Die Hütte
Die CloudBase Hut liegt auf 2260 m oberhalb von Mestia und ist der perfekte Ausgangspunkt für Abenteuer. Im Winter lockt sie mit grandiosen Skitouren und einem Traumblick auf den Ushba. Im Sommer lädt das atemberaubende Panorama zum Wandern ein. Der Name ist Programm: Vor der Hütte erstrecken sich Wiesen, die einen idealen Startplatz für Paragleiter bieten – um dann bis zur Wolkenbasis (Cloud Base) aufzudrehen!
Die Hütte wurde 2017 erbaut und liegt knapp über der Baumgrenze auf einem breiten Rücken, der sich zu den Koruldi Lakes und weiter zur Koruldi Ridge erstreckt. Sie wurde von Andreas Millinger und dem angesehenen georgischen Bergführer Nick Phaliani gegründet, der sie bis heute betreibt.
Die CloudBase Hut ist schlicht, aber gemütlich und bietet alles, was man für eine kuschelige Nacht in den Bergen braucht. Ähnlich wie bei einem Winterraum einer Alpenvereinshütte versorgt man sich hier selbst. In der unteren Etage sorgt der „Svan Stove“, ein einfacher Holzofen, wie er in Svanetien Tradition hat, für wohlige Wärme. Es gibt einige Sitzgelegenheiten und Schlafplätze. Auf seiner großen Platte kann man nicht nur Schnee schmelzen, sondern auch kochen – und dank des Backofens kann man mit den richtigen Zutaten sogar sein eigenes Khachapuri (legendäre georgische Käsespezialität) zaubern. Oben warten weitere Schlafplätze, doch das eigentliche Highlight ist das riesige Panoramafenster: Von hier aus blickt man direkt auf die imposante Westflanke des 4.858 Meter hohen Tetnuldi, der im Abendlicht spektakulär leuchtet. Und ja, diese steile Flanke wurde sogar schon mit Ski befahren – festgehalten im YouTube-Film Tetnuldi - a story of the first ski descent von Bekar Phajishvili und Buta Eloshvili.
Wir parken das Auto beim Betonwerk unterhalb der „St. George Church“. Es liegt genug Schnee, sodass wir auf der Forststraße gleich die Ski anschnallen können. Wir machen uns auf den Weg zur Hütte. 700 Höhenmeter folgen der Forststraße, wobei wir hin und wieder in einigen Kurven abkürzen. Schließlich lassen wir die Baumgrenze hinter uns und stehen kurz darauf vor der schneebedeckten Hütte inmitten einer weißen Schneelandschaft. Ein Anbieter aus Mestia fährt mit dem Pistenbully hoch - es wird Cat-Skiing zu den Koruldi Lakes angeboten, die oberhalb der Hütte liegen - falls man seine Beine schonen möchte. Aber mal ehrlich, die 700 Höhenmeter sind leicht zu schaffen. Startet man früh, wird man an dem Südhang nicht allzu sehr von der Sonne gebraten und hat am Abend noch genug Energie, um den Sonnenuntergang an den Koruldi Lakes zu genießen. Außerdem tut man damit seinem Gewissen und dem Geldbeutel einen Gefallen!
Für den Aufstieg benötigen wir etwa zwei Stunden. Unser Tempo wurde möglicherweise durch die zahlreichen Nutella-Gläser und anderen Leckereien in unseren Rucksäcken etwas ausgebremst.