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Materialtests

Materialtest | HEAD KORE Ti Ski Kollektion

88, 94 und 100 ist kein Start ins Bingospiel, sondern unser schnittiger HEAD KORE Kollektion Test

23.02.2026
Timo Macvan Totti Lingotti Adrian Sauter
Die HEAD KORE Ti Kollektion verspricht kompromisslosen Fahrspaß im Gelände. Egal ob auf der Piste, bei perfektem Pulverschnee oder wenn es mal ruppiger wird. In der breiten KORE Serie mit sechs verschiedenen Mittelbreiten von 88 bis 118 mm für die Herren und vier Versionen für die Damen (87 bis 104 mm) findet jeder bzw. jede den passenden Begleiter für perfekte Tage am Berg. Egal ob als All-Mountain-Variante, vielseitigem Freeride-Allrounder oder Big-Mountain-Maschine. Die sportliche und verlässliche DNA zieht sich durch die KORE Serie wie eine perfekte Spur.

Die HEAD KORE Ti Kollektion

Auf diesen Winter wurde die KORE Ti Kollektion von HEAD komplett überarbeitet und ist nun wirklich breit aufgestellt. Sowohl die Konstruktion als auch die Geometrie wurden grundlegend überarbeitet. Erstere beinhaltet nun zwei Titanalschichten, die für optimale Steifigkeit und perfekte Dämpfung sorgen. Die neuen Sidecuts und Rocker-Profile wurden auf maximale Vielseitigkeit abgestimmt, um bei allen Schnee- und Pistenverhältnissen maximalen Fahrspaß zu bieten. Erwähnenswert sind außerdem die Verarbeitung von Graphene und Flachs sowie die unterschiedlichen Holzkerne aus Karuba-/Buchenholz (Herrenvariante) bzw. Pappelholz (Damenvariante).

Die Herren-Varianten bieten sechs verschiedene Mittelbreiten mit je sechs Millimetern Abstand: 88, 94, 100, 106, 112 und 118 mm in den jeweils um sieben Zentimeter unterschiedlichen Längen von 154, 163, 170, 177, 184 und 191 cm, wobei es die kürzeren Längen nur bei den schmaleren Versionen gibt.

Wurde hier etwa die Marketingstrategie „Six Seven” angewendet? Nach dem Internet-Meme hat die KORE Serie auf jeden Fall das Potential den nächsten Hype hervorzurufen.

Auch für Freeriderinnen hat HEAD einige Modelle auf den Markt gebracht. Bei den Damen-Varianten geht es bei 87 los und über 93 und 99 endet es dann einen Millimeter zu schmal bei 104 mm - vermutlich nur ein Rechenfehler. Bei den Längen lässt sich hier auch - wieder im richtigen Raster - stark variieren von 149, 156, 163, 170 bis 177 cm - hier gibt es die kürzeste Variante ebenso nur beim schmalsten Ski.

Wir haben uns bei unserem Test (erstmal) auf die schnittigen Varianten der Herren konzentriert: den 88er, den 94er und den 100er montiert mit der Tyrolia ATTACK 14 GW Bindung.

Erster Eindruck

Die HEAD KORE Ti Skier kommen in einem schlichten Design mit gedeckten Farben aus Schwarz und Beige daher. Gemeinsam mit der Tyrolia ATTACK 14 GW Bindung, welche in den passenden Farben produziert wurde, macht die Kombi richtig was her. Die KORE Skier wirken erwachsen. Aber nicht spießig erwachsen, sondern eher lässig, sauber und hochwertig.

Dazu kommt ein moderner Tip- & Tail-Rocker kombiniert mit klassischem Camber unter der Bindung – ein Setup, das Auftrieb im Powder und Grip auf harter Unterlage verspricht. Für uns wirken die schmaleren beiden Varianten auf den ersten Blick wie ein klassischer Freerider auf Diätform: schmale Taille in der Mitte, breite Schultern oben und dicke Freeride-Stiefel unten. Der helle Streifen an den Seiten der Skier unterstützt diesen Eindruck zusätzlich.

In den getesteten Längen (184 bzw. 177 cm) sind die angesprochenen Verhältnisse wie folgt:

  • 88er Mittelbreite mit 128 mm breiter Schaufel und ein 112 mm breites Skiende (Radius 16,0 m) in 177 cm

  • 95er Mittelbreite mit 132 mm breiter Schaufel und ein 117 mm breites Skiende (Radius 17,9 m) in 184 cm

  • 101er Mittelbreite mit 134 mm breiter Schaufel und ein 123 mm breites Skiende (Radius 18,9 m) in 184 cm

Es fällt sofort auf, dass - wie im Alter - die Schultern im Verhältnis weit weniger wachsen als die Taille. Auch die Skienden wachsen im gleichen Verhältnis wie die Mittelbreiten. Wie sich das auf die Fahreigenschaften auswirkt, lest ihr weiter unten.

