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Wetterblog

WetterBlog 18 2023/24 | Begleitblog zum Alarm

Stau im Süden, Sommer im Norden

27.03.2024 von Lea Hartl
Kollege Orakel hat es schon verkündet: Der Südstau ist zurück und die nächsten Tage werden turbulent. Der traditionelle Osterschneefall fällt nur in sehr hohen Lagen am Hauptkamm und südlich davon als Schnee. Ansonsten gibt es Regen und Föhn bei sehr hohen Temperaturen.

Aktuelle Lage und Aussichten

Treibende Kraft des aktuellen Wetters is ein kräftiger Atlantiktrog mit Kern etwas westlich von England. Stromaufwärts wird der Trog von einem Grönlandhoch flankiert, stromabwärts von Hochdruck über Zentral- und Osteuropa. Zwischen dem Atlantiktrog und dem Hoch im Osten liegen die Alpen in einer kräftigen Südwestströmung mit entsprechend ausgeprägten Druckunterschieden zwischen dem Süden und dem Norden. Das Ergebnis: Staubewökung und -niederschlag im Süden, Föhn im Norden. In den nächsten Tagen erreichen uns immer wieder Störungen, die in die großräumige Strömung eingelagert sind. Heute (Mittwoch) zieht die erste Front durch, am Donnerstagnachmittag folgt voraussichtlich die zweite Runde, dann geht der Föhn wie gehabt weiter. Details dazu gibts im aktuellen Alarm und einem möglichen Folgealarm fürs Wochenende. Der große Unsicherheitsfaktor vor allem für die Niederschläge am Wochenende wird - mal wieder - die Schneefallgrenze. 

Die weitere Entwicklung in der Glaskugel ist noch ziemlich unsicher. Nach einem sehr warmen Wochenende (Nullgradgrenze in den aktuellen Läufen jenseits von 3000m - siehe auch die entsprechenden PowderGuide Wetterkarten), dürften die Temperaturen mit einer Kaltfront am Montag oder Dienstag wieder ein normaleres Niveau erreichen. Verlässlich ist das alles nicht und Planungssicherheit für Mehrtagestouren gibt es zur Zeit auch nicht. Für die Osterferien empfiehlt es sich, neben einem Plan A auch mindestens einen Plan B und einen Plan C zu entwickeln…

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Frühes Aprilwetter

Die Temperaturen sind schon seit geraumer Zeit der Jahreszeit deutlich voraus (= wärmer als im klimatologischen Mittel üblich) und der aprilige Wettercharakter im März ist nicht überraschend. Trotzdem ist der WetterBlog letztes Wochenende kurz zusammengezuckt, als es draußen während eines Schauers geblitzt hat. An sich war das letzte Wochenende ja vergleichsweise winterlich, mit etwas Schnee bis unter 1000m durch einen Streifschuss kalter Luft aus Nordwesten. Die Luft in den unteren Schichten der Atmosphäre war allerdings bei Eintreffen der kälteren Luft in der Höhe ziemlich warm, so dass eine labile Schichtung (unten warm, oben kalt) entstand. Im Winter ist das selten, da sich der Boden und die bodennahe Luft durch die geringe Sonneneinstrahlung nicht aufheizen können. Wenn kalte Luftmassen in der Höhe einfließen, schieben sie sich in der Regel auf ebenso kalte oder noch kältere Luft am Boden und die Schichtung bleibt stabil (unten kalt, oben auch kalt oder sogar wärmer —> Inversion). Klassisch wechselhaftes Aprilwetter ist typisch, wenn die Luft am Boden durch die saisonal stärkere Sonnenstrahlung schon relativ warm ist, aber in der Höhe noch ab und zu kalte Polarluft in die mittleren Breiten fließt. Letztes Wochenende waren auch sonstige Gewitterzutaten (Feuchtigkeit, Hebungsprozesse) ausreichend vorhanden, so dass die spätwinterlichen Schneefälle hier und da von Blitz und Donner begleitet wurden. 

Sonstiges: Sehr nasses Winterhalbjahr in D, schmelzende Gletscher in Ö 

Das vergangene Winterhalbjahr (Oktober-März) war in Deutschland das nasseste seit Messbeginn 1881. Der DWD erläutert das hier näher. Die sehr niedrigen Grundwasserspiegel haben sich großteils wieder erholt und die mehrjährige, ausgeprägte Dürreperiode in Deutschland ist in den meisten Regionen beendet. Nur in Teilen von Thüringen und Sachsen-Anhalt sind tiefere Bodenschichten noch immer viel zu trocken. 

Anlässlich des neu ins Leben gerufenen “Welttags der Gletscher” (ab nächstem Jahr immer am 21. März) weist uns die Geosphere Austria auf die drastische Schmelze der Gletscher in den Hohen Tauern hin. Der Pasterze und ihren Nachbarn geht es ähnlich wie den restlichen Gletschern in Österreich und im Alpenraum - sie schwinden dahin und verlieren rapide an Fläche und Volumen. Wir drücken die Daumen, dass die aktuelle Staulage zumindest in der Höhe für ordentlich Schneenachschub sorgt. Je mehr Schneeauflage die Gletscher zu Sommerbeginn haben, desto besser ist das Eis vor der sommerlichen Schlemze geschützt. Und für die Hochtourensaison ist mehr Schnee natürlich auch wünschenswert!

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