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Events

ContestGeschehen 5 2025/26 | Cut vor Alaska und Verbier

Fieberbrunn wird zum nächsten Fiebertraum.

11.03.2026
Timo Macvan
„Alle guten Dinge sind drei“, sagt man zwar häufig, aber es trifft nicht immer zu. Dieses Mal wäre „Ausnahmen bestätigen die Regel” wohl eher zutreffend. Auch in Fieberbrunn kann aufgrund der Schneeverhältnisse kein Contest der Freeride Worldtour stattfinden.

Fieberbrunn Pro Cancelled

Fieberbrunn, Österreich – Der geplante Stopp der Freeride World Tour am legendären Wildseeloder in Fieberbrunn musste abgesagt werden. Eine Kombination aus erhöhter Luftfeuchtigkeit und frischem Neuschnee hat in den vergangenen Tagen die Schneedecke stark verändert und schließlich eine Lawine ausgelöst, die einen großen Teil des Hangs betroffen hat.

Bis zuletzt hofften die Veranstalter und die Sicherheitsverantwortlichen auf stabile, klare Nächte, die die Schneedecke wieder festigen könnten. Diese Entwicklung blieb jedoch aus. In den vergangenen Tagen wurden daher sowohl der Wildseeloder als auch mehrere alternative Hänge in Fieberbrunn sowie weitere Optionen in Tirol intensiv geprüft.

Zwar bot das Gebiet rund um Fieberbrunn weiterhin die besten Bedingungen, doch keine der untersuchten Varianten erfüllte die Anforderungen an Sicherheit, Schneequalität und Wettkampfbedingungen, die für einen Stopp der Freeride World Tour notwendig sind. Da in den kommenden Tagen keine deutliche Verbesserung erwartet wird, wurde der „Fieberbrunn Pro” schließlich abgesagt.

Freeride gehört zu den wenigen Profisportarten, bei denen der Wettkampf nicht auf kontrollierten Anlagen stattfindet. Gefahren wird auf natürlichen Berghängen, die vollständig von Wetter und Schneedecke geprägt sind. Wenn diese Bedingungen keinen sicheren und fairen Wettkampf zulassen, bleibt den Organisatoren keine andere Wahl.

Mit der Absage steht nun fest: Die aktuellen Gesamtwertungen entscheiden über den Cut und die Qualifikation für das Finale der Freeride World Tour. Das für diejenigen Rider:innen äußerst bitter ist, welche bei den beiden Events im Januar in Spanien und Frankreich nicht gut performen konnten. Wie unter anderem Valentin Rainer oder Lena Kohler, die als eines ihrer Saisonziel das Erreichen der nun bevorstehenden Alaska-Reise der FWT, ausgegeben hatte.

Ganz ohne Events blieben die fünf Tage in Fieberbrunn dennoch nicht. Das Event Village an der Talstation blieb geöffnet am Samstag stand der Juniors-Bewerb auf dem Programm und gemeinsam mit Mammut und Nadine Wallner gab es eine Freeride-Session im Skigebiet.

Freeriden mit einer Weltmeisterin

Auch bei dieser Session machten die nicht vorhandenen Schneeverhältnisse außerhalb der Pisten einen Strich durch die Rechnung. Nichtsdestotrotz machte sich die Truppe auf den Weg, um einen schönen Tag in der Sonne zu verbringen und gleichzeitig ihre Fähigkeiten auf zwei verschiedenen Ebenen zu verbessern.

Zunächst stand die Skitechnik im Vordergrund. Wir nutzten ein paar Sidehits, um unsere Freestyle-Punkte für den nächsten Contest zu verbessern (Ironie). Es hat einfach Spaß gemacht, ein paar Tipps zu bekommen und diese gemeinsam als Gruppe auszuprobieren. Danach rückte die Tiefschneefahrtstechnik in den Fokus. Auf der immer weicher werdenden Piste konnte man gut durch den Sulz und die aufgeschobenen Stellen schnelle und kraftvolle Kantenwechsel üben.

Im Anschluss gab es noch ein organisiertes Safety-Training mit dem Partner Mammut, bei dem der theoretische Hintergrund von LVS-Geräten, die Erste Hilfe am Unfallort und eine komplette Lawinenverschüttetensuche durchgenommen wurden. Auch diese Auffrischung des Themas war sehr lohnenswert und wichtig. Neben den Grundlagen hatten wir die Möglichkeit, mit Nadine Wallner immer wieder über freeridespezifische Themen zu fachsimpeln. Allein die lockeren Gespräche mit einer so begnadeten Freeriderin und staatlich geprüften Bergführerin zu führen, war sehr lehrreich.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Bei Schneeverhältnissen kochen Profis mit demselben Wasser wie Hobbysportler. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht! Und wir haben das Beste daraus gemacht!

Wie geht es weiter?

