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SpotCheck | Georgien - CloudBase Hut

Ein unvergessliches Bergerlebnis: Skitouren, atemberaubende Panoramen und authentische Hüttenkultur in der CloudBase Hut oberhalb von Mestia

09.01.2026
Teja Stüwe Fritz Crone
Abenteuer, Einsamkeit und spektakuläre Abfahrten: Die CloudBase Hut ist der perfekte Ausgangspunkt für unvergessliche Skitouren inmitten der wilden Bergwelt Swanetiens. Hoch über Mestia, umgeben von unberührten Schneelandschaften und mit direktem Blick auf den mächtigen Ushba. Ob die Chalaadi-Gletscher-Runde oder der Guli-Pass – wer es einmal bis zur Hütte geschafft hat, wird mit spektakulären Gletscherlandschaften, tollen Abfahrten und einer Extraportion Abenteuer belohnt.

Die Hütte

Die CloudBase Hut liegt auf 2260 m oberhalb von Mestia und ist der perfekte Ausgangspunkt für Abenteuer. Im Winter lockt sie mit grandiosen Skitouren und einem Traumblick auf den Ushba. Im Sommer lädt das atemberaubende Panorama zum Wandern ein. Der Name ist Programm: Vor der Hütte erstrecken sich Wiesen, die einen idealen Startplatz für Paragleiter bieten – um dann bis zur Wolkenbasis (Cloud Base) aufzudrehen!

Die Hütte wurde 2017 erbaut und liegt knapp über der Baumgrenze auf einem breiten Rücken, der sich zu den Koruldi Lakes und weiter zur Koruldi Ridge erstreckt. Sie wurde von Andreas Millinger und dem angesehenen georgischen Bergführer Nick Phaliani gegründet, der sie bis heute betreibt.

Die CloudBase Hut ist schlicht, aber gemütlich und bietet alles, was man für eine kuschelige Nacht in den Bergen braucht. Ähnlich wie bei einem Winterraum einer Alpenvereinshütte versorgt man sich hier selbst. In der unteren Etage sorgt der „Svan Stove“, ein einfacher Holzofen, wie er in Svanetien Tradition hat, für wohlige Wärme. Es gibt einige Sitzgelegenheiten und Schlafplätze. Auf seiner großen Platte kann man nicht nur Schnee schmelzen, sondern auch kochen – und dank des Backofens kann man mit den richtigen Zutaten sogar sein eigenes Khachapuri (legendäre georgische Käsespezialität) zaubern. Oben warten weitere Schlafplätze, doch das eigentliche Highlight ist das riesige Panoramafenster: Von hier aus blickt man direkt auf die imposante Westflanke des 4.858 Meter hohen Tetnuldi, der im Abendlicht spektakulär leuchtet. Und ja, diese steile Flanke wurde sogar schon mit Ski befahren – festgehalten im YouTube-Film Tetnuldi - a story of the first ski descent von Bekar Phajishvili und Buta Eloshvili.

Wir parken das Auto beim Betonwerk unterhalb der „St. George Church“. Es liegt genug Schnee, sodass wir auf der Forststraße gleich die Ski anschnallen können. Wir machen uns auf den Weg zur Hütte. 700 Höhenmeter folgen der Forststraße, wobei wir hin und wieder in einigen Kurven abkürzen. Schließlich lassen wir die Baumgrenze hinter uns und stehen kurz darauf vor der schneebedeckten Hütte inmitten einer weißen Schneelandschaft. Ein Anbieter aus Mestia fährt mit dem Pistenbully hoch - es wird Cat-Skiing zu den Koruldi Lakes angeboten, die oberhalb der Hütte liegen - falls man seine Beine schonen möchte. Aber mal ehrlich, die 700 Höhenmeter sind leicht zu schaffen. Startet man früh, wird man an dem Südhang nicht allzu sehr von der Sonne gebraten und hat am Abend noch genug Energie, um den Sonnenuntergang an den Koruldi Lakes zu genießen. Außerdem tut man damit seinem Gewissen und dem Geldbeutel einen Gefallen!

Für den Aufstieg benötigen wir etwa zwei Stunden. Unser Tempo wurde möglicherweise durch die zahlreichen Nutella-Gläser und anderen Leckereien in unseren Rucksäcken etwas ausgebremst.

