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Gear of the Week

Gear of the Week | DIY Ski/Stock-Garderobe

Wie du aus altem Material eine stylische Ski- bzw. Stock-Garderobe für dein Zuhause baust

22.03.2026
Pascal Schindler Totti Lingotti
Ob es das verstaubte Erinnerungsstück vom Dachboden ist oder die heißgeliebte Ausrüstung, die gerade ihre letzten Pflichten getan hat. Anstatt die alten Latten auf dem Sperrmüll zu entsorgen, lassen wir sie als stylisches Interior-Element wieder auferstehen. Um den geliebten Winter zu schützen geht der Trend zur Kreislaufwirtschaft, und damit auch dem Upcycling von Ski-Equipment. Wir von PowderGuide haben unsere eigenen Projekte zusammengetragen, um euch zu zeigen, was ein bisschen Zeit, Kreativität und Schweiß möglich macht. Los geht es mit der Garderobe.

Die Ski-Garderobe

Mein persönliches Problem waren einfach zu viele Jacken, Hemden, Pullis und eine Garderobe, die aus allen Nähten platzte. Ein verbogener Skistock zwischen zwei Schränken musste bisher als Notlösung herhalten, und das sah weder gut aus, noch war es stabil. Als ich dann auf dem Sperrmüll ein altes Paar Fischer-Skier fand, war der Plan gefasst: Eine robuste Kleiderstange mit echtem Ski-Charakter musste her.

Materialien & Werkzeug

  • Ein altes Paar Ski

  • Ein alter Besenstiel

  • Zwei kleine Holzklötze (mind. 2 cm dick)

  • Schrauben & Dübel

  • Stichsäge & Akkubohrer (und idealerweise ein Metallbohrer!)

Go with the Flow

Mein Vorgehen war eher intuitiv als präzise geplant, aber das Ergebnis überzeugt. Zuerst habe ich die passende Höhe für die Querstangen festgelegt. Damit die Jacken unten nicht aufstehen, fiel die Wahl auf die Position der Vorderbacken der Bindung. Diese waren aber schnell abmontiert.

Der schwierigste Teil war das Loch im Ski. Denn ich hatte nicht an die Metallplatte, die bei vielen Skiern unter der Bindung verbaut ist, gedacht! Daher war mein Loch am Ende etwas unordentlich, aber die Ecken und Kanten haben sich gut in dem weichen Holz des Besenstiels verhakt. Der Besenstiel hatte auch noch sein altes Gewinde. Ich konnte ihn also mit etwas Kraft in eines der Löcher drehen/stecken. Das hielt bombenfest, ganz ohne Kleber, der auf dem Material wahrscheinlich eh schlecht gehaftet hätte.

Für die Wandbefestigung habe ich in die kleinen Holzstücke Aussparungen in der Größe des Besenstiels gesägt. Mit der Stichsäge geht das fix, auch wenn das Loch zur Seite hin “offen” ist. Die Holzklötze wurden klassisch mit Dübeln an die Wand geschraubt. Wer auf Nummer sicher gehen will, schlägt von oben noch einen kleinen Nagel durch das Holz in die Stange, damit nichts verrutscht.

Da die Ski unten gerade abschließen, steht die Konstruktion stabil auf dem Boden und wird durch die Kleiderstangen ausreichend gehalten. Fertig ist die DIY-Garderobe!

Die Skistock-Garderobe

Weit weniger Zeit hat meine Konstruktion in Anspruch genommen - Budget genauso wenig oder noch weniger als bei der Ski-Garderobe. Ähnliche Beweggründe wie bei Pascal haben zu Überlegungen geführt wie der vorhandene Platz sinnvoll genutzt werden kann - natürlich auch weil im Winter die vorhandenen Garderoben immer aus allen Nähten platzen. Quasi eine Skistock-Garderobe für Skiklamotten sollte her - am besten einfach rückbaubar!

