Aktuelle Lage und Aussichten
Die anhaltende Serie atlantischer Fronten ist zu Ende und ein ausgeprägtes Hoch über Mitteleuropa prägt ab heute (Mittwoch) unser Wetter. Nach der kalten, schneereichen Phase letzte Woche hat schon zum Wochenende eine deutliche Erwärmung eingesetzt. Der Schnee in tieferen Lagen schmolz im warmen Regen dahin. Nun wird es nochmal wärmer, im Gegensatz zu den letzten Tagen zeigt sich dazu aber auch die Sonne. Die Nullgradgrenze dürfte in der extrem milden Luftmasse heute auf über 3000 m steigen und sich in den nächsten Tagen irgendwo zwischen 2500 und 3000 m einpendeln.
Die Anströmung dreht von Südwest (heute, sehr mild) ab morgen wieder stärker auf West (immer noch mild aber ein bisschen kühler). Der ausgedehnte Hochkeil bleibt bestehen und lenkt die Frontalzone nach Norden ab. Damit ziehen die atlantischen Störungen, die prinzipiell immer noch aus Westen heran rauschen, nördlich vorbei und werden nur wenig wetterwirksam. Am Samstag streift vermutlich eine kleine Front die Nordalpen, bringt aber außer ein paar Wolken wenig Neues.
Lawinensituation
Beeindruckend war und ist neben den Neuschnee- und Niederschlagsmengen der letzten Zeit auch die Lawinenlage. In Westösterreich (Vorarlberg, Tiroler Oberland) wurde am Montag letzter Woche (16.2.) ab dem Nachmittag über der Waldgrenze wegen Wind und Neuschnee auf einer schwachen Altschneedecke Stufe Vier ausgerufen. Der Vierer in höheren Lagen blieb die ganze restliche Woche bestehen und wurde nach und nach auch auf die östlicheren Landesteile erweitert. Am Samstag (Erwärmung) wurde die Gefahrenstufe unter der Waldgrenze von 2 auf 3 erhöht, oben blieb wie gehabt der Vierer. Mit heute (25.2.) sind wir nun bei 10 Tagen in Folge mit Stufe 4 über der Waldgrenze, sofern der WetterBlog richtig gezählt hat.
Die Schweizer hatten sieben Tage mit Stufe 4 (am Dienstag, 17.2., regional sogar Stufe 5) und sind seit Montag dieser Woche wieder bei einem angespannten Dreier. Der jüngste SLF Ava-Blog spricht von über 1000 (!!) Lawinenmeldungen in vier Tagen, 995 davon am vergangenen Wochenende. Diese Zahlen sind nicht perfekt (bspw. Doppelmeldungen), zeichnen aber doch ein sehr deutliches Bild der außergewöhnlichen Situation.