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Guli/ Guli Pass – Ein Geheimtipp

Zwar kann man auch vom Dorf Mazeri aus aufsteigen, aber das ist eine lange Tour, weshalb die meisten es bleiben lassen. Wer von der CloudBase Hut startet, hat hier eindeutig einen Vorteil!

Zunächst stehen 200 Höhenmeter Aufstieg bevor, dann wartet die erste Abfahrt. Tipp: So hoch wie möglich queren! Splitboarder sollten an diesem Punkt entweder zurückgelassen oder mit vereinten Kräften gezogen werden. Danach folgt der nächste Aufstieg: Rund 700 Höhenmeter bis zum Guli-Pass durch eine breite Bowl. Da diese Tour von der CloudBase Hut aus selten gemacht wird, müssen wir selbst spuren. Hier ist eine gute Planung gefragt: Am besten behalten wir bereits beim Aufstieg die Abfahrtsroute und die Ausrichtung des Geländes im Hinterkopf. Oben erwartet uns eine spektakuläre Sicht auf den Ushba. Wer noch Kraft übrig hat (oder wie wir noch nicht stundenlang von der erbarmungslosen Sonne gegrillt wurde), kann noch etwa 100 Höhenmeter draufpacken und zum Gipfel weitersteigen.

Wenn die Lawinenlage es zulässt, gibt es vom Gipfel aus eine grandiose Option: die Nordflanke vom Guli. Ein wunderschönes Face – aber Achtung, sehr steil!

Nach einer großartigen Abfahrt durch kupiertes Gelände steht der letzte kleine Anstieg an: Noch einmal 200 Höhenmeter rauf, bevor wir die letzten Meter zurück zur Hütte abfahren. Insgesamt etwa 1100 Höhenmeter, 13 Kilometer, mit dreimaligem Auffellen. Wir haben dafür etwa 6,5 Stunden gebraucht.

Wer ohne Bergführer:in loszieht und sich nicht für die bequeme Variante mit Guide entscheidet, sollte unbedingt einen Blick in das Buch „Still Wild – Backcountry Skiing in the Mountains of Georgia“ von Oleg Gritskevich werfen. Darin sind viele der Klassiker beschrieben, die man in der Region unternehmen kann. Falls du – so wie wir – gerne stundenlang auf Fatmap und Co. herumstöberst, wirst du am Ende wahrscheinlich auf ziemlich ähnliche Touren stoßen.

Die Chalaadi-Gletscher Runde - Ein Klassiker

Die Chalaadi-Gletscher-Runde gehört einfach dazu, wenn man in der Gegend unterwegs ist. Eine der interessantesten, längsten und epischsten Skitouren in der Region, wie so schön im oben erwähnten Guidebook steht.

Sie startet an der CloudBase Hut und führt über den breiten und flachen Rücken, vorbei an den Koruldi Lakes (2740 m), wo das Gelände allmählich steiler wird. Die Tour ist sehr beliebt, daher muss nur selten gespurt werden. Viele Spitzkehren später schnallen wir kurz unterhalb der Koruldi Ridge (3270 m) die Ski ab und tragen sie ein paar Meter bis auf den Grat. Zu unseren Füßen breitet sich das gewaltige Gletscherbecken des Chalaadi-Gletschers aus, dessen östlicher Arm zwischen dem Nordgipfel des Ushba (4698 m) und dem Chatyn-Tau (4411 m) entspringt. Wer noch Kraft übrig hat, kann die Koruldi Ridge weiter aufsteigen: wenig ausgesetzt, stellenweise steil und mit leichten Kletterpassagen, je nach Schneeverhältnissen. Dabei bieten sich beeindruckende Blicke auf die mächtigen Spalten des Chalaadi-Gletschers.

Wir steigen bis zu einem 3328 Meter hohen Gipfel auf und entscheiden uns für die Abfahrt durch eine steile Nordflanke, die uns direkt auf den Gletscher führt. Kurz vor dem Drop-In legen wir die Gurte an und schmücken uns mit Material zur Spaltenbergung – better safe than sorry!

