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Wetterblog

WetterBlog 21 2025/26 | Besser spät als nie

Da geht noch was!

25.03.2026
Lea Hartl
Die Details gibt`s bei Kollege Orakel, aber auch wir stellen fest: Nordstau! Gefühlt zum ersten Mal in diesem Winter! Zumindest östlich des Arlbergs war und ist die Basis für Ende März (!) mau bis miserabel, trotzdem freuen wir uns über späte Powder-Geschenke. Außerdem: Global weirding jenseits des Atlantiks.

Aktuelle Lage und Aussichten

Die Wellen atmosphärischer Strömungen schwappen endlich mal wieder in Richtung Nordstau. Das Azorenhoch wölbt sich vor der Iberischen Halbinseln nach Norden auf und dahinter (östlich) fließt kalte Luft nach Süden. Einen “klassischen" Kaltluftausbruch dieser Art gab es länger nicht, die Südstaulagen waren diesen Winter bekanntlich deutlich ergiebiger.

Jetzt, nachdem man an einschlägigen Tiroler Skitourenhotspots nicht nur Tragestrecken in Kauf nehmen sondern auch Rennradfahrern ausweichen musste, nun also doch nochmal ein Nord-Alarm. Heute (Mittwoch) im Laufe des Tages legt sich eine kräftige Kaltfront über den Alpenbogen und bis zum Abend dürfte in den gesamten Nordalpen Schneefall einsetzen. Außerdem wird es deutlich kälter und stürmisch, also in jeglicher Hinsicht winterlich. Auch am Donnerstag schneit es weiter - siehe die Meldungen des PG-Powder Orakels für weitere Details!

Am Freitag klingt der Niederschlag von Westen nach Osten ab, der Schwerpunkt des Nachzüglerschnees rutscht an den Alpennordostrand während sich das Wetter in den Westalpen schon wieder relativ freundlich zeigt. 

Das Wochenende und die weitere Entwicklung sind noch eher unsicher, voraussichtlich ist Samstag der sonnigere Wochenendtag. Ab Anfang nächster Woche steigen die Temperaturen vermutlich nach und nach wieder Richtung Frühling. Ob in der weiter entfernten Mittelfrist nochmal nennenswert Niederschlag dabei ist, steht in den Sternen bzw. den breit streuenden Modellensembles und der Fitnesstudiolyrik (?) des Orakels. Möglich wärs!

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Rekordhitze in den USA

Die aktuelle Wetterlage in Nordamerika ist außergewöhnlich genug für eine kurze Zusammenschau. In den letzten Tagen haben 14 US-Bundestaaten neue Temperaturrekorde für März aufgestellt. An einigen Stationen wurden März-Hitzerekorde erreicht, die bisherige April-Rekorde übertreffen. Die außergewöhnliche Hitze reicht von der westlichen Hälfte der USA bis in den Norden Mexikos. Die Temperaturen beispielsweise in Colorado liegen bei bis zu 35°C (im März!). In Kalifornien haben manche Stationen über 40°C geschafft (exemplarische Listen z.B. hier oder hier).

Außergewöhnlich sind nicht nur die extrem hohen Temperaturen, sondern auch die räumliche Ausdehnung der Hitzewelle. Der riesige “Heat Dome” wird wohl noch bis in die nächste Woche hinein andauern und sich dabei weiter nach Osten, mehr oder weniger über die gesamten USA, ausdehnen. Hitzewellen gab es immer schon, ohne den Klimawandel wäre ein Heat Dome in dieser Ausprägung aber so gut wie undenkbar.

Der Winter an der Westküste war großteils sowieso schon schneearm und warm. Die Hitze gibt der mageren Schneedecke nun vielerorts den Rest. Die Folgen der Schneearmut werden in vielen Regionen noch monatelang zu spüren sein, da wichtigen Flüssen der Abfluss der Schneeschmelze fehlt. Auch die “Fire Season”, also die Waldbrand gefährdete Jahreszeit, wird vor allem in Colorado und Utah wohl deutlich früher starten als üblich.

Während der Heat Dome die Westküste grillt, könnte die Lage in Hawaii und Alaska kaum gegensätzlicher sein. Auch hier schwappen atmosphärische Wellen in entgegengesetzte Richtungen. Westlich der riesigen Hitzewelle liegt ein mit kalter Luft gefülltes Höhentief, westlich davon wieder ein weit aufgewölbter Hochdruckkeil. Dazwischen und ungünstig am Rand liegt Hawaii, das innerhalb der letzten Woche zweimal hintereinander von sogenannten “Kona Storms” getroffen wurde. Das sind spezielle Tiefdruckgebiete, die in der Region im Winter gelegentlich auftreten - meist ein oder zwei mal in der Saison und nicht, wie diesmal, im Abstand von nur wenigen Tagen mit Regenrekorden, schweren Überschwemmungen und Evakuierungen.

In Alaska, auf der kalten Seite der großen Wellenbewegung, geht ein ungewöhnlich kalter Winter nur sehr langsam dem Ende entgegen. Die Temperaturen sind verbreitet deutlich unterdurchschnittlich und die Schneelage ist je nach Region irgendwo zwischen oberem Mittelfeld und Rekordniveau. Juneau konnte den schneereichsten Winter der Messgeschichte verzeichnen. 

Alles in allem bietet die Wetterküche derzeit viele Beispiele für “global weirding”, die den jährlichen WMO Klimastatusbericht (diese Woche erschienen und erwartbar beunruhigend) passend umrahmen. 

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