anderen beiden Sachen leider nicht (zumindest nicht Monate im Voraus) und deshalb ist die einzig sinnvolle Erwartung an einen Skitrip: dass er in guter Erinnerung bleibt. Und dafür wurde hier gesorgt, denn trotz bescheidener Schneeverhältnisse hat sich in den letzten Tagen ein Highlight an das nächste gereiht. Mehrmals habe ich mir gedacht: Ich hätte auch ohne Skitouren extrem viel Spaß gehabt in den vier Tagen Ski Camp, mit ist natürlich trotzdem besser.

Danke!

Danke an Haglöfs für die tollen Einblicke und das Kennenlernen des Teams! Und Danke an Per für die mega Leistung, so ein Event zu organisieren und dann auch noch in letzter Minute einen Standortwechsel durchzuführen. Hut ab!

Ski Camp 2027:

PS: Auch 2027 gibt es wieder ein Ski Camp, diesmal sogar mit zwei Terminen Ende April! Hier findet ihr alle Infos dazu, vor allem die genauen Termine und wie ihr eure Plätze buchen könnt.

Fotogalerie

Die Menschen hinter dem Artikel

  • Geschrieben von

    Till Mangesius

    Die ersten Kurven auf dem Snowboard machte ich 2008 in Todtnauberg im Schwarzwald. Viele Winter auf dem Feldberg und ein mehrjähriger Ausflug ins Flachland im Norden Baden-Württembergs ohne Wintersport später, entdeckte ich mit Corona das Splitboarden im Innsbrucker Umland für mich. Gipfel sammeln interessiert mich dabei bedeutend weniger, als die vielen technischen Feinheiten und DIY-Projekte, die beim Splitboarden immer noch relevant sind. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Innovationen, ob bei Boards, Bindungen oder Boots.

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