Die Abfahrt über den Gletscher ist ein echtes Highlight – aber nur, wenn man weiß, wie man sich in stark vergletschertem Gelände bewegt. Die Spaltenbergung sollte sicher beherrscht werden, und das nötige Material (Gurt, Seil, Reepschnüre, Bandschlingen etc.) gehört selbstverständlich ins Gepäck. Außerdem ist gutes Wetter ein Muss, denn spaltenreiche Gletscher und schlechte Sicht sind eine gefährliche Kombination.

Die Tour ist nicht ohne Grund ein Klassiker: Ein beeindruckendes Panorama und überwiegend einfaches Skigelände machen sie besonders attraktiv. Daher gibt es auch viele Guides, die sich hier bestens auskennen und diese Tour anbieten. Selbst eine Woche nach dem letzten Schneefall finden wir auf dem Gletscher noch wunderbar konservierten Pulverschnee, der für eine genussvolle Abfahrt sorgt. Die alten Spuren helfen uns, den richtigen Weg zu finden. Wir halten uns rechts und setzen die Abfahrt fort, bis wir den nördlichen Zufluss des Chalaadi-Gletschers erreichen. Ein Blick nach oben offenbart zerklüftete Gletscher und gewaltige Hängegletscher. Jetzt nur nicht die Konzentration verlieren! Denn der Gletscher wird hier zunehmend steiler und es ist Vorsicht geboten, da nur wenige Meter neben unserer Spur tiefe Spalten klaffen.

Nach der Gletscherabfahrt geht es weiter durch ein enges Tal. An warmen Tagen sollte man früh losziehen, da es sonst durch Nassschneelawinen von den steilen Südhängen unangenehm werden könnte. Einmal vom Gletscher herunter, geht es auf einem verspielten, kurvigen Weg weiter das Tal hinaus – fast wie auf einer Mario-Kart-Strecke.

Vom Talende sind es dann noch etwa fünf flache Kilometer zurück zum Betonwerk, wo unser Auto geparkt ist. Geführte Gruppen werden hier abgeholt, denn der Rückweg kann sich hinziehen. Aber mit guter Skatingtechnik und einer guten "Schneefahrbahn" kann man sich recht flott rausarbeiten.

Insgesamt legen wir rund 1130 Höhenmeter im Aufstieg und 22 Kilometer zurück. Wir haben dafür etwa 6 Stunden gebraucht – eine hammermäßige Tour für alle, die etwas erleben wollen!

Fazit

Die CloudBase Hut oberhalb von Mestia ist ein hervorragender Tipp für Skitourenliebhaber im Winter. Die Hütte dient als Stützpunkt für spektakuläre Touren, eingebettet in ein unglaubliches Bergpanorama, das durch den Doppelgipfel des Ushba geprägt ist. Dank ihrer einfachen, aber gemütlichen Ausstattung, einschließlich eines traditionellen Holzofens, sorgt sie für ein authentisches Bergerlebnis. Vor diesem beeindruckenden Panorama bieten sich zahlreiche Tourenmöglichkeiten, von Klassikern wie der Chalaadi-Gletscher-Runde bis hin zu weniger frequentierten, aber ebenso lohnenden Routen, wie dem Guli-Pass. Wer sich auf das alpine Gelände einlässt, wird mit grandiosen Aufstiegen und unvergesslichen Abfahrten belohnt.

Leider ist hier noch eine tragische Ergänzung nötig. Einige Wochen nach unserer Rückkehr aus Georgien erreichte uns die Nachricht, dass Nick Phaliani am Ushba verunglückt war. Nick war unser Kontakt in Mestia und ermöglichte uns auch die wundervolle Zeit auf der CloudBase Hut. Beim Versuch, die extrem steile Nordflanke des Ushba Erstzubefahren, stürzte er im Aufstieg ab. Er war einer der wenigen georgischen IFMGA-zertifizierten Bergführer und nahm trotz seines jungen Alters eine führende Rolle in der georgischen Bergsteiger Szene ein. Sein Tod stellt einen sehr großen Verlust für seine Angehörigen, Freunde und die georgische Bergsport-Szene dar. Möge er in Frieden ruhen. Genauere Infos zum Unfallhergang sind hier zu finden.

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