Hast du schon mal geschaut, wie Jeremy Jones Snowboard fährt? Falls nicht, schau dir mal Peak Obsession an. Ab Minute 17 wird es ernst: Er steht gemeinsam mit Cody Townsend oben am Meteorite Peak, einer der ikonischsten Big Lines in den Chugach Mountains, im Rahmen des Fifty-Projekts, das jetzt vielleicht kein YouTube-Geheimtipp mehr ist. Unter seinen Füßen klebt allerdings kein langes, steifes Full-Camber-Big-Lines-Brett, sondern der Storm Chaser aus eigenem Hause. Eigentlich ist das ein „Deep Pow, Low Angle“-Shape: kurz, breit und mit Fish-Tail. Ein Board, das für verspielte Turns im Wald gebaut wurde und nicht für 50 Grad steile Alaska-Flanken.
Warum macht er das? Ganz einfach: Weil er’s kann. Jeremy Jones beherrscht sein Board so präzise, dass er die konzeptionellen Nachteile des Hobels durch schiere Fahrtechnik kompensiert. Für uns Normalsterbliche ist die Wahl des Shapes jedoch mindestens mit entscheidend dafür, ob die Tour zum Genuss oder zur Tortur wird. Schauen wir uns also an, welche Shapes der Markt aktuell so zu bieten hat.
Ein kleines Brainstorming.
Directional vs. Twin: Eine klare Richtung
Die überwältigende Mehrheit der Splitboards ist Directional. Das bedeutet: Eine längere Nose, ein kürzeres Tail und ein deutlicher Setback der Bindung nach hinten. Das Ziel ist maximaler Auftrieb und Stabilität in der Abfahrt. Häufig wird das noch mit einem sogenannten Taper garniert: Tail schmaler als Nose.
Echte Twins (symmetrisch von Nose bis Tail) sind im Backcountry selten, da sie im tiefen Schnee viel Kraft erfordern, um die Nose oben zu halten. Da „brennt“ der hintere Oberschenkel irgendwann mal durch. Wer jedoch auch auf Tour nicht auf stabile Switch-Landungen verzichten möchte, findet Nischenprodukte. Ein spannendes Beispiel kommt direkt aus Freiburg: Das Turnado vom PowderGuide Partner Valhalla zeigt, dass man auch mit einem Twin-Konzept im Backcountry kreativ werden kann.
Rocker-Camber Lines: Die Seele des Boards
Wie viel Vorspannung (Camber) oder Aufbiegung (Rocker) ein Board hat, entscheidet über den Grip im Aufstieg und die Sicherheit, aber vielleicht auch über den Spaß bei der Abfahrt.