Warum und wann?
Hier auf PowderGuide existiert die stete Diskussion um die Vor- und Nachteile von Softboot