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WetterBlog 10 2025/26 | The Beast from the East

Bis in den Balkan wird es kalt, in Grönland ist es heiß

06.01.2026
Sebastian Müller Michael Steger
Zum Jahresbeginn überschlägt sich nicht nur das Weltgeschehen, sondern auch das Wettergeschehen. Der Winter ist endgültig über Europa hereingebrochen, breitet sich gegenwärtig bis tief in den Balkan aus und der nächste Trog verspricht schon ab heute den Alpennordhang mit großen Neuschneemengen zu beschenken. Über Grönland hingegen herrscht Hochdruck und die Temperaturen sind stark überhitzt. Wir widmen uns also zuletzt der besonderen Rolle, die Grönland und sein Eisschild für das Weltklima spielen.

Aktuelle Lage

Die von Lea angekündigte scharfe Luftmassengrenze hat sich mittlerweile zu einem markanten Trog ausgebildet, der weit in den Süden bis an die iberische Halbinsel ragt. Somit stehen die Alpen immer noch im Einfluss kalter Luftmassen und selbst in normalerweise eher milden Regionen wie Spanien und Süditalien wurden zu Wochenbeginn Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen. An der Vorderseite des Troges kam es zudem gestern nochmal zu Schneefällen im Balkan.

Auch wenn die Schneedecke in großen Teilen der Alpen weiterhin zu wünschen übrig lässt, eröffnet die lange Kälteperiode derzeit beste Bedingungen für all jene Sportarten, die gefrorenes Wasser brauchen. Auch in tieferen Lagen, so wie zum Beispiel in Bayern, kann man auf den gefrorenen Seen ausgezeichnet Schlittschuhfahren und Eisstockschießen.

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Aussichten

Ab heute wird das Wetter in den Alpen auch wieder spannender. An der Nordwestseite gibt es erste Schneefälle. Donnerstag und Freitag rauscht ein schwacher Rücken über die Alpen und gleichzeitig kommen dann ernstzunehmende Neuschneemengen in den Weststaulagen der französischen und Schweizer Alpen. Dort sind dann schon in den nächsten zwei Tagen bis über 50 cm vorhergesagt. In Kombination mit starkem bis stürmischen Westwind dürfte sich jedoch auch die Lawinensituation anspannen. In den Ostalpen fällt der Neuschneezuwachs zunächst deutlich bescheidener aus. Dies dürfte sich jedoch ab Samstag in Form einer ausgeprägten Nordstaulage ändern.

Am gesamten Alpennordhang sind in der nächsten Woche Schneefälle bis 50 cm zu erwarten. Kollege Orakel bereitet sicherlich schon ein oder zwei PowderAlarme vor und wird uns über die Details dieser Schneefälle genau informieren. Gewiß werden sich an der Alpennordseite damit vielen Möglichkeiten an Skitouren und Freeride eröffnen und die Suche nach Powder wird nicht schwierig sein. Einzig an der Alpensüdseite sind keine nennenswerten Schneefälle zu erwarten und wir bekunden respektvoll unser aufrichtiges Mitgefühl.

Grönländische Hitzewelle

Wohingegen Europa gegenwärtig von arktischen Luftmassen beherrscht ist, so konnten sich subtropische Luftmassen über Grönland bis an den Nordpol heran bewegen. Das bedeutet Temperaturanomalien von über 10°C im grönländischen Nuuk. Grönland ist charakterisiert von seinem Eisschild, und trotz dessen es auf gängigen Landkarten in Mercator-Projektion wegen seiner hohen nördlichen Breitenlage vergrößert dargestellt ist, ist diese Eismasse ein sehr bedeutendes Element des Klimasystems. Vor seiner Küste entsteht wegen Verdunstung und Versalzung und folglichem Absinken das Tiefenwasser, welches die thermohaline Zirkulation der AMOC (Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation) antreibt.

Das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes bedeutet Süßwassereinspeisung, welches das Entstehen von Tiefenwasser hemmt, und dieser Mechanismus ist der wesentliche in der Diskussion um das Versiegen der AMOC und folglich des warmen Golfstroms. Das Abschmelzen des Eisschildes ist allein schon bedingt durch die Klimaerwärmung, wird aber durch die Arctic Amplification und folgendem Feedback beschleunigt: umso mehr der Eisschild schmilzt, umso geringer ist seine Höhe und umso höheren Temperaturen ist er wiederum ausgesetzt. Grönland besitzt also die größte Masse an Eis nach der Antarktis und spielt daher eine strategische Schlüsselrolle im Klimasystem, die seine geopolitische Rolle noch weit übertrifft.

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