Zum Inhalt springen

Cookies 🍪

Diese Website verwendet Cookies, die Ihre Zustimmung brauchen.

Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Diese Seite ist auch verfügbar auf English.

Zur Powderguide-Startseite Zur Powderguide-Startseite
Materialtests

Materialtest | Head Crux 93

Mittelbreiter Allround-Freeride-Tourenski

16.03.2026
Lea Hartl
Der Head Crux 93 ist ein vielseitig einsetzbarer, mittelbreiter und mittelleichter Ski aus dem Freeride Touren Segment. Im Test macht sich der Crux 93 gut im Powder und bietet auch bei härteren Bedingungen ein solides Fahrerlebnis.

Test-Setup und erster Eindruck

Laut Herstellerangaben ist der Crux 93 ein “All Mountain Tourenski” und kann alles überall, bergauf wie bergab auf der Piste und beim Entdecken des Backcountry unter “extremen Bedingungen”. Übersetzt heißt das, es handelt sich um einen vielseitigen Freeride-Tourenski, der tatsächlich ziemlich viel kann. Eher ein Allround-Talent als ein Spezialist für besondere Einsätze, aber bei Skitouren ist das ja meistens auch sinnvoller. Abgesehen davon bietet Head den Crux auch mit 81, 87 und 99 mm Mittelbreite an, sowie in der deutlich leichteren aber auch deutlich teureren “Pro” Version.

Ich fahre den Head Crux 93 in 184 cm Länge mit einer Plum-Karibou-Bindung und Tecnica-Zero-G-Tour-Pro-Schuhen. Neben dem Crux habe ich in den letzten drei Saisons hauptsächlich einen Blizzard Zero G 95 und einen älteren Down Low Down 102 zum Tourengehen genutzt. Vergleichende Eindrücke beziehen sich also in erster Linie auf diese beiden Alternativski. Ich hatte den Crux diese Saison bei verschiedenen Bedingungen im Einsatz, von steinigem Powder bis zu zerfahrenen Pisten. Leider waren es aufgrund der mageren Schneelage weniger Tourentage als erhofft; dafür wurde der Crux 93 aber auch mal auf der Piste ausgefahren.

Der Head Crux 93 mit Plum-Bindung ist etwas schwerer als mein Zero G mit ATK-Bindung, aber etwas leichter als der LowDown mit Dynafit-Bindung. Laut Herstellerangaben wiegt der Crux 93 in der Länge 184 cm 1.600 Gramm. Subjektiv fällt das Head-Setup in meine mentale Kategorie „nicht ultraleicht, aber für die Maße des Skis schon ziemlich leicht“. Vor zehn Jahren wäre das Gewicht bei den soliden Fahreigenschaften wahrscheinlich noch beeindruckender gewesen, aber im sogenannten Freeride-Touren-Segment hat sich in den letzten Jahren bekanntlich viel getan, entsprechend haben sich auch die Gewichtsansprüche verschoben. Sonst gibt es zum ersten Eindruck nicht viel zu sagen: Das Topsheet-Design ist so schlicht wie ein Laminatboden.

Testbericht

Beim Aufstieg gibt es nichts weiter zu vermelden. In der Abfahrt hingegen macht sich die angepriesene Vielseitigkeit bemerkbar. Im Testzeitraum gab es ein Skitourenerlebnis in kaltem, ziemlich tiefem Neuschnee, leider ohne Unterlage. Angesichts der hohen Shark-Gefahr war es umso wichtiger, die Tipps möglichst nicht einstechen zu lassen und mit angezogener Handbremse einigermaßen gefühlvoll unangenehmen Bodenkontakt zu vermeiden. Hier hat sich der Crux 93 hervorragend geschlagen.

Dank des moderaten Tiprockers und des vergleichsweise breiten Tip schwimmt der Ski trotz seiner überschaubaren Mittelbreite gut auf und lässt sich mit wenig Kraftaufwand bewegen. Kurzfristig den vom Vordermann ausgegrabenen Steinen auszuweichen, ist also kein Problem! Das Prinzip würde bestimmt auch beim Powdern im Wald gut funktionieren. So richtig optimale Powdertouren mit brauchbarer Unterlage habe ich diese Saison bisher leider nicht erwischt. Aber ich bin sicher, dass sich der Crux auch ohne Steingefahr hervorragend in weichem Schnee fährt. Durch den leichten Rocker und das etwas breitere Tip ist der Crux im Powder merklich verspielter als mein Blizzard Zero G, der im Vergleich doch etwas mehr Aufmerksamkeit benötigt, um bei tieferen Bedingungen nicht einzusinken.

In hartem Schnee spürt man, dass das Tip des Crux 93 durch den Rocker etwas verzögert greift. Das Tail fühlt sich durch den ebenfalls nicht riesigen, aber vorhandenen Tailrocker eher kurz an, kürzer als beispielsweise beim LowDown. Im Vergleich zum Blizzard Zero G ist der Crux 93 bei harten Bedingungen weniger bewegungsbereit, dafür aber merklich gedämpfter und tempo-stabiler. Kürzere Radien wollen aktiv gefahren werden. Die natürliche Bewegungsform des Crux sind eher die größeren Kurven, gerne auch mal mit etwas höheren Geschwindigkeiten. Mit eher langen Radien pflügt der Crux dann auch problemlos durch holprige, zerfahrene Pisten.

Wenn man die richtige Position am Ski mal gefunden hat, lässt sich das Fahrerlebnis gerade bei mittelmäßigen Bedingen wohl am besten als “stabil” beschreiben, ganz im Sinne eines Allround-tauglichen Tourenskis. Positiv überrascht haben mich für einen Ski dieser Breite der gute Auftrieb und die vergleichsweise verspielte Powder Performance. Für sehr harte Bedingungen würde ich auf den Rocker eher verzichten und für die tiefsten Tage des Jahres wäre mehr Mittelbreite wünschenswert. Für schätzungsweise 85 % meiner Tourentage bietet der Crux 93 jedoch eine gute Mischung aus verlässlicher Abfahrtsperformance, die unabhängig von den tagesspezifischen Schneebedingungen ist.

Fazit

Der Head Crux 93 ist ein freeridetauglicher Allround-Tourensk, der auch auf der Piste ein angenehmes Fahrerlebnis bietet und wirklich vielseitig einsetzbar ist. Gute Powder Performance für einen Ski dieser Breitenkategorie!

Vor- und Nachteile

+ vielseitig

+ stabil auch bei höheren Geschwindigkeiten

+ Guter Auftrieb für die Breite

+/- Tail fährt sicher eher kurz, ob das ein Vor- oder Nachteil ist, bleibt Geschmacksache

Informationen

UVP €650,-

  • Verfügbare Längen (Radius): 162cm (15m), 170cm (16,7m), 177cm (18,6m), 184cm (20,4m)

  • Taillierung: 130 | 93 | 113

  • Powder Rocker

  • Long Radius für geschmeidige, weiter Schwünge

  • Graphene verstärkter Pappelholzkern

Hier geht es zur Website von Head mit weiteren Informationen.

Der Ski wurde PowderGuide vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wie wir testen erfahrt ihr in unserem Test-Statement.

Fotogalerie

Ähnliche Artikel

Kommentare