Die Realitätsklatsche
Grün und Braun, dazwischen etwas Weiß. Na Servus! Statt weißer Pracht wird man von sich fröhlich dahinschlängelnden weißen Bahnen zwischen Wald, Wiesen und Liftstützen bei 15 Grad Außentemperatur erwartet. Unter romantisch verschneiten alpinen Landschaften stellt man sich dann doch irgendwie was anderes vor. Und überhaupt, wie kommt der Schnee eigentlich dorthin? Die Antwort und Lösung auf all unsere Probleme (eigentlich die Probleme der Touristiker und Skigebietsbetreibenden): Kunstschnee. Kunstschnee, oder auch technischer Schnee genannt, ist in vielen Skigebieten zur unverzichtbaren Grundlage für eine erfolgreiche Wintersaison geworden. Vor allem für Skigebiete in tieferen Lagen kann die Schneesicherheit mittlerweile nur noch durch den Einsatz von künstlichem Schnee gewährleistet werden.
Ist Schnee gleich Schnee?
Kunstschnee besteht wie Naturschnee aus Wasser, hat aber durch den Herstellungsprozess eine andere kristalline Struktur. Das Wasser für die Herstellung kommt aus Schmelzwasserbächen oder künstlich angelegten Stauseen. Dieses wird den Propellerkanonen zugeführt und von den Schneekanonen als Wassertröpfchen in die Luft gesprüht. Durch die kalten Temperaturen frieren sie von außen nach innen zu Eiskügelchen. Kunstschnee ist luftundurchlässiger, kompakter und weniger wärmedämmend und enthält Mineralien. So weit, so gut. Doch mit dem stetig zunehmenden Einsatz werden auch kritische Stimmen immer lauter.