TESTBERICHT
Nach den ersten Tagen verändert sich das Tragegefühl spürbar. Die anfänglichen Druckstellen verschwanden bei mir recht schnell und der Innenschuh passte sich zunehmend an meinen Fuß an. Gleichzeitig wurde der Schuh nicht unangenehm weich. Auch nach zwei Monaten sitzt er noch fest und gibt meinem Fuß viel Halt. Genau diese Mischung hat mir im Laufe des Tests immer besser gefallen.
Besonders deutlich habe ich den Unterschied zu meinem alten, bereits sehr weich gefahrenen Boot beim Snowboarden gemerkt. Bewegungen werden direkter auf Board und Bindung übertragen und gerade beim Carven hatte ich dadurch ein deutlich sichereres Gefühl. Auch bei höherem Tempo gibt mir der Rift Pro viel Kontrolle.
Nidecker gibt den Flex mit 3 von 5 und damit als „Mid-Stiff“ an. Eine genaue Flex-Einstufung finde ich bei Boots schwierig, mein persönlicher Eindruck passt aber grundsätzlich in diese Richtung. Der Rift Pro bietet ordentlich Unterstützung, lässt gleichzeitig aber noch genügend Bewegung zu. Nach der “Einfahrphase” ist die Festigkeit für mich genau in einem Bereich, den ich von einem guten Snowboardboot erwarte.
Sehr gut funktioniert auch das Dual-BOA-System. Die beiden Bereiche lassen sich schnell einstellen und der Fuß sitzt anschließend fest im Boot. Vor allem der Fersenhalt hat mich überzeugt. Ich hatte beim Fahren nicht das Gefühl, im Schuh nach oben zu rutschen oder unnötige Bewegung zu haben. Gleichzeitig ist das System im Alltag einfach praktisch, weil das An- und Ausziehen schnell erledigt ist.
Überrascht hat mich der Rift Pro auch beim Splitboarden. Trotz seiner stabilen Konstruktion lässt sich damit angenehm laufen. Zusammen mit meiner Plum-Bindung funktionierte der Boot besser, als ich zunächst erwartet hatte. Für mich ist er deshalb nicht nur ein Boot für Lift-Tage, sondern durchaus auch eine Option für gelegentliche Splitboard-Touren.
Auch mit der Nidecker OG Supermatic konnte ich den Rift Pro bei SHOPS 1st TRY testen. Die Kombination als auch der Ein- und Ausstieg aus der Bindung funktionierten problemlos.
Gerade bei nassem Frühjahrsschnee und Slush habe ich den Boot intensiv genutzt und die Füße blieben dabei trocken. Auf einer längeren Splitboard-Tour bei kälteren Bedingungen wurden meine Füße etwas kühl. Wirklich unangenehm kalt wurde es allerdings nicht.
Nach zwei Monaten Einsatz schaut mein Testpaar immer noch sehr gut aus und weist kaum sichtbare Gebrauchsspuren auf. Wie sich Material und Flex über mehrere Saisons entwickeln, lässt sich nach diesem Zeitraum natürlich noch nicht beurteilen. Für die kommende Saison werde ich den Boot aber definitiv weiterfahren.