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WetterBlog 18 2025/26| Frühlingseinbruch

Der Frühling hat nicht angefangen, er ist eingebrochen

04.03.2026
Michael Steger
Die Sonne meint es gut mit uns – vielleicht ein bisschen zu gut. Ein kleines Höhentief sorgte am Dienstag und Mittwoch noch für ein paar Schönheitsfehler, dann übernimmt Hochdruck das Kommando und der meteorologische Frühlingsbeginn startet mit einer Omega-Lage. Für uns heißt das: große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, Firnfenster am Vormittag – und am Nachmittag ein wachsames Auge auf die Lawinenlage.

Aktuelle Lage

Die von Lea letzte Woche angekündigte Front hängt als kleines Höhentief noch über den Ostalpen und macht die Luft etwas labiler. Das bedeutet Quellwolken und einzelne Schauer. Die Schneefallgrenze liegt um 1400 m, viel kommt aber nicht dazu, laut unserem PG-Wetter sind lokal kosmetische 1-3 cm möglich. Heute zieht das Höhentief endgültig nach Osten weiter. Im gesamten Alpenbogen wird es sonnig, ganz im Osten bleibt es noch etwas wechselhaft. Insgesamt aber: frühlingshaft mild und die Nullgradgrenze steigt tagsüber auf über 2000 m.

Aussichten

Sonnig und wolkenlos geht es weiter – und mit einer ausgeprägten Omega-Lage wahrscheinlich auch für den Rest der Woche. Wettertechnisch passiert also erstmal… nichts. Was das für uns bedeutet, ist den meisten vermutlich schon klar: Klare Nächte sorgen für starke Abstrahlung.

Die Schneeoberfläche friert gut durch und präsentiert sich in den frühen Morgenstunden tragfähig. Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt sie dann langsam aufzuweichen. Der Frühling klopft also an und bringt herrliche Frühjahresskitouren-Bedingungen. Allerdings steigt die Nullgradgrenze bis zum Wochenende auf gut 2800 m. Das Zeitfenster für perfekten Firn wandert damit höher – und wird schmaler.

Für Touren heißt das: Früh starten lohnt sich. Vormittags Firn, nachmittags zunehmende Durchfeuchtung. Der tageszeitliche Anstieg der Lawinengefahr wird ein Thema – besonders an Sonnenhängen. Wer unterwegs ist, sollte die aktuellen Berichte auf lawinen.report im Blick behalten.

Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Harscheisen sicherheitshalber einpacken. Morgens ist es oft härter als gedacht – und Abrutschen ist kein guter Saisonabschluss.

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Klimatologischer Wetterrückblick: Zahlen statt Bauchgefühl

Alle Jahre wieder hört man am Parkplatz, in der Hütte oder beim Feierabendbier: „Ist der Winter viel zu warm oder vielleicht doch nur durchschnittlich. Viel zu trocken.“

Damit du für solcherlei Diskussionen gewappnet bist und nicht nur auf dein Bauchgefühl hören musst, schauen wir mal nüchtern auf die Zahlen. Ohne harte Gefühle, ohne Stammtisch – dafür mit Daten. Auch wenn die Skisaison noch nicht vorbei ist, lässt sich klimatologisch schon jetzt ein klares Bild zeichnen.

Der Winter 2025/26 war in Österreich insgesamt zu mild und zu trocken. Laut der vorläufigen Winterbilanz der GeoSphere Austria lag die Temperatur im Tiefland um +0,5 °C, auf den Bergen sogar um +1,9 °C über dem Mittel 1991–2020. In der Gebirgs-Messreihe gehört dieser Winter damit zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Auch beim Niederschlag zeigt sich ein Defizit: Österreichweit fiel rund 20 % weniger als im Durchschnitt. Die Schneemengen blieben in allen Höhenlagen unterdurchschnittlich, teils deutlich. Einzelne intensive Phasen – besonders im Februar – konnten das Minus nicht mehr wettmachen.

Für einen etwas größeren Blick über die Alpen hinaus lohnt sich auch ein Blick in das Monthly Climate Bulletin von Copernicus. Die bisherigen Auswertungen zeigen: Sowohl der Dezember als auch der Jänner waren im Alpenraum wärmer und trockener als im langjährigen Durchschnitt.

Die Daten für den Februar sind derzeit noch nicht veröffentlicht. Wer sich genauer für die klimatologische Entwicklung interessiert, kann die monatlichen Berichte im Copernicus Climate Bulletin verfolgen – dort werden die globalen und europäischen Klimabedingungen regelmäßig zusammengefasst.

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