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WetterBlog 19 2025/26 | Der Winter ist (vielleicht) noch nicht vorbei!

Es kommt nochmal Schwung ins Wetter

11.03.2026
Lea Hartl
Die zähe Omega-Lage wackelt und Richtung Wochenende zeichnet sich ein vorläufiges Ende des warmen Sonnenwetters ab. Mit Kaltluft aus Norden und Chance auf Tiefdruckentwicklung im Mittelmeer könnte es sogar nochmal recht winterlich werden, die Details dazu wackeln aber auch noch. Jedenfalls wird es ab heute zunehmend labiler und die trockene, verlässliche Firnphase ist erstmal vorbei.

Aktuelle Lage und Aussichten

Das Omega wandert gemächlich Richtung Osten und wir geraten zunehmend in den Einflussbereich feuchterer Luftmassen im Westen und Südwesten. Damit gab es schon gestern immer mehr Quellbewölkung und heute (Mittwoch) ziehen mit einer kleinen Störung dichtere Wolken durch, hier und da dürften auch ein paar Schauer dabei sein. Am Donnerstag erreicht uns dann eine schwache Kaltfront. Die Temperaturen gehen etwas zurück und es schneit ein bisschen, die Mengen bleiben aber überschaubar (Größenordnung 10-20 cm in den begünstigten Regionen, sonst nur Kosmetik - siehe PG Neuschneekarte). Am Freitag ist das auch schon wieder vorbei und es wird überall recht freundlich. 

Interessant ist die Entwicklung am Wochenende. Das ist insgesamt alles noch sehr unsicher, die Modellläufe bieten aber auch winterliche Optionen. Für den Samstag kündigt sich eine deutlich kräftigere Kaltfront an, die auch nennenswert kalte Luft aus nördlichen Richtungen mitbringen könnte. Je nach dem ob und wie weit das in den Mittelmeerraum überschwappt, gibt es Potenzial für Südstau - siehe auch dazu die derzeit recht optimistische, deterministische PG Neuschneekarte.

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Mal wieder: Saharastaub 

Auch der zuletzt wieder mal sehr präsente Saharastaub verabschiedet sich. Letztes Wochenende hat er noch verbreitet für trübe Luft gesorgt und der WetterBlog wurde Zeuge mehrerer Sesselliftunterhaltungen zum Thema, Wortlaut in etwa:

“Iatz ischr do, da Sond.”

“Jo, scho wiada. Friara hods des ned aso oft gem.”

“Koa Wunda, dassa aua kimmt, da Sond, wenn do unten oiwei ois zabombt wead!”

Wie war das also früher mit dem Sand? Nimmt die Häufigkeit von Sahara-Staub bei uns zu? Die kurze Antwort lautet: nein, eher nicht, beziehungsweise sind mögliche Trends uneindeutig und schwer quantifizierbar. Messdaten sind relativ rar, verhältnismäßig lange Zeitreihen gibt es beispielsweise vom Jungfraujoch und vom Monte Cimone. Am Hohen Sonnblick kann man Echtzeitdaten anschauen und sie mit der Webcam vergleichen.

In der in dieser Studie besprochenen Zeitreihe vom Monte Cimone (2003-2023) schwankt die Zahl der Tage mit Saharastaubtransport zwar von Jahr zu Jahr, es findet sich aber kein längerfristiger Trend. Ähnlich am Jungfraujoch - man erkennt jahreszeitliche Schwankungen und einzelne Ausreißerjahre mit besonders hohem Aufkommen, aber Trends geben die Daten nicht her. Auch in dem Fall umfasst die Zeitreihe etwa 20 Jahre. 

Für einen tieferen Blick in die Vergangenheit bieten sich Eisbohrkerne an, so man welche zur Hand hat. Eine entsprechende Studie gibt es zu einem Bohrkern vom Colle Gnifetti (Monte Rosa), dem wohl berühmtesten Eisbohrkernstandort der Alpen. Der Großteil des Gletschereises in den Alpen ist temperiert (ca. null Grad) und relativ jung (ein paar 100 Jahre). Stellen, wo das Eis deutlich älter ist (mehrere 1000 Jahre) sind selten und der Colle Gnifetti ist eine davon.

Die Saharasandstudie betrachtet anhand des Kerns einen Zeitraum von etwa 2000 Jahren. Auf dieser Zeitskala finden sich Phasen mit erhöhtem Staubaufkommen, die aus dem (sehr) langjährigen Mittel herausstechen, etwa eine Periode von 870-1000 und zu Beginn der kleinen Eiszeit um etwa 1300. Die AutorInnen fassen abschließend zusammen: Es gibt Phasen mit mehr Staubtransport und welche mit weniger. Das hängt wahrscheinlich mit großräumigen Zirkulationsmustern zusammen, aber die Schwankungsbreiten sind hoch. In einem spekulativen Blick in die Zukunft vermuten sie, dass der Staubtransport klimawandelbedingt durch veränderte Zirkulation eher abnimmt, wobei vermehrte Dürreperioden andererseits für mehr Staub sorgen, der transportiert werden könnte. 

Wir empfehlen jedenfalls die verlinkten Studien als Grundlage für Sesselliftgespräche bei der nächsten Saharastaubwetterlage!

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