Mein erster Academy-Tag zeigte sich von seiner rauen Seite: diffuse Sicht, einsetzender Schneefall und dieses typische nasskalte Gefühl, das selbst durch mehrere Layers dringt. Im Freitag-Kurs Freeride Techniques for Women stand Technik im Fokus. Dort lernte ich auch die Bergführerin Yvon schon kennen, die mit Tonje und damit auch mit mir am nächsten Tag gemeinsam unterwegs sein würde. Die Aussicht, mit der „Female Skier of the Year“ und einer lokalen Bergführerin einen Skitag am Arlberg zu verbringen, bereitete mir schon jetzt große Vorfreude – und der frische Schneefall tat sein Übriges.
Der nächste Morgen glänzt, wie erhofft, mit strahlend blauem Himmel und einem frischen, glitzerndem Kleid aus Neuschnee. Die Mengen sind zwar überschaubar, aber mit etwas Glück sollte man an diesem Samstag am Arlberg fündig werden. Wir, das sind mit mir drei weitere Mädels, die am Kurs teilnehmen, haben uns gerade kennengelernt und unsere Vorfreude für den Tag geteilt, als Tonje auch schon um die Ecke kommt. Sie strahlt eine lockere Atmosphäre aus, bei der man sich direkt willkommen fühlt, und meine anfängliche Aufregung ist nach kurzer Zeit verfolgen.
Die erste Überraschung wartet noch vor der ersten Abfahrt auf uns. Tonjes neuer Sponsor Giro stattet uns für den Tag mit Helmen und Brillen zum Testen aus.
Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zur Gondel, tauschen uns über unsere Lieblingsskigebiete und bisherigen Skitrips aus. Der Lift nach oben bietet schon die erste Gelegenheit, einen Überblick über St. Anton und die umliegenden Berge zu gewinnen. Auch Tonje ist sichtlich beeindruckt und findet direkt eine Line, die sie gerne fahren würde (wäre da doch nur ein bisschen mehr Schnee …). Auch der Schneefall über Nacht kann den schneearmen Winter nicht ausgleichen.