Die FIS Freeride World Tour kehrt nach Nordamerika zurück: Zwischen dem 15. und 22. März 2026 findet in Haines im US-Bundesstaat Alaska das erste von zwei Finals der diesjährigen FWT-Saison statt. Nach einer verkürzten Saison, in der bislang nur zwei Events ausgetragen werden konnten, sind die 29 qualifizierten Freeriderinnen und Freerider besonders motiviert, bei einem der spektakulärsten Stopps der Tour ihr Können zu zeigen.

Erstmals seit 2017 bildet die dramatische Berglandschaft Alaskas wieder die Kulisse für einen Stopp der Freeride World Tour. Steile Spines, weite Hänge und legendäre Schneeverhältnisse machen Haines zu einer der ikonischsten Freeride-Locations weltweit. Hier bietet sich den Athletinnen und Athleten die perfekte Bühne, um ans Limit zu gehen und wichtige Punkte im Kampf um den Titel zu sammeln.

Das Wetterfenster vom 15. bis 22. März gibt den Organisatoren dabei die nötige Flexibilität, den Wettkampftag je nach Schnee- und Wetterbedingungen festzulegen und damit optimale Freeride-Bedingungen für das erste große Finale der Saison zu garantieren. Wir sind alle sehr gespannt, ob die Tour dieses Mal einen Stopp ermöglichen kann, denn der Winter im März ist in Alaska noch oft sehr stürmisch und niederschlagsreich.

Die verkürzte Saison hat die Ausgangslage für die Finals allerdings deutlich verändert. Mit nur zwei gewerteten Stopps verpassten mehrere etablierte Namen den Cut, während gleichzeitig viele Neulinge den Sprung ins Finale schafften. Insgesamt stehen 15 Rookies in den Finals – so viele wie selten zuvor – und sorgen für ein spannendes Duell zwischen aufstrebenden Talenten und erfahrenen Tour-Veteranen.

Ski Men

Nach zwei Siegen reist Ben Richards als Führender nach Alaska und gilt als der Mann, den es zu schlagen gilt. Ebenfalls qualifiziert haben sich Ross Tester, Max Hitzig, Toby Rafford, Marcus Goguen und WeiTien Ho. Überraschend nicht dabei sind dagegen einige große Namen: Der Schweizer Martin Bender, Gesamtzweiter der vergangenen Saison, verpasst ebenso die Finals wie der österreichische Weltmeister von 2023, Valentin Rainer, und Carl Regnér Eriksson aus Schweden. Besonders bemerkenswert ist das Ausscheiden von Kristofer Turdell (SWE): Der zweifache Gesamtsieger (2018, 2021) verpasst nach elf Jahren erstmals die Finals.

Ski Women

Hier zeichnet sich ein extrem starkes Teilnehmerfeld ab. Jede der qualifizierten Athletinnen stand in dieser Saison bereits auf dem Podium. Titelverteidigerin Justine Dufour-Lapointe ist erneut im Finale, allerdings diesmal ohne das Leader-Trikot. Auffällig ist die starke Rookie-Generation: Vier der sechs Finalistinnen bestreiten ihre erste FWT-Pro-Saison: Agostina Vietti, Zoé Delzoppo, Wynter McBride und Lou Barin. Gleichzeitig verpassten mehrere Favoritinnen den Cut, darunter die amtierende FIS Freeride-Weltmeisterin Zuzanna Witych, die Xtreme-Verbier-Siegerin von 2025, Jenna Keller, Astrid Cheylus sowie die deutsche Nachwuchsfahrerin Lena Kohler.

Snowboard Men

Im Feld treffen Erfahrung und neue Namen aufeinander. Victor de Le Rue und Liam Rivera führen nach ihren Saisonsiegen die Rangliste an, dicht gefolgt von Enzo Nilo. Komplettiert wird das Finalfeld durch die Rookies Sacha Balicco, Shayne Blue Sandblom und César Barin. Verletzungen haben die Kategorie ebenfalls geprägt: So fehlen unter anderem Cody Bramwell, Gewinner des Xtreme Verbier 2025, sowie der zweimalige Verbier-Champion Jonathan Penfield.

Snowboard Women

Hier bleibt das Titelrennen vor den Finals völlig offen. Mia Jones führt derzeit die Gesamtwertung an, dicht gefolgt von Anna Martinez, die mit zwei zweiten Plätzen besonders konstant unterwegs war. Titelverteidigerin Noémie Equy liegt nach ihrem Sieg in Val Thorens auf Rang drei. Komplettiert wird das Finalfeld von Michaela Davis-Meehan. Für eine Überraschung sorgt dagegen das Ausscheiden der Spanierin Nuria Castán Barón, die nach sechs Jahren in Folge erstmals nicht im Finale steht. Auch die Rookies Natalie Allport und Sarah Bacher konnten sich nicht qualifizieren.

Damit ist die Ausgangslage vor den Alaska-Finals klar: Es ist eine ungewöhnlich offene Saison mit vielen neuen Gesichtern, und als Schauplatz für die entscheidende Phase im Kampf um die Titel der Freeride World Tour 2026 dient eine der spektakulärsten Freeride-Bühnen der Welt.

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