Es war der frühe Donnerstagmorgen (12.03) als in mein Powderguide E-Mail-Postfach die Ansetzung des ersten Freeride World Tour Events in Alaska seit neun Jahren flatterte. Zuerst verunsichert, ob ich meinen müden Augen trauen konnte, fand ich heraus, dass das Event bereits für den Freitagabend nach zentraleuropäischer Zeit geplant wird. Überraschung und Spannung machten sich sofort breit. Denn auf der einen Seite war das eine deutlich verfrühte Ansetzung und auf der anderen Seite hatte uns das Wetter sowie die Schneeverhältnisse bereits des öfteren in diesem Winter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich checkte das Wetter auf der PG-Wetterkarte und entdeckte wirklich ein angesagtes Sonnenstundenfenster von 5-7 Stunden mit gleichbleibenden Temperaturen um die -20°C. Vorfreude stieg in mir auf, sodass ich kurzerhand entschied eine HandvollFreeridebegeisterte zu einem Rudelgucken mit kalten Hopfenmalzgetränken und leckerer Pizza einzuladen. Ich meine, was gibt es besseres als das Wochenende so zu starten? Hufen scharrend wartete man auf den ersten Snowboarder, der um 19:45 Uhr in das gewaltigste FWT-Face droppen sollten, was ich bisher als Reporter der FWT sehen durfte.
Im Volksmund wird gesagt: Die Letzten werden die Ersten sein. Dies traf eindeutig, in einer etwas adaptierten inhaltlichen Interpretation, auf den gefahrenen Hang und dessen Rider:innen zu. Ganze 740 vertikale Meter, in einer Dimension und einem Facettenreichtum, die es so wirken ließen als wäre der letzte Starter, Victor Hale-Woods, der Erste gewesen. Denn selbst als letzter Athlet fand er noch eine komplett unberührte Line und navigierte sicher durch steile Spines und technische Abschnitte. Aber starten wir von Beginn an und in einer chronologischen Reihenfolge.