Tester und Testbedingungen

Der 88er KORE ist mit einem Tester mit den Maßen 178 cm und 72 kg unterwegs gewesen. Ein Tester der eigentlich lieber breite Ski fährt, aber sich die letzten Jahren zur Vorbereitung auf eine Skitechnik-Prüfung wieder vermehrt mit taillierten Ski auseinandersetzen durfte. Gefahren wurde der Ski an etwa 15 Skitagen hauptsächlich auf der Piste. Aber auch ein paar Schwünge im Gelände und im Tiefschnee waren dabei.

Der Tester vom 94er KORE ist 186 cm groß und schwankt aktuell um die 95 kg, also eher ein „kräftiger Skifahrer“. Das Ziel war es den Ski auf seine Alltagstauglichkeit bei möglichst vielen verschiedenen Schneeverhältnissen zu testen. Leider fielen die Powdertage bisher in den nördlichen Alpen recht spärlich aus, weswegen die meisten der in etwa 30 Skitage auf dem Ski auf der Piste und in unmittelbarer Nähe hierzu gesammelt wurden. Die Verhältnisse wechselten zwischen soliden und eisigen Pisten, ein paar waghalsigen Ausflügen in haifischartigen Hängen sowie noch weniger Neuschneetage.

Der 100er KORE wurde von 180 cm und knapp 80 kg getestet. Der Tester fährt gern sportlich, aber auch der Einkehrschwung muss sitzen. Mit den Skiern wurden etliche Runden im Gebiet sowohl zum Freeriding, aber auch auf der Piste gedreht. Bei den Schneeverhältnissen wurde so gut wie alles von Harschdeckeln, über fluffigen Neuschnee bis zu Sulz abgedeckt. Gleiches gilt für die Pistenverhältnisse, da kommt nur noch das Eis hinzu.

Testberichte

HEAD KORE Ti 88

Der HEAD KORE Ti 88 ist der schmalste Ski in unserer Testreihe. Mit 88 mm unter der Bindung macht er vor allem auf der Piste eine gute Figur und reiht sich in die Kategorie All-Mountain-Ski ein.

In der Steifigkeit hebt er sich deutlich von den „Breitensport-All-Mountain-Ski“ ab. Etwas weicher als ein Performance Carver ist er trotzdem, was seiner Vielseitigkeit zugutekommt. Im Vergleich zu den breiteren Modellen der KORE Serie hat er etwas weniger Rocker und mehr Camber abbekommen. Der Radius von 16 m verlangt eine saubere Fahrweise und Vertrauen in den Ski, um auch auf steileren Pisten noch geschnittene Schwünge zu fahren.

Gedriftete Schwünge bei größeren Radien sind nicht seine Stärke. Es ist deutlich leichter, den Ski auf der Kante ins Tal zu bewegen. Falls die Piste zu eng wird, kann man mit dem Ski problemlos ins Gelände ausweichen. Die breite Schaufel und die steife Bauweise bügeln so manches nieder, das einen schmalen Carving-Ski aus der Ruhe bringen würde.

Der Ski fühlt sich auch im ausgefahrenen Variantengelände oder in Buckeln wohl. Er ist dort überraschend drehfreudig, liefert einen guten Rebound und bietet ausgezeichnete Kontrolle. Selbst an Tiefschneetagen, an denen man normalerweise breitere Ski bevorzugen würde, schlägt er sich für einen so schmalen Ski überraschend gut.

Trotz seiner Breite von nur 88 mm unter der Bindung sorgt die breite Schaufel für genügend Auftrieb, um nicht gänzlich im Schnee zu versinken. Der leicht ausgeprägte Rocker macht den Ski auch im Tiefschnee drehfreudig. Das höhere Gewicht sorgt für Laufruhe und Stabilität. Der Ski ist sicher kein Favorit für Big-Mountain-Turns, aber Powder-Treeruns mit kleinen Radien machen mit ihm richtig Spaß.

Ich fahre den Kore 88 etwa 2 cm unter meiner Körpergröße und empfinde die Länge für meinen Einsatzzweck als perfekt. Ein kürzerer Ski wäre vermutlich etwas verspielter, mir würden jedoch die Laufruhe und die Eignung für den Off-Piste-Bereich fehlen.

Fazit

Der Ski richtet sich an fortgeschrittene Skifahrer und braucht einen aktiven Fahrstil um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Wenn man genügend Zeit investiert den Ski kennenzulernen, lässt er sich zügig und kraftsparend fahren.

Der Ski eignet sich perfekt für jemanden, der sich gerne technisch weiterentwickeln will und „einen Ski für Alles sucht“. Wer eher aus der klassischen Schule kommt oder Renn-Hintergrund hat, wird die direkten und kompromisslosen Eigenschaften wie Steifigkeit und Kantenhalt zu schätzen wissen.

Für Newschooler ist der Ski nicht verspielt genug und für Anfänger alles andere als fehlerverzeihend. Für Fortgeschrittene Skifahrer ist der HEAD KORE 88 aber das perfekte Arbeitsgerät, um die Technik auf das nächste Level zu bringen.

HEAD KORE Ti 94

Mitte Dezember 2025 habe ich den HEAD KORE 94 das erste Mal ausfahren dürfen. Ich muss sagen, ich musste mich erstmal an das durchaus direkte Fahrverhalten des Skis gewöhnen. Die Konstruktion aus Karuba- & Pappelholz, verstärkt mit Graphene und zwei Titanal-Schichten, sorgt für ein sehr direktes, solides Fahrgefühl. Kein wabbeliger Spaßski, sondern ein Werkzeug mit klarer Linie.

Auf der Piste zeigt der 94er KORE seine eigentliche DNA. Der Kantengriff ist exzellent, selbst auf hartem oder eisigem Untergrund bleibt der Ski ruhig und berechenbar. Im Laufe des Tages, wenn die Pisten Tirols unregelmäßiger werden, verlangt der Ski schon auch ordentliche Konzentration, denn jede Unebenheit gibt eine sofortige Rückmeldung ans vestibuläre System. Was aber nicht etwas prinzipiell schlechtes sein muss, da dieses direkte Fahrverhalten auch durchaus Spaß machen kann. In steileren Hängen oder wenn der Ski richtig aufkanten soll befolgt er jede deiner Anweisungen schnell und präzise.

Zudem sorgt die schmale Taille für einen komfortablen Kantenwechsel, trotz des Radius von 17,9 m. Aber der Ski hat schon seine Stärken im Bereich der langen und breiten Schwüngen auf laufruhigen und menschenleeren Pisten. Dank der Titanal-Lagen läuft er unglaublich stabil, auch wenn das Tempo hoch geht, sodass der Ski auf allen Neigungen stark performt.

In verspurtem Gelände, Bruchharsch und zerfahrenen Powderfeldern fühlt sich der Kore 94 kontrolliert, ruhig und vertrauenerweckend an. Er pflügt nicht brutal durch alles durch, aber er bleibt stabil, wenn es unruhig wird. Der Rocker hilft beim Drehen und Einleiten, die Steifigkeit sorgt dafür, dass er nicht wegknickt, wenn man Druck gibt.

Im wirklich tiefem Powder zeigt sich erstmalig die „Sandwich-Persönlichkeit“ des KORE 94 (später mehr im Fazit). Mit 95 mm Mittelbreite und 184 cm Länge ist er für einen schweren Fahrer einfach kein echter Powderski. Auftrieb ist da, ja aber eher im Bereich: „geht schon“ statt „schwebt“.

Leichtere Fahrer:innen werden hier mehr Spaß haben, aber für kräftige Skifahrer bleibt der Kore 94 im Tiefschnee ein Freeride-Ski an der Grenze. Er funktioniert, aber er fühlt sich nie so mühelos an wie breitere Modelle der KORE Kollektion.

Fazit

Der 94ER KORE ist das “Sandwich-Kind” in unserer Testreihe. Nicht schmal genug, um ein reiner Pistenski zu sein. Nicht breit genug, um ein echter Powder-Slayer zu werden. Der 94ER KORE bewegt sich an der Grenze zwischen Allmountain-Ski und Freeride-Ski. Er ist ein Allmountain-Ski mit Freeride-Ambitionen oder eben ein Freerider mit Pisten-Disziplin.

Alles in allem lässt sich sagen, ist es kein Ski mit einer expliziten Stärke oder Schwäche. Es ist ein Alleskönner, der sich an alle Gegebenheiten anpasst und je nach Fahrer:in seine eigene Identität sucht oder eben zwischen Allmountain- und Freerideski vermittelt.

Meine Empfehlung: Für Resort-Freerider, die 70–80 % ihrer Zeit auf der Piste und 20-30% neben der Piste verbringen, ist der KORE 94 ein echter Sweet Spot.

HEAD KORE Ti 100

Der breiteste der KORE Kollektion in unserem Test ist schon etwas reifer und erwachsener als die schmaleren, von den Kollegen beschriebenen Versionen. Um in der Metapher zu bleiben: der 100er KORE wirkt wie der große Bruder, der schon etwas mehr Erfahrung gesammelt hat und seine Fähigkeiten besser einzusetzen weiß. Gleichzeitig merkt man aber schon, dass er verwandt ist mit seinen kleinen Geschwistern und sein Charakter aus der gleichen Familie stammt.

Im Großen und Ganzen ähneln die Eigenschaften des 100er KORE denen der beiden anderen. Der Ski schenkt mit seiner Laufruhe auch bei hohen Geschwindigkeiten viel Vertrauen, er muss aber bewusst und sportlich gefahren werden, wenn es um die Drehfreudigkeit geht. Er ist kein extrem verspielter Ski, sondern ein Alleskönner, der in dieser Breite auch im Tiefschnee sehr gut funktioniert.

Durch seine breite Schaufel bietet er im Tiefschnee trotz seiner überschaubaren Mittelbreite guten Auftrieb und Abstecher ins Offpiste-Gelände machen damit sehr viel Spaß. Aber auch hier ist der 100er KORE Ti eher ein Charger für schnelle Abfahrten mit großen Turns. Für das Arlberger Zöpfelflechten braucht es schon eine gewisse Technik und Physis, aber es ist durchaus machbar!

Von schon zerfahrenen Bedingungen lässt er sich bzw. den Fahrer dagegen nicht aus der Ruhe bringen. Vor allem mit Geschwindigkeit spielt er hier seine kompromisslosen Stärken aus. Das heißt nicht, dass der 100er KORE nicht wendig durchs Terrain manövriert werden kann. Dies ist jedoch schon etwas aufwendiger und vor allem bei bewusstem Fahren mit Druck nach vorne sehr gut machbar.

Für die präparierten Verhältnisse auf der Piste verhält es sich ganz ähnlich und vor allem die geschnittenen Schwünge sind sein Metier. Sobald der Ski auf der Kante steht, schneidet er durch den Schnee wie auf Schienen und brilliert mit Laufruhe - natürlich nur wenn man ihm seinen Radius lässt. Trotz seiner Mittelbreite lässt sich der Kantenwechsel recht mühelos durchführen.

Fazit

Alles in allem ist der 100er KORE der kompletteste Allrounder aus unserem Test. Er spielt seine Stärken sowohl auf als auch neben der Piste aus. Er ist vor allem für fortgeschrittene Skifahrer:innen empfehlenswert, da diese die Technik mitbringen, um die ganze Bandbreite der Fahreigenschaften auszureizen.

Mit ihm bleibt man definitiv flexibel und mit einer Tourenbindung lassen sich damit ein paar richtig schöne Abenteuer erleben. Mit einem Gewicht von fast zwei Kilo pro Ski ist er zwar kein Leichtgewicht, für kürzere Anstiege aus dem Gebiet oder, wie es früher so schön hieß, zum Variantenskifahren, taugt der 100er KORE jedoch sehr gut.

Insofern kann der 100er KORE allen ambitionierten Freeridern als vollwertiger Allrounder für jede Schneebedingung und jede präparierte Piste empfohlen werden!

Vor- und Nachteile

+ sehr guter Kantenhalt

+ Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten

+ bügelt gut durch verspurtes Gelände

- etwas mühsame gedriftete Schwünge

Informationen

Preis UVP: 790,00 € + 160 € Attack 14 GW

  • 88er Camber Rocker 15/55/25 (in % von Tail zu Tip)

  • 94er und 100er Camber Rocker 20/50/30 für Piste oder Powder: frühere Aufbiegung und breite Schaufel vorne für Auftrieb im Tiefschnee

  • Zwei Lagen Titanal sorgen für eine ideale Balance aus Steifigkeit und Dämpfung und ermöglichen so präzise Kraftübertragung und ein ruhiges, kontrolliertes Fahrverhalten.

  • Verarbeitung von Graphene, das dünnste und leichteste bekannte Material, das strategisch im Ski eingesetzt wird, um ihn stark, langlebig und leicht zu machen.

Hier geht’s zur Website von Head für weitere Informationen.

Die Skier wurden PowderGuide vom Hersteller im Rahmen einer Partnerschaft kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wie wir testen erfahrt ihr in unserem Test-Statement.

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