Erster Eindruck
Die Jacke macht direkt einen guten Eindruck. Herzstück der Jacke ist die 800 cuin Daunenfüllung. Das ist ansehnlich und knapp unter dem aktuellen Limit von ca. 900 cuin, welches ich von den besten Daunenprodukten kenne. Das hier zu findende Mischverhältnis von 90 % Daune zu 10 % Federn ist das am meisten angetroffene Mischverhältnis und sorgt für hohe Komprimierbarkeit bei gleichzeitig ausreichender Strukturstabilität der Daune. Manchmal gibt es auch 95/5, aber solche Jacken habe ich noch nicht besessen. Die verwendete Daune ist RDS-zertifiziert (Responsible Down Standard) – und erfüllt somit zumindest ein Mindestmaß an ethischem Verhalten bei der Daunengewinnung.
Das Außenmaterial besteht laut Hersteller aus 100 % imprägniertem Nylon mit wasser- und windabweisender Ausrüstung. Das kann so bestätigt werden, eine DWR- Beschichtung wäre trotzdem noch schön gewesen. Sie hat zwei klassische Seitentaschen sowie eine Innentasche.
Die Jacke lässt sich im mitgelieferten Packbeutel komprimieren und eignet sich damit auch als Backup-Isolationsschicht auf Tour. Warum dieser beiliegt und man die Jacke nicht einfach in einer Innentasche verstaut (wie bei anderen Modellen), erschließt sich mir nicht ganz. Der Beutel ist jedenfalls ausreichend groß.
Auch die Taschen sind ausreichend groß und gut positioniert. Allerdings bin ich ein großer Fan einer Napoleontasche und diese gibt es hier leider nicht. Das ist allerdings, wie so häufig, Geschmackssache. Ich komme auch gut ohne aus.
Hier kurz die Ausstattungsdetails im Überblick:
Lockerer, bewegungsorientierter Schnitt
Verstellbare Kapuze
Regulierbarer Saum
Kinnschutz am Frontreißverschluss
2 Außentaschen mit Reißverschluss
1 Innentasche mit Reißverschluss
Komprimierbar, inkl. Packsack
Zwei Dinge stechen für mich designtechnisch besonders positiv hervor: Zum einen ist das der etwas längere Schnitt im Gesäßbereich, der jenen angenehm warm hält. Warum nicht immer so, liebe Outdoor-Industrie? Zum anderen ist das die Anpassbarkeit der Kapuze. Sie sitzt wirklich sehr gut und das Gesichtsfeld ist maximal, was allerdings ( you can’t have the cake and eat it, too) damit einhergeht, dass die Backenpartie mehr frei liegt als bei anderen Modellen.
Tester und Testbedingungen
Der Schnitt hat mir bei der Jacke sehr gut gefallen. Ich bin 1,75 und wiege 68 kg und habe Größe M. Das passt sehr gut. Ich kann mich gut in der Jacke bewegen und es passt auch noch eine oder zwei dünnere Schichten drunter. Viel mehr nicht, das ist aber sinnvoll und sicher auch so gewollt. Unter den Rucksackträgern entstehen bei mir keine störenden Druckpunkte, was für die Positionierung der Kammern und die Materialwahl spricht.
Die Jacke wurde über mehrere Wochen bei Temperaturen zwischen -5 °C und +5 °C eingesetzt: auf Winterwanderungen, als Pausenjacke auf Skitour sowie als isolierender Midlayer unter einer Hardshell oder Mantel bei windigem Wetter.