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Materialtests

Materialtest | Amplid Surf Shuttle

Schlichtes Design und klarer Powder-Fokus!

19.03.2026
Till Luzio
Leicht im Aufstieg, surfy im Powder: Das Amplid Surf Shuttle verspricht maximalen Fahrspass im Tiefschnee bei minimalem Gewicht am Fuss. Doch wie schlägt sich das Splitboard unter realen Bedingungen in den Schweizer Alpen – von eisigen Querungen bis zu frischem Neuschnee? Unser Test zeigt, wo das Board glänzt und wo seine Grenzen liegen.

Das Surf Shuttle von Amplid verfolgt ein klares Konzept: maximale Abfahrtsfreude im Powder bei möglichst geringem Gewicht im Aufstieg. Bereits beim ersten Kontakt fällt auf, dass Amplid beim Design bewusst auf Zurückhaltung setzt. Das Topsheet ist sehr schlicht gestaltet, wirkt dadurch aber umso hochwertiger und aufgeräumter. Es gibt keine lauten Grafiken. Stattdessen überzeugt das Board mit einem zeitlosen Erscheinungsbild, das es insgesamt sehr ansprechend und stimmig wirken lässt.

Konstruktion & Flex

Insgesamt ist das Surf Shuttle sehr weich abgestimmt. Dieser weiche Flex prägt seinen Charakter deutlich. Im Aufstieg macht sich die geringe Steifigkeit vor allem in eisigen oder harten Passagen bemerkbar. Der Kantengriff der Split-Ski ist hier limitiert, was auf vereisten Querungen nicht optimal ist, da das Board dann nicht so gut hält wie ein etwas härteres Modell.

In der Abfahrt zeigt sich derselbe Flex zwiespältig. Leichtere Fahrer profitieren von der Verspieltheit, während schwerere oder sehr kraftvolle Rider vom Board nicht besonders viel zurückbekommen. Wer viel Druck aufbaut und ein sehr direktes Brett sucht, stößt hier schneller an Grenzen.

Tester und Testbedingungen

Ich bin 23 Jahre alt, wiege rund 90 Kilogramm und fahre seit meinem siebten Lebensjahr regelmäßig Snowboard. Da ich in einem Skigebiet in den Schweizer Alpen aufgewachsen bin, gehört Snowboarden seit vielen Jahren zum festen Bestandteil meines Alltags. Mein Fahrstil ist eher kraftvoll und aktiv mit einem guten Gespür für Tempo, Druckaufbau und Kontrolle. Wenn es die Bedingungen zulassen, verbringe ich meine Zeit größtenteils im Tiefschnee. Neben klassischen Powderturns gehören auch Sprünge, Drops und Tricks zu meinem Fahrstil abseits der Piste. Bei fehlendem Neuschnee bin ich regelmäßig im Park unterwegs, was eine insgesamt verspielte, aber dennoch kontrollierte Fahrweise widerspiegelt.

Das Board wurde unter sehr unterschiedlichen Bedingungen in Savognin in den Schweizer Alpen getestet. Das Spektrum reichte von schneearmen Perioden mit hartem bis teils eisigem Untergrund über zerfahrene Passagen bis hin zu frischem, etwa einen Tag altem, sehr leichtem Neuschnee. In die Bewertung flossen sowohl Aufstiege auf harten, sich wechselnden Untergründen als auch Abfahrten im unverspurten Powder ein.

Testbericht

Aufstieg & Handling

Bei eisigen Passagen, bei denen die meiste Belastung auf den Kanten lastet, wirkt es, als würde sich das Board stark durchbiegen. Dadurch befindet sich die Boardmitte beziehungsweise der Bereich unter dem Fuß tiefer als die Kanten an Nose und Tail. So rutscht der Split-Ski schneller ab und es fühlt sich an, als könnte ich nicht genügend Druck auf die gesamte Kante des Splitboards geben, da diese sich sonst einfach biegt.

Trotzdem überzeugt das Surf Shuttle, in Kombination mit einer K2 Far Out Bindung und Fellen von Kohla, im Aufstieg insgesamt mit einem sehr angenehmen Handling. Das Board fühlt sich leicht an, schwingt locker mit und macht auch auf längeren Touren Spaß. Gerade bei moderaten Bedingungen und gleichmäßigem Untergrund läuft es ruhig und effizient. Das geringe Gewicht wirkt sich positiv auf den Komfort aus und reduziert Ermüdung spürbar.

Ein Kritikpunkt zeigte sich allerdings nach einiger Zeit im Einsatz: Amplid verwendet standardmäßig die hauseigenen Hooks. Diese lockern sich vergleichsweise leicht mit der Zeit und halten damit die Boardhälften nichtmehr kompakt zusammen. Dieses Problem trat wiederholt auf und erfordert Aufmerksamkeit, insbesondere wenn man auch mal etwas härtere Passagen überqueren muss. Insgesamt ist dies aber eher selten der Fall. Beim ersten Auftreten dieses Problems sollten die Schrauben mit Loctite Schraubensicherung festgezogen werden.

Shape & Auftrieb

Seine grosse Stärke spielt das Surf Shuttle eindeutig im Auftrieb bei der Abfahrt aus. Der stark direktionale Shape mit breiter Nose und schmalem Tail sorgt für hervorragenden Auftrieb. Selbst in tiefem, schwerem Schnee bleibt die Nose mühelos oben, während das Tail kontrolliert einsinkt.

Das Ergebnis ist ein sehr surfy, entspanntes Fahrgefühl, das kaum Input verlangt.

Gerade in offenen Powderhängen oder im Wald lädt das Board dazu ein, Turns fliessen zu lassen, statt sie zu erzwingen. Der Auftrieb ist überdurchschnittlich gut und meiner Meinung nach einer der grössten Pluspunkte dieses Boards.

Fahrgefühl & Einsatzbereich

Im weichen Schnee fühlt sich das Surf Shuttle lebendig und verspielt an. In zerfahrenen Bedingungen allerdings manchmal etwas zu sanft. Auf hartem Untergrund oder bei hohen Geschwindigkeiten stößt das Board aufgrund des weichen Flexes schneller an seine Grenzen. Hier fehlen etwas Stabilität und Härte im Board.

Fazit

Das Amplid Surf Shuttle ist ein klar spezialisiertes Splitboard mit starkem Fokus auf Powder-Abfahrten. Schlicht im Design, leicht im Aufstieg und mit exzellentem Auftrieb in der Abfahrt richtet es sich an Rider, die Flow und Surffeeling suchen. Der weiche Flex bringt Einschränkungen bei eisigen Bedingungen und für sehr kräftige Fahrer mit sich, und auch das Nachjustieren der Boardhälften trübt den Gesamteindruck leicht. Im tiefen Schnee spielt das Surf Shuttle jedoch seine Stärken kompromisslos aus.

Vor- und Nachteile

+ Sehr schlichtes, hochwertiges Design

+ Hervorragender Auftrieb dank Shape

+ Angenehm leichtes und komfortables Aufstiegsgefühl

- Weicher Flex mit eingeschränktem Kantengriff auf Eis

- Weniger Feedback für schwere oder aggressive Fahrer

Informationen

UVP € 929,-

  • Verfügbare längen: 157cm, 161cm

  • Camber: Dir. Cruise Camber

  • Flex: 6

  • Gewicht bei 161cm: 3.6kg

Hier geht es zur Website von Amplid mit weiteren Informationen

Das Snowboard wurde PowderGuide vom Hersteller kostenfrei für den Zeitraum des Tests zur Verfügung gestellt. Wie wir testen, erfahrt ihr in unserem Test-Statement.

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