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Wetterblog

WetterBlog 13 2025/26 | Kalte Luft und warmes Wasser

Atlantischer Tiefdruck beschert uns eine Südwestströmung während Teile der USA im Schnee versinken

28.01.2026
Lea Hartl
Nach etwas Schnee am Wochenende ist der Winter auch in den Nordalpen optisch wieder erkennbar, obwohl die Basis wie gehabt zu wünschen übrig lässt. So manche Messstation kratzt am Rekordminimum für die Jahreszeit. Immerhin schneit es diese Woche im Süden und nächste vielleicht auch!

Aktuelle Lage und Aussichten

Unser Kollege das PowderOrakel ist nicht ganz zufrieden, vermeldet aber immerhin Südstau. Ein Tiefdruckgebiet mit Kern westlich von Frankreich dehnt seinen Einflussbereich bis ins Mittelmeer aus und produziert eine südwestliche Anströmung mit entsprechendem Niederschlag am Alpensüdhang. Im Laufe des heutigen Mittwochs dürften Regen und Schnee auch auf die Alpennordseite übergreifen, wo die Mengen aber überschaubar bleiben. Am Donnerstag wird es von Westen her nach und nach sonniger. Der Atlantik bleibt aktiv und es stellt sich bis auf weiteres kein stabiler Hochdruck ein. Auch am Wochenende bleibt der Wettercharakter “wechselhaft”, teils mit unergiebigem Schneefall. Anfang kommender Woche könnte sich mit dem nächsten kräftigen Atlantiktrog dann nochmal eine Südstaulage zusammen brauen, inklusive Alarmoptionen. 

Der Antrieb für die derzeitige Tiefdruckaktivität im Atlantik sind kalte Luftmassen über dem Nordosten des Amerikanischen Kontinents, die dort für teils sehr tiefe Temperaturen, viel Schnee, rund 10 000 gestrichene Flüge und millionenfache Stromausfälle sorgen. 

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Wintereinbruch in den USA: Warum passiert das eigentlich bei uns nie?

Beim Smalltalk über das Wetter in Nordamerika kam kürzlich oberstehende Frage auf. Mit “das” waren eher die Schneemengen als die Temperaturen und das Chaos gemeint, beziehungsweise der flächendeckende PowderAlarm in Städten wie New York und Boston, wo Sturm “Fern” Anfang der Woche beste Innenstadt-Langlauf-Bedingungen produziert hat. Die Wochenendprognose für die US-Ostküste sieht auch schon wieder ziemlich schneereich aus. Warum also passiert “das” dort immer wieder und hier gefühlt nie?

Tatsächlich ist auch hier zu Lande der letzte Besuch arktischer Luftmassen noch gar nicht so lang her. Wir denken beispielsweise zurück an WB 9 und WB 10 und die kalte Wetterphase nach Weihnachten. Die grundlegende Wetterkonstellation war vergleichbar mit der aktuellen Lage über Nordamerika: An der Ostflanke eines weit nach Norden reichenden, blockierenden Hochs konnten kalte Luftmassen aus arktischen Breiten weit nach Süden vordringen. In den Alpen fehlt die Feuchtigkeitszufuhr, um aus kalter Luft dann auch ordentlich Schnee zu machen. In Südosteuropa dagegen gab es in der ersten Januarwoche rund einen halben Meter Schnee, da die kalte Luft über dem Mittelmeer Feuchtigkeit einsammeln konnte und diese dann beispielsweise in Kroatien und der Türkei abgeladen hat.

In Nordamerika ist das Prinzip ähnlich, nur eine Nummer größer und im Resultat oft etwas heftiger (kälter, schneereicher, räumlich weitreichender). Die Landmasse im Westen, über die kalte, kontinentale Luft herbei strömt, ist größer und der Nachschub an Kaltluft tendenziell anhaltender als bei uns. Im Osten liegt der Atlantik, der entlang der Küste noch vom Golfstrom erwärmt wird und eine quasi endlose Feuchtigkeitsressource darstellt. Die kalten Luftmassen strömen also auf den warmen Atlantik, sammeln Feuchtigkeit ein und bilden postwendend Tiefdruckgebiete. Je nach genauer Position rotieren diese dann manchmal als “Nor’easter” nochmal zur Küste zurück und bringen aus Nordosten eine Ladung Schnee und Sturm, nachdem es oft schon vorher klirrend kalt war. Die Prognose für kommendes Wochenende sieht Potential für einen solchen Nor’easter. 

Bei uns, also im mehr oder weniger zentralen Alpenraum, haben wir keine vergleichbare Kombination aus großem Kontinent im (Nord)Westen und Meer im Osten und entsprechend auch keine Wetterlagen genau dieser Art. Wenn wir bei Westwetter sehr feuchte Luft vom Atlantik bekommen, ist es immer relativ warm. Wenn wir kalte, arktische Luft erwischen, fehlt die Feuchtigkeit, die man für viel Schnee braucht.

Wir wollen aber ausnahmsweise nicht jammern sondern freuen uns über die Nähe zum Mittelmeer und den aktuellen Alarm. Manchmal ist Fast Food ja bekanntlich genau das richtige!

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