Ritual – „Ratsch, ratsch“: Ein erster Eindruck
Schon beim ersten Anziehen des Salomon Shift Alpha 115 mit BOA-System wird klar: Hier steckt mehr als nur ein technisches Gimmick drin. Während klassische Schnallen oft umständlich und asymmetrisch zuziehen, spürt man hier, wie sich der Schuh mit gleichmäßiger Druckverteilung eng um den Fuß legt. Es ist kein Nachjustieren nötig, man dreht einfach so lange daran, bis es sich schön fest anfühlt. Beim Stehen spürt man, dass der Fuß fest sitzt, aber nicht gequetscht wird. Zum Ausziehen kann man das Rad einfach leicht nach oben ziehen. Mit diesem Quick Release löst sich die Spannung mit nur einem Handgriff komplett.
Auch im weiteren Handling macht das BOA-System einen durchdachten Eindruck. Die Bedienung ist intuitiv. Selbst mit Handschuhen lässt sich der Drehverschluss gut greifen und justieren. Das ist besonders praktisch, wenn man den Schuh so fest geschnürt hat, dass man ihn während der Liftfahrt wieder lockern muss: Ein kurzer Dreh genügt und der Schuh sitzt wieder perfekt. So kann man auch an einem Powdertag problemlos mit den schneegierigen Leuten mithalten, falls sie mal wieder nicht warten wollen.
Das BOA-System ersetzt jedoch nicht alle Verschlusselemente eines Skischuhs: Die oberen Schnallen des Salomon Shift Alpha 115 sind weiterhin klassisch ausgeführt. Gerade durch das Zusammenspiel aus moderner Technologie und bewährter Mechanik wirkt das BOA-System aber nicht wie ein radikaler Bruch, sondern wie ein sinnvoller Schritt nach vorn. Es ist besonders für alle geeignet, die Wert auf eine einfache und präzise Anpassung legen. Mir persönlich bereitet jedoch meist der obere Teil des Skischuhs Probleme, sei es durch Schienbeinschmerzen oder das ständige Gefühl, dass der Schuh entweder zu locker oder zu fest sitzt. Insofern kann ein perfekter Sitz im unteren Bereich nur bedingt zu einem insgesamt besseren Halt beitragen.
Das charakteristische „Ratsch, ratsch“ beim Drehen des BOA-Rädchens ist schon fast ein Ritual. Es ist ein wohltuendes Geräusch, das sich irgendwo zwischen Technik und Vorfreude einordnen lässt. Es klingt nach Halt, nach Präzision und nach: Jetzt geht’s los – bereit für den Drop-in.