Anfangs noch kompliziert gedacht und schon eine Liste für den Baumarkt gemacht, bin ich auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug im Keller über zwei alte Bambusskistöcke gestolpert, die nach dem letzten Junggesellenabschied noch nicht richtig verräumt waren.

Im gleichen Atemzug war die Idee geboren, aber wie bei so vielen Ideen war nicht klar, ob das so in der Praxis dann auch funktioniert und stabil genug ist. Schnell war klar, es ist weit weniger Material nötig als auf dem Zettel stand. Nach zwei weiteren Handgriffen hatte ich vier Ösen, ewas Reepschnur, eine Schere und einen Zollstock in der Hand und machte mich an die Planung.

Materialien & Werkzeug

  • Ein altes Paar Skistöcke

  • Etwas ausgediente Reepschnur

  • Vier kleine Ösen für Holz

  • Etwas Knotenkunde

  • Zollstock, Schere, Fingerkraft (bei Holzdecke)

  • Etwas Kopfrechenleistung (kann durch KI kompensiert werden)

Etwas Zeit, etwas Geschick, zu viel Mathematik

Die gegebenen Variablen waren die gewünschte Höhe von der Decke nach unten und der Abstand zur Wand. Die Länge der Garderobe sollte 125 cm sein und siehe da, die Skistöcke waren exakt so lang. Viel Planung kam dabei gar nicht auf den Zettel, außer ein Dreieck.

Ich muss zugeben, ich wusste nicht mehr genau wie man die Seitenlängen von gleichseitigen Dreiecken errechnet - eigentlich wusste ich auch nicht, ob es wirklich ein gleichseitiges oder doch ein gleichschenkliges oder ein rechtwinkliges oder vielleicht ein stumpfwinkliges oder spitzwinkliges Dreieck wird. Schnell akzeptierte ich, dass weitere Planung höchstens stumpfsinnig oder spitzfindig werden würde - also ran ans Material und einfach ausprobieren.

Wer zu viel rechnet verliert nur wertvolle Zeit zum Ausprobieren

Ganz nach dem Motto von Erich Kästner “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!” empfehle ich bei solchen Projekten nicht zu viel Zeit mit dem Planen zu verbringen. Oft kommt es eh anders als man denkt, deswegen einfach ausprobieren. In situ hab ich dann festgestellt, dass die Deckenlampe sowieso den Abstand der Ösen beschränkt.

Geholfen beim Montieren haben etwas zu lange Reepschnüre und ein wenig Knotenkunde, um die Länge nachträglich gut anzupassen (Mastwurf und Schere!). Nach gar nicht so langem Rumprobieren war die gewünschte Position erreicht und die Skistock-Garderobe konnte eingeweiht werden. Dabei wurde klar, dass ein Bambusstock statisch in Seitbelastung nicht allen Skiklamotten gerecht wird und der zweite wurde einfach mit der restlichen Reepschnur damit an drei Stellen verbunden.

Viel schneller als gedacht war die neue Garderobe fertig und ich erfreue mich nach jedem Skitrip daran, die Klamotten wieder aufzuhängen! Etwas wehmütig schaue ich auf den dahinschmelzenden Schnee und bin schon am Überlegen was im Sommer hier hinhängen kann!

Ich hab übrigens nicht nachgemessen, welches Dreieck entstanden ist, aber wer mir vorrechnen kann wie das mathematisch geplant hätte werden können, der bekommt von mir eine Belohnung! Einfach die Planung per Mail schicken!

Jetzt seid ihr dran!

Habt ihr auch schon alte Latten in eine Bank verwandelt, Regale aus einem alten Crazy Creek Board gebaut oder aus Skistöcken eine Lampe gebastelt? Last es uns in den Kommentaren wissen! Und wer Lust hat kann seine Upcycling-Möbel in einer der nächsten Gear of the Weeks vorstellen! Wir überlegen mal, ob es dafür ein altes Paar Ski als Entlohnung gibt…

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