Das Surf Shuttle von Amplid verfolgt ein klares Konzept: maximale Abfahrtsfreude im Powder bei möglichst geringem Gewicht im Aufstieg. Bereits beim ersten Kontakt fällt auf, dass Amplid beim Design bewusst auf Zurückhaltung setzt. Das Topsheet ist sehr schlicht gestaltet, wirkt dadurch aber umso hochwertiger und aufgeräumter. Es gibt keine lauten Grafiken. Stattdessen überzeugt das Board mit einem zeitlosen Erscheinungsbild, das es insgesamt sehr ansprechend und stimmig wirken lässt.
Konstruktion & Flex
Insgesamt ist das Surf Shuttle sehr weich abgestimmt. Dieser weiche Flex prägt seinen Charakter deutlich. Im Aufstieg macht sich die geringe Steifigkeit vor allem in eisigen oder harten Passagen bemerkbar. Der Kantengriff der Split-Ski ist hier limitiert, was auf vereisten Querungen nicht optimal ist, da das Board dann nicht so gut hält wie ein etwas härteres Modell.
In der Abfahrt zeigt sich derselbe Flex zwiespältig. Leichtere Fahrer profitieren von der Verspieltheit, während schwerere oder sehr kraftvolle Rider vom Board nicht besonders viel zurückbekommen. Wer viel Druck aufbaut und ein sehr direktes Brett sucht, stößt hier schneller an Grenzen.
Tester und Testbedingungen
Ich bin 23 Jahre alt, wiege rund 90 Kilogramm und fahre seit meinem siebten Lebensjahr regelmäßig Snowboard. Da ich in einem Skigebiet in den Schweizer Alpen aufgewachsen bin, gehört Snowboarden seit vielen Jahren zum festen Bestandteil meines Alltags. Mein Fahrstil ist eher kraftvoll und aktiv mit einem guten Gespür für Tempo, Druckaufbau und Kontrolle. Wenn es die Bedingungen zulassen, verbringe ich meine Zeit größtenteils im Tiefschnee. Neben klassischen Powderturns gehören auch Sprünge, Drops und Tricks zu meinem Fahrstil abseits der Piste. Bei fehlendem Neuschnee bin ich regelmäßig im Park unterwegs, was eine insgesamt verspielte, aber dennoch kontrollierte Fahrweise widerspiegelt.
Das Board wurde unter sehr unterschiedlichen Bedingungen in Savognin in den Schweizer Alpen getestet. Das Spektrum reichte von schneearmen Perioden mit hartem bis teils eisigem Untergrund über zerfahrene Passagen bis hin zu frischem, etwa einen Tag altem, sehr leichtem Neuschnee. In die Bewertung flossen sowohl Aufstiege auf harten, sich wechselnden Untergründen als auch Abfahrten im unverspurten Powder ein.