„Jeder und jede, der in Richtung Süden durch und über den Gotthard will, muss an ihm vorbei: der Bristen“
Das schrieb Daniel bereits 2015 in seinem beeindruckenden Tourenbericht zum Bristen. Dieser Satz ist mir seither im Hinterkopf, aber für Niklas und mich gilt er stets für den Rophaien. Bei jeder Fahrt nach Süden haben wir von der Autobahn aus immer einen (für den Fahrer teilweise gewagten) Blick zum dominanten Gipfelkreuz des Rophaien geworfen.
Der Berg eröffnet die, bei Tourengeher:innen in der Schweiz, sehr wohl bekannte Kette rund um das Lidernengebiet. Bis hin zum Blümberg oberhalb des Muothatals finden sich dort Modeberge wie der Rossstock und der Hagelstock, rassige Skitourenziele wie Diepen und Spilauer Stock sowie richtige Winterklettereldorados wie Chronenstock und Chaiserstock. Die Lidernenhütte ist im Winter stets ausgebucht und die tolle historische Seilbahn in Chäppeliberg verlangt einem am Wochenende stoische Geduld ab, ehe man nach oben schweben darf.
Gemütliches Einlaufen
Kurz vor der Seilbahn befindet sich rechterhand ein kleiner Parkplatz, privat von einem Anwohner zur Verfügung gestellt, ohne Easypark, sondern mit Spendenkässle. Hier parkt man, um zum Rophaien aufzusteigen (bitte stets bezahlen!).
Es geht zunächst gemütlich los entlang vieler Abfahrtsspuren, die von Skitouristen über die häufig genutzte Talabfahrt über Rotenbalm in den Schnee gezeichnet wurden. Lasst euch nicht beirren, kurz hinter Rotenbalm dürft ihr in der Regel ins Spuren kommen, da nicht viele diese Richtung einschlagen. Vorbei an Alplen geht es kurz steil hoch zum Alpler See. Dahinter Riders right eine steile Südflanke hoch zur Alphütte Stöckalp. Hier sollte man über den gesamten Winter hinweg an Gleit- oder Nassschnee denken. Meistens ist das alles schon runter, aber wenn Gleitschnee ein Thema ist und ihr nicht ganz früh hochkommt, so könnte man auch unten lang über den Waldweg nach Butzen – das ist aber deutlich länger. Good News: hier müsst ihr dann nicht mehr runter.
Hier unten am See haben wir den kleinen Shoot auf der anderen Seeseite gesehen und sofort umgeplant. Nach dem Rophaien wollten wir unbedingt das Gelände oberhalb erkunden und schauen, ob wir da dann durchkommen. Oh yes, wir haben den versteckten Kühlschrank entdeckt. Doch dazu gleich mehr.