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WetterBlog 23 2025/26 | Frühlingsgefühle mit Mondblick

Der Nordstau ist vorbei, der Frühling zieht ein

08.04.2026
Lea Hartl
Das Osterwetter hatte es in sich - auf den Wintereinbruch in der Karwoche folgte prompt der erste Sommertag (>25°C) am Ostersonntag. Das Frühlingswetter bleibt uns erstmal erhalten, allerdings bei etwas “normaleren” Temperaturen. Ab dem Wochenende steigen sowohl die Unsicherheiten als auch die Chancen auf Niederschlag dann wieder.

Aktuelle Lage und Aussichten

Per Blick aus dem Fenster ist unschwer erkennbar: Wir (ja, der gesamte Alpenraum) befinden uns in einer Hochdrucklage. Am heutigen Mittwoch dürfte kaum ein Wölkchen das Sonnenbad bzw. die Frühjahrstour trüben. Morgen wird es langsam windiger und es ziehen ein paar Wolken auf, bevor am Freitag voraussichtlich eine kleine Störung die Nordalpen streift.

Die für unser aktuelles Wetter momentan zentralen Druckgebilde sind ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa und laufend neue Tiefdruckentwicklung über dem Atlantik. Sämtliche Versuche atlantischer Störungen, in Richtung Alpen vorzudringen, werden derzeit noch durch das Hoch abgeblockt. In den nächsten Tagen gewinnt der Atlantik aber nach und nach an Einfluss und das Hoch schwächt sich ab. Auf die erste Front am Freitag folgt vermutlich am Samstag nochmal ruhiges, sonniges Wetter, bevor es ab Sonntag nachhaltig unbeständiger wird. Die weiteren Aussichten sind noch ziemlich unsicher, aber ein neuerlicher Wintereinbruch ist eher nicht in Sicht. Eine sommerliche Hitzewelle auch nicht, daher stellen wir uns auf klassisches Aprilwetter ein.

Firn und Nassschnee

Solange die Nächte klar und die Tage sonnig sind, empfehlen sich Firntouren. In Tirol gab es in den letzten Tagen durchaus beeindruckende Nasschneelawinen zu bewundern (mit gebührendem Abstand). Der Lawinenwarndienst stellt fest, dass die Nasschneelawinen teilweise bis in die bodennahen Schwachschichten durchreißen, teilweise “nur” bis in die Schwachschichten, die sich weiter oben in der Schneedecke im März gebildet haben. Die lästigen Altschneeschichten, die uns schon den gesamten Winter begleiten, wurden und werden also “reaktiviert”.

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Das produziert nasse Schneebrettlawinen. Während trockene Schneebretter in der Regel durch eine Zusatzbelastung ausgelöst werden (Neuschnee, Skifahrer, …), ist bei nassen Schneebrettern oft (nicht immer!) ein Festigkeitsverlust bestehender Schichten ausschlaggebend. Wenn die Schneedecke isotherm wird und Schmelzwasser eindringt, können Schwachschichten, die vorher vielleicht nur noch vereinzelt auslösbar waren, plötzlich wieder von selbst abgehen, ohne dass einen “externen” Auslöser braucht. 

Erduntergang

Abschließend verlassen wir ausnahmsweise unseren Planeten und erlauben uns, ein bisschen über die Bilder zu staunen, die uns von der Artemis II Mission erreichen. Trotz der allgemeinen Nachrichtenlage ist “Erduntergang” nicht zu verwechseln mit Weltuntergang, sondern meint ein Foto der hinter dem Mond untergehenden Erde, das am Montag von der Artemis II Crew aufgenommen wurde. “Earthset” erinnert an das berühmte “Earthrise” Foto von der Apollo 8 Mission 1968. Wir empfehlen diese anschauliche Erläuterung, falls jemand wissen will, wie weit der Mond und die Artemis Crew von der Erde entfernt sind (Antwort: sehr weit).

Ebenso bestaunenswert ist die Aufnahme rechts. Zu sehen ist die Erde bei Nacht, erleuchtet durch Mondlicht (und aufgenommen mit einer potenten Kamera und passenden Einstellungen…). Rechts oben und links unten sieht man lila-grünlich schimmernde Aurora Borealis bzw. Australis (Bild anclicken für große Version) und der helle Streifen rechts unten ist Licht von der Sonne, die ansonsten von der Erde verdeckt ist. 

Frei nach Carl Sagan: Jeder Powdertag, jede Firntour, jeder Schneesturm, jeder Frühlingsmorgen, der uns und allen die wir kennen, kannten, oder nie kennen werden, vergönnt war, ist und hoffentlich sein wird, findet auf diesem Planeten statt. Und wörtlich nach Carl Sagan: “There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we've ever known.”

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