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Materialtests

Materialtest | Fritschi Xenic Plus 12

Superleichte Tourenbindung mit besonders zuverlässiger Auslösung

10.02.2026
Lorenzo Rieg
Mit der Xenic Plus 12 bringt Fritschi ein signifikantes Update der Xenic auf den Markt. Neben den bekannten Vorteilen überzeugt die Bindung weiterhin durch ihr geringes Gewicht. Zahlreiche Neuerungen machen sie jedoch stabiler und sicherer, wodurch sie insbesondere für abfahrtsorientierte Skitourengeher interessant wird.

Die Fritschi Xenic ist mittlerweile seit über fünf Jahren auf dem Markt und war bereits in ihrer ersten Version eine sehr gelungene Pin-Bindung. Sie konnte unter anderem mit ihrem innovativen Öffnungsmechanismus am Vorderbacken überzeugen. Als langjähriger PowderGuide Partner, hat Fritschi uns auch damals eine Bindung zum Testen zur Verfügung gestellt, die ich mit Freude getestet habe.

Die neue Xenic Plus 12 ist ein deutliches Update zur ersten Xenic, hat aber die bewährten Vorteile selbstverständlich übernommen. Im folgenden Test gehe ich daher insbesondere auf die Neuheiten ein, sowie selbstverständlich darauf, wie die Bindung sich im Schnee schlägt.

Erster Eindruck

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Xenic Plus 12 kaum von meiner „alten“ Xenic. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch einige entscheidende Unterschiede auf.

So hat die Xenic Plus 12, wie die meisten vergleichbaren Skitourenbindungen, nun zwei Steighilfen und nicht mehr nur eine. Die Z-Wert-Einstellung lässt sich dank der in das Abdeckungsplexiglas integrierten Lupen nun leichter vornehmen. Der etwas massiver wirkende Hinterbacken hat mehr sichtbares Metall, was laut Fritschi dazu beitragen soll, die Bindung stabiler und verwindungssteifer zu machen.

Zudem ist der maximale Z-Wert von 12 neu und macht die Xenic Plus 12 somit auch für schwerere und aggressivere Skitourengeher interessant.

Die Features, wie der lange elastische Weg am Hinterbacken sowie die ebenfalls elastisch gelagerten Pins am Vorderbacken, bleiben erhalten. Beides trägt stark dazu bei, Fehlauslösungen bei kleineren, aber harten Schlägen zuverlässig zu verhindern, wodurch die Bindung ein hohes Sicherheitsniveau erhält.

Insgesamt hat die Xenic Plus 12 also sämtliche Vorteile der Vorgängerversion übernommen und die kleineren Schwächen, d. h. den maximalen Z-Wert von 10 sowie die einzelne Steighilfe, adressiert.

Neben der Plus 12 gibt es die neue Xenic auch in der Plus-10-Variante mit einem Z-Wert von 4–10.

Tester und Testbedingungen

Ich bin 183 cm groß und wiege gut 80 kg. Die Bindung habe ich auf einem Atomic Maverick 96 CTI getestet, also einem waschechten Allmountainski, nicht einem ultraleichten Tourenmodell. Als Schuhe kamen vor allem meine Scarpa Quattro XT, aber auch die Dynafit Tigards zum Einsatz.

Ich fahre viel Ski und gehe sehr viele Skitouren, dabei kommt es mir allerdings vor allem auf die Abfahrt an. Daher bin ich auch in aller Regel mit seriösen Ski und soliden Schuhen unterwegs. An Bindungen habe ich in den letzten Jahren fast alles am Markt mal mehr oder mal weniger verwendet, am meisten allerdings sicher die Xenic und die Dynafit Radical.

Die Bindung war den bisherigen Winter im Einsatz, aufgrund der schlechten Schneelage allerdings leider nicht so oft, wie ich mir wünschen würde. Neben Skitouren bei verschiedenen Bedingungen war sie allerdings auch zum testen den einen oder anderen Tag auf der Piste dabei.

Testbericht

Wie von Xenic- bzw. Fritschi-Bindungen allgemein gewohnt, ist der Einstieg in die Xenic wirklich leicht. Die Bewegung ist etwas anders als bei den meisten anderen Pin-Bindungen, aber man hat es schnell heraus. Auch der Umbau zwischen Aufstiegs- und Abfahrtsmodus bzw. umgekehrt geht rasch vonstatten. Hier ist auch zu merken, dass sich die Bindung leichter drehen und verriegeln lässt als das erste Modell der Xenic.

Im Aufstieg ist die Xenic dank ihres geringen Gewichts und der guten Kraftübertragung bei hartem Schnee natürlich sehr funktional. Die Steighilfen lassen sich leicht bedienen. Ich aktiviere sie allerdings nur beim Spuren. Positiv fällt im Aufstieg die geringe Neigung der Xenic Plus 12 zum Vereisen beziehungsweise Sammeln von Schnee auf. Das war mir bereits bei der Xenic aufgefallen, hat sich im neuen Modell allerdings nochmals verbessert. Während ich bei feuchterem Schnee gerade bei älteren Pin-Bindungen häufig Schnee vom Hinterbacken entfernen muss, um nicht mit einer Zwangssteighilfe aus Schnee unterwegs zu sein, kommt das bei der Xenic Plus 12 praktisch nicht vor.

In der Abfahrt ist die Xenic Plus 12 zuverlässig, stabil und ansonsten unauffällig. Das ist für eine Skitourenbindung durchaus ein Kompliment, wie ich finde. Wie bereits beim Vorgängermodell kommen Fehlauslösungen praktisch nicht vor – die Elastizität an Vorder- und Hinterbacken ist hier jedenfalls positiv. Ich käme gar nicht auf die Idee, die Bindung während der Abfahrt zu verriegeln, was ich bei älteren Pin-Bindungen regelmäßig getan habe. Gleichzeitig überträgt die Xenic Plus 12 die Kraft vom Schuh auf den Ski, was zu einer präzisen Skiführung und einer sicheren Abfahrt beiträgt. Im Fahrverhalten kann ich grundsätzlich keinen Unterschied zu wirklich abfahrtsorientierten Pin-Bindungen wie der Salomon Shift oder der Fritschi Tecton erkennen. Die Xenic Plus schlägt sich also auch hier richtig gut, insbesondere, wenn man das geringe Gewicht berücksichtigt.

Fazit

Tolle leichte Tourenbindung mit ausgezeichnetem Auslöseverhalten und hohem Bedienkomfort – made in Switzerland. Mit der “Plus 12” gibt es nun auch ein Xenic-Modell für schwerere und aggressivere Skitourengeherinnen und Skitourengeher, welche sämtliche Vorteile der Xenic mit einem höheren Z-Wert vereint.

Vor- und Nachteile

+Leicht

+Sehr gutes Auslöseverhalten

+Einfache Bedienung

Informationen

UVP €479,95

  • Z- Wert 6-12

  • Gewicht 650g pro Paar

  • Verfügbare Stopperbreiten: 75mm, 85mm, 95mm, 105mm

Hier geht es zur Website von Fritschi mit weiteren Informationen

Die Bindung wurde PowderGuide vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wie wir testen erfahrt ihr in unserem Test-Statement.

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