PowderGuide:
Hey Simon, erstmal danke für deine Zeit. Zur ersten Frage: Wie ist dir überhaupt die Idee gekommen, Ski aus Hanf zu bauen? Wusstest du da schon, dass das überhaupt möglich ist?
Simon:
Die Idee kam eigentlich nicht direkt von uns oder von mir, sondern primär von Valentine Troi. Sie hat damals im November 2021 bei der Standortagentur Tirol das Projekt Alpenhanf 360 Grad betreut. Das war eine Plattform, mit dem Ziel, einen wirtschaftlichen Kreislauf für Nutzhanf in Tirol und der Alpenregion aufzubauen – also auch in Italien, konkret in Südtirol und im Trentino. Mittlerweile leitet sie das GrownLab der Universität Innsbruck.
Sie ist damals auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir im Zuge eines kleinen Förderprojekts nicht ausprobieren wollen, Hanf im Skibau einzusetzen.
Ah, okay. War das dann ein Forschungsprojekt der Uni oder vom Land Tirol?
Das war ein vom Land Tirol gefördertes Innovationsprojekt. Das Budget war relativ klein, wir haben zwei Ski gebaut, zwei Prototypen und die haben überraschend gut funktioniert. Daraus ist dann der Kontakt zu Kai und Lovis von Sachsenleinen entstanden. Die stellen Hanffaser-Tapes her – sogenannte Gelege. Das sind Faserlagen, die im Ski oben und unten auf dem Kern liegen und ihn stabilisieren. Im Skibau gibt es oben einen Obergurt und unten einen Untergurt. Statt klassisch gewebter Stoffe verwendet man Gelege, bei denen die Fasern in einer Ebene liegen. Dadurch haben sie eine bessere Performance. Diese Hanfgelege werden in Leipzig hergestellt. Mit ihnen haben wir erste Versuche gemacht, und daraus ist schließlich das Forschungsprojekt entstanden, an dem wir jetzt arbeiten.
War es von Anfang an das Ziel, einen kreislauffähigen Ski zu entwickeln?
Ja, das aktuelle Forschungsprojekt läuft über die FFG. Das ist die Agentur, die Förderungen des Umwelt- und Verkehrsministeriums abwickelt. Gemeinsam mit unserem Konsortium haben wir das Projekt Kreisel gestartet – also der sogenannte „Hanfski“, ein kreislauffähiger Ski. Die Idee ist dort richtig gewachsen: ein Ski, der im Sinne der Kreislaufwirtschaft gedacht ist. Im Netz findet man auch noch den Link zu unserem Antrag.