Aktuelle Lage
Wir wollen uns zurückhalten mit Jammern über die Schneelage im nicht-Piemont. Vieles ist schließlich eine Frage der Einstellung. Schnee ist faszinierend und es lassen sich zur Zeit besonders interessante Prozesse beobachten! Dank der sehr trockenen Luft und der starken Sonneneinstrahlung (es ist zwar Dezember, aber durch die wolkenlosen Bedingungen kommt in Südhängen doch einiges an), bilden sich langsam Ansätze zu Büßerschnee. Anstatt in der Sonne zu schmelzen, sublimiert der Schnee bei ausreichend trockener Luft, die Wassermoleküle gehen also direkt in den gasförmigen Zustand über. Dadurch bilden sich nach und nach raue, zackenartige Formationen und die Schneeoberfläche wird immer holpriger. Von den meterhohen Penitentes der trockenen Anden sind wir noch weit weg, aber im Kleinen konnte man diesen Effekt in den letzten Tagen in lokalen Südhängen beobachten, sofern dort überhaupt noch Schnee lag. Auf der Oberfläche des Pluto werden übrigens mehrere 100 Meter hohe Penitentes aus Stickstoff- und Methaneis vermutet!
Oder, wie ungenannte Personen aus dem WB-Bekanntenkreis zu sagen pflegen: Es liegt wenig Schnee, aber immerhin ist er nicht gut.
Jedenfalls, das Wetter bewegt sich ein wenig und die Bedingungen für Büßerschnee werden schlechter. Das hartnäckige, riesige Atlantikhoch sitzt wie gehabt im Westen (bzw. auch im Norden - es reicht bis nach Grönland) und verhindert jegliches Westwetter, das größere Mengen Feuchtigkeit mitbringen könnte. Dafür schiebt sich aus dem Nordosten kalte Luft und Tiefdruck in Richtung Alpen. Der erste Schwall kälterer Luft, inklusive ein paar Wolken und ganz im Osten sogar einigen Schneeflocken, hat uns bereits gestern erreicht.