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Materialtests

Langzeittest | Mammut Contact Sling 8.0

Eine bewährte Bandschlinge für alle Fälle

07.09.2026
Adrian Sauter
Sie sind klein, leicht und verdammt stark. Die Rede ist nicht von sibirischen Hamstern, sondern von Bandschlingen aus Dyneema. Sie sind so vielseitig, dass sie bei keinem Bergabenteuer fehlen sollten. Für den Powderguide-Langzeittest wurden über einen Zeitraum von 10 Jahren mehrere Sets an Schlingen getestet. Was die Contact Sling 8.0 von Mammut zu einer der besten Bandschlingen am Markt macht - das erfahrt ihr hier ebenso wie ein paar Tipps und Tricks zur optimalen Verwendung.

Bandschlingen gehören zur Grundausstattung eines jeden Alpinisten. Ob zum Standplatzbau, zum Abseilen oder zur Spaltenbergung – sie sind eine Allzweckwaffe und so klein und leicht, dass man hier selten zu wenig mitnimmt.

So bin ich mit den Mammut Bandschlingen schon seit so vielen Jahren in den Bergen unterwegs, dass es fast ein Wunder ist, dass sie noch unverändert auf dem Markt sind. Über die Jahre sind sie im Eis, am Fels und im Schnee durch alle erdenklichen Landschaften geführt worden und ich hätte mir nie einen besseren Begleiter wünschen können.

Doch bevor wir tiefer in die Anwendung einsteigen, eine kurze Materialkunde

Hergestellt werden die Bandschlingen aus Dyneema, einer synthetischen Faser aus Polyethylen, die ein ausgezeichnetes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis aufweist. Ideal für Zelte oder Segelstoffe. Aber auch für uns Wintersportler, denn Dyneema Material nimmt so gut wie kein Wasser auf. Die hohe Schnittfestigkeit beruhigt die Nerven, falls doch mal eine Skikante oder scharfe Felsen in die Nähe kommen. Die Bruchlast einer Mammut Contact Sling 8.0 ist mit 22 kN im üblichen Normbereich für Bandschlingen. Im alpinen Einsatz können natürlich Knoten und Alterung die Bruchlast reduzieren. In der Praxis ist darauf zu achten, dass Dyneema fast keine Dehnung hat. Sobald Stürze in die Schlinge auftreten können wie beim Hantieren oberhalb des Standplatzes ist Vorsicht geboten.

Wie setze ich die Bandschlingen am sinnvollsten ein?

Die Bandschlingen gibt es in den unterschiedlichsten Längen von 30 bis zur 240 cm Riesenschlinge. Die Breite des Bandmaterials von 8 mm findet sich zumindest bei Mammut auch im Namen wieder.

Am vielseitigsten sind die beiden mittleren Standardlängen 60 cm und 120 cm. Der genaue Einsatz sieht wie folgt aus.

60 cm: Für verlängerbare Exen oder Sanduhren

Die rote 60er Schlinge eignet sich perfekt zum Verlängern von Alpin-Exen, um den Seilverlauf zu optimieren. Die Seilreibung kann so in Routen mit Quergängen, Dächern oder viel losem Material deutlich reduziert werden. Auch zum Fädeln von Sanduhren leistet die 60er Schlinge gute Dienste.

120 cm: Für den Standplatz, Abseilen und T-Anker

Die blaue 120er Schlinge ist der Standard für die meisten alpinen Manöver. Sie wird zum Standplatzbau eingesetzt, um mehrere Fixpunkte oder mobile Sicherungen miteinander zu verbinden, oder als Selbstsicherungsschlinge beim Abseilen. Besonders angenehm ist hierbei die vergleichsweise kleine und weiche Naht, die sich leicht durch Ösen ziehen lässt und beim Abknoten wenig stört.

Ordnung ist das halbe Leben

Wer in ein gut sortiertes Bergsportgeschäft geht und nach Bandschlingen sucht, ist schnell erschlagen vom bunten Angebot.

Die Hersteller haben oft unterschiedliche Farben für die gleichen Längen. Das kann beim Materialtausch in der Seilschaft für Verwirrung stiften. Es bringt Ruhe und Ordnung auf die Tour, wenn man sich an die Farbpalette der verschiedenen Größen gewöhnt hat und diese nicht ständig ändert.

Doch wie sieht es mit der Haltbarkeit aus?

Nach vier Jahren im Einsatz ist es Zeit, die alten Schlingen in den Ruhestand zu schicken. Die Trennung fällt leicht, denn die alten Schlingen haben ihren Zenit bereits überschritten. Spätestens wenn die Schlingen flauschig werden, sollte man sie ersetzen, denn die kleinen gerissenen Fasern schwächen den Querschnitt des Materials.

Mammut gibt 10 Jahre Haltbarkeit für unbenutztes Material bei idealer Lagerung an. Durch intensiven Gebrauch verkürzt sich die Einsatzdauer natürlich deutlich. Besonders durch UV-Einfluss ist die Haltbarkeit der Dyneema-Fasern begrenzt. Obacht also bei vor Ort gefundenen Schlingen an Abseilern oder der Lagerung in durchsichtigen Boxen.

Mehr Infos zum Umgang mit den Haltbarkeitsdauern findet ihr im PG-Artikel von Hannes.

Profi-Tipp: Die Schlingen am eingenähten Etikett mit Farbe markieren, so findet man nach der Tour sein Material leichter wieder.

FAZIT

Bandschlingen an sich sind großartige Begleiter in den Bergen. Die Mammut Contact Slings haben mich am Ende hauptsächlich durch ihr Handling überzeugt. Sie bleiben meine erste Wahl für alpine Abenteuer, egal ob im Schnee, am Fels oder im Eis. Sie sind leicht, langlebig und haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

VOR- UND NACHTEILE:

+ hohe Bruchlast

+ Haltbarkeit, Verschleiß erst nach langjähriger und intensiver Benutzung sichtbar

+ sehr gutes Handling

+ Die Naht ist klein und stört nicht

+ super leicht (60 cm = 19g / 120 cm = 35 g)

- UV-empfindlich

Hier der direkte Link zu den Mammut Bandschlingen

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