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WetterBlog 14 2025/26 | Günstige Stratosphärenverhältnisse

Der Polarwirbel bricht zusammen, die Wetterlage wird mittelfristig interessant

04.02.2026
Sebastian Müller
Diesen Winter kann man schon als schwierig einstufen, betreffend der unterdurchschnittlichen Schneelage und besonders wegen der tückischen Lawinengefahrenlage. Aber alles Gute kommt von oben: In der Stratosphäre ist ein Umsturz der Zirkulation geplant, der den Alpennordhang in Bezug auf die Anströmung stark begünstigen könnte. Angesichts des Altschneeproblems bleiben wir defensiv in der Routenwahl und blicken im Folgenden in die Glaskugel des Wettergeschehens.

Wetterlage und Aussichten

Ein sanfter Trog strömt die Alpen von Süden her an. Die Niederschläge, von südwest kommend, erfassen seit gestern (Dienstag) den gesamten Alpensüdhang, sind aber nicht sehr intensiv und neigen sich am Donnerstag in den Ostalpen ihrem Ende entgegen. Einige Ensemble-Mitglieder sehen auch starke Schneefälle, sodass etwas Spannung geboten ist. Die Temperaturen sind dabei gar nicht so mild: Am Mittwoch liegen die Schneefallgrenzen generell unter 1000 Metern. Die genauere Einschätzung der Neuschneemengen findet ihr im PowderAlarm 8.

Lawinenlage

Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass die Lawinenlage heikel ist, denn in weiten Teilen der Alpen (zentral, ost-, süd- und nordalpin) herrscht ein Altschneeproblem. Die letzten Schneefälle vom letzten Wochenende und Mittwoch am Alpensüdhang sind auf eine dünne, umgewandelte Altschneedecke gefallen. Im Trentino liegt auf 2.000 Metern ein halber Meter Neuschnee auf einer Schwimmschneeschicht. In kammnahen Bereichen, in denen auch Wind im Spiel war, gingen spontane trockene Schneebretter ab. Es war Vorsicht geboten, aber man konnte auch Freude haben. Eindringliche Wumpf-Geräusche waren meistens Warnung genug.

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Ein tragischer Lawinenunfall in den friulanischen Dolomiten hat mich persönlich besonders getroffen. Das Todesopfer konnte in der Kameradenrettung nicht gefunden werden, denn sein LVS-Gerät war ausgeschaltet. Wir weisen in diesem Zusammenhang nochmal auf den freiwilligen Rückruf der Mammut Barryvox 2 und S2 hin.

Stratosphärenlage

Gegenwärtig hat sich der Polarwirbel zu einer Ellipse verformt, deren lange Achse sich von Nordamerika über den Nordpol nach Zentraleurasien erstreckt. Das ist unbedingt in Zusammenhang zu sehen mit den extrem kalten Temperaturen in Nordamerika, die Frost sogar bis nach Florida brachten. Diese Konfiguration wird in den nächsten Tagen zunehmend instabil und es wird zum Zusammenbruch des Polarwirbels kommen. Dabei entstehen dann zwei Wirbel, ein kleiner über Nordamerika und ein größerer über Eurasien.

Der Wirbel verschwindet bald, sodass es scheint, als würde der Polarwirbel in den nächsten Wochen vollständig über Eurasien wirbeln. Ich wage zu schätzen (und hoffe), dass es dadurch in den nächsten Wochen zu einer verstärkten Nordanströmung der Alpen kommen wird. Dabei ist anzumerken, dass die Vorhersagbarkeit der Stratosphäre ähnlich wie die der Ozeane größer ist als die des Wetters in der Troposphäre.

Wie der Name schon impliziert, ist die Stratosphäre sehr stabil geschichtet und ihre Zirkulation wird durch meridionale Temperaturgradienten (thermischer Wind) bedingt. Sie wird zudem durch Wellen aus der Troposphäre gestört und modifiziert (wave - mean-flow interaction). Gewiß ist also der polar vortex breakdown und gewiß hat das großes Potenzial den Winter an den Alpennordhang nochmal heranzuführen. Die nächsten Wochen werden es zeigen, und die WetterBlogs und hoffentlich PowderAlarme werden es berichten. Die gezeigten Vorhersagen findet man auf stratobserve.com.

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