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Wetterblog

WetterBlog 17 2025/26 | Das nasse Westwetter geht zu Ende

Aussichten: Warm, trocken

25.02.2026
Lea Hartl
Wir wiederholen die jüngste Botschaft des Orakels - das nasse Westwetter ist bis auf Weiteres beendet. Wir steuern auf den Frühling zu, im statistisch-meteorologischen Sinn sowie bezüglich des Wettercharakters. Die nächsten Tage werden sehr warm und sehr sonnig.

Aktuelle Lage und Aussichten

Die anhaltende Serie atlantischer Fronten ist zu Ende und ein ausgeprägtes Hoch über Mitteleuropa prägt ab heute (Mittwoch) unser Wetter. Nach der kalten, schneereichen Phase letzte Woche hat schon zum Wochenende eine deutliche Erwärmung eingesetzt. Der Schnee in tieferen Lagen schmolz im warmen Regen dahin. Nun wird es nochmal wärmer, im Gegensatz zu den letzten Tagen zeigt sich dazu aber auch die Sonne. Die Nullgradgrenze dürfte in der extrem milden Luftmasse heute auf über 3000 m steigen und sich in den nächsten Tagen irgendwo zwischen 2500 und 3000 m einpendeln. 

Die Anströmung dreht von Südwest (heute, sehr mild) ab morgen wieder stärker auf West (immer noch mild aber ein bisschen kühler). Der ausgedehnte Hochkeil bleibt bestehen und lenkt die Frontalzone nach Norden ab. Damit ziehen die atlantischen Störungen, die prinzipiell immer noch aus Westen heran rauschen, nördlich vorbei und werden nur wenig wetterwirksam. Am Samstag streift vermutlich eine kleine Front die Nordalpen, bringt aber außer ein paar Wolken wenig Neues. 

Lawinensituation

Beeindruckend war und ist neben den Neuschnee- und Niederschlagsmengen der letzten Zeit auch die Lawinenlage. In Westösterreich (Vorarlberg, Tiroler Oberland) wurde am Montag letzter Woche (16.2.) ab dem Nachmittag über der Waldgrenze wegen Wind und Neuschnee auf einer schwachen Altschneedecke Stufe Vier ausgerufen. Der Vierer in höheren Lagen blieb die ganze restliche Woche bestehen und wurde nach und nach auch auf die östlicheren Landesteile erweitert. Am Samstag (Erwärmung) wurde die Gefahrenstufe unter der Waldgrenze von 2 auf 3 erhöht, oben blieb wie gehabt der Vierer. Mit heute (25.2.) sind wir nun bei 10 Tagen in Folge mit Stufe 4 über der Waldgrenze, sofern der WetterBlog richtig gezählt hat.

Die Schweizer hatten sieben Tage mit Stufe 4 (am Dienstag, 17.2., regional sogar Stufe 5) und sind seit Montag dieser Woche wieder bei einem angespannten Dreier. Der jüngste SLF Ava-Blog spricht von über 1000 (!!) Lawinenmeldungen in vier Tagen, 995 davon am vergangenen Wochenende. Diese Zahlen sind nicht perfekt (bspw. Doppelmeldungen), zeichnen aber doch ein sehr deutliches Bild der außergewöhnlichen Situation.

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In Österreich sind zwischen Freitag und Sonntag sieben Personen in Lawinen ums Leben gekommen. Für die gesamte Saison 2025/26 stieg die Zahl damit auf 24 Lawinentote in Österreich. Am Wochenende wurden zum ersten Mal “AT-Alerts” zur Lawinensituation verschickt, also Benachrichtigungen an alle in Tirol und Vorarlberg eingeloggten Handys. Laut Behörden war diese Maßnahme auch dazu gedacht, TouristInnen auf die Gefahr aufmerksam zu machen. SkitourengeherInen hätten die Warnungen “durchaus ernst genommen” (ORF: Warnungen gehen oft ins Leere), bei den VariantenfahrerInnen sieht man aber offenbar Verbesserungspotential. Die tödlichen Lawinenunglücke der letzten Tage in Österreich ereigneten sich alle in relativ pistennahem Variantengelände.

Das Altschneeproblem wird uns bis zum Ende des Winters begleiten, soviel kann man bezüglich der weiteren Entwicklung der Gefahrensituation jedenfalls festhalten. Das SLF (Ava-Blog) und der  Tiroler Lawinenwarndienst (Blog) werfen bereits einen differenzierteren Blick auf weiteren Entwicklungen. Die Faustregel besagt, dass Personen eine Schwachschicht in bis zu rund einem Meter Tiefe noch stören können. Im Norden und West der Schweiz gab es im Laufe der letzten zwei Wochen teils deutlich über 2 Meter Neuschnee und auch mit der Setzung sind problematische Schichten hier nun relativ tief vergraben. Auslösungen werden damit unwahrscheinlicher, sind aber natürlich trotzdem möglich, beispielsweise an schneeärmeren Stellen. 

Der Tiroler LWD weist darauf hin, dass es nur im Westen und Nordwesten so viel geschneit hat, dass der Effekt “Schwachschicht tief vergraben” eine Rolle spielt. Auch hier liegt die Betonung wieder auf zahlreichen, trotzdem verbleibenden Gefahrenstellen und der ungleichmäßigen Verteilung der Schneedecke. Abschließendes Zitat aus dem LWD Blog: “Von einer Zeit höchster spontaner Lawinenaktivität kommen wir nun also in eine für Personenauslösungen prädestinierte Phase!” 

Für die nächsten Tage gibt es immerhin etwas Hoffnung auf Firn.

Unabhängig von der aktuellen Situation gibt es eine Umfrage der Europäischen Lawinenwarndienste zu “verständlicher Sprache” im Lagebericht, alle Interessierten sind zur Teilnahme aufgerufen: Links zur Umfrage in verschiedenen Sprachen

Weitere Links die für die Thematik von Relevanz sind:

Ava-Blog SLF 13.-19. Februar
Lawinenreport Blog (24. Februar)

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