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TourenTipps

TourenTipp | Splitboarden am Rophaien

Steiles Abenteuer abseits des Lidernentrubels und der versteckte Kühlschrank

29.12.2025
Tobias Leistenschneider
Der Rophaien ist nicht besonders hoch, aber als erster Hügel am See bietet er neben dem imposanten Tiefblick ins Blaue eine rassige Nordseite mit einem gar nicht so trivialen Aufstieg und einer grandiosen Abfahrt.

„Jeder und jede, der in Richtung Süden durch und über den Gotthard will, muss an ihm vorbei: der Bristen“

Das schrieb Daniel bereits 2015 in seinem beeindruckenden Tourenbericht zum Bristen. Dieser Satz ist mir seither im Hinterkopf, aber für Niklas und mich gilt er stets für den Rophaien. Bei jeder Fahrt nach Süden haben wir von der Autobahn aus immer einen (für den Fahrer teilweise gewagten) Blick zum dominanten Gipfelkreuz des Rophaien geworfen.

Der Berg eröffnet die, bei Tourengeher:innen in der Schweiz, sehr wohl bekannte Kette rund um das Lidernengebiet. Bis hin zum Blümberg oberhalb des Muothatals finden sich dort Modeberge wie der Rossstock und der Hagelstock, rassige Skitourenziele wie Diepen und Spilauer Stock sowie richtige Winterklettereldorados wie Chronenstock und Chaiserstock. Die Lidernenhütte ist im Winter stets ausgebucht und die tolle historische Seilbahn in Chäppeliberg verlangt einem am Wochenende stoische Geduld ab, ehe man nach oben schweben darf.

Gemütliches Einlaufen

Kurz vor der Seilbahn befindet sich rechterhand ein kleiner Parkplatz, privat von einem Anwohner zur Verfügung gestellt, ohne Easypark, sondern mit Spendenkässle. Hier parkt man, um zum Rophaien aufzusteigen (bitte stets bezahlen!).

Es geht zunächst gemütlich los entlang vieler Abfahrtsspuren, die von Skitouristen über die häufig genutzte Talabfahrt über Rotenbalm in den Schnee gezeichnet wurden. Lasst euch nicht beirren, kurz hinter Rotenbalm dürft ihr in der Regel ins Spuren kommen, da nicht viele diese Richtung einschlagen. Vorbei an Alplen geht es kurz steil hoch zum Alpler See. Dahinter Riders right eine steile Südflanke hoch zur Alphütte Stöckalp. Hier sollte man über den gesamten Winter hinweg an Gleit- oder Nassschnee denken. Meistens ist das alles schon runter, aber wenn Gleitschnee ein Thema ist und ihr nicht ganz früh hochkommt, so könnte man auch unten lang über den Waldweg nach Butzen – das ist aber deutlich länger. Good News: hier müsst ihr dann nicht mehr runter.

Hier unten am See haben wir den kleinen Shoot auf der anderen Seeseite gesehen und sofort umgeplant. Nach dem Rophaien wollten wir unbedingt das Gelände oberhalb erkunden und schauen, ob wir da dann durchkommen. Oh yes, wir haben den versteckten Kühlschrank entdeckt. Doch dazu gleich mehr.

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Steil hinauf

Nun geht es weiter und ein Blick in die Karte offenbart: Jetzt ist Kantenhalt gefragt. Nach einer steilen Traverse (hier bitte nicht über die Felsen rutschen) steigt man ein in die Gipfelflanke des Rophaien. Dieser Teil der Tour braucht wirklich sichere Verhältnisse. Wir bewegen uns hier über 200hm im Bereich 35°-40° im wenig begangenen Skitourengelände. Ein Blick in die Schneedecke lohnt sich allemal. Einmal gecheckt geht es dann aber homogen die Flanke hoch, bis das tolle und große Gipfelkreuz in den Blick kommt. Der Gipfel selbst ist nach dem Skidepot in ein paar Schritten erreicht und der Blick zum See ist gigantisch.

Steil hinab

Und ab gehts. Gerade runter nordseitig kann man es hier krachen lassen. Toller Schnee, eine perfekte Neigung und ein Vollgasauslauf bieten alles, was das Herz begeht. Wir lassen es laufen bis runter ins Butzenseeli und sind tatsächlich beseelt.

Allein die Besteigung des Rophaien mit dieser Abfahrt würde ausreichen, um zufrieden abzufahren und in Riemenstalden im Gasthaus auf der Sonnenterasse die Seele weiter baumeln zu lassen. Aber wir wollen mehr.

Der versteckte Kühlschrank

Zurück an der Alphütte zieht es uns nun nach kurzer Rast rüber in dieses Becken zwischen Rophaien und Äbneter Stöckli, oberhalb des Shoots, den wir bereits vom See gespottet haben. Antti Autti erfindet in seiner YouTube Reihe ja immer gerne Namen für seine Freeridegebiete. Ich kopiere das hier und wenn ich an das Gelände denke, was sich uns nun dargeboten hat, kommt mir „The Hidden Fridge“ in den Sinn. Eine Mulde, tolle Lines bis ca. 35°, alles im Schatten, schön kühl, schööööön pulvrig. Keine Menschenseele (hier verirren sich sicher nicht viele Leute hin im Winter).

Wir sind im Paradies. Die Kraft reicht noch für zwei Runs. Einen von der Westseite unterhalb der Felsen und einen zweiten, nochmal längeren, von der Scharte direkt südlich vom Shoot. Der Oberknaller!

Ab durch die Rinne wieder runter zum See. Hier müssen wir 100m stapfen und genießen dann den letzten, auch noch guten Hang runter nach Alplen.

Mit Splitboards kommen wir ohne weitere Laufpassagen ohne Probeme zurück zum Parkplatz. Das läuft ganz gut .. wir haben aber unsere Stöcke in der Hand und schubsen dann und wann.

Informationen:

Gipfel: Rophaien 2078m

Aufstieg vom Parkplatz: 900hm

Maximale Hangneigung: 40°

Expo Tour: meist Ost

Expo Gipfelhang: Nord

Dauer: 3-4h

Hinweis: Die PG Tourentipps sind allgemeine Beschreibungen von Touren, die uns ganz subjektiv gut gefallen. Unsere Tourentipps BEZIEHEN SICH NICHT AUF DIE AKTUELLEN VERHÄLTNISSE. Lest den Lagebericht und die Wettervorhersage und richtet euch in der Tourenplanung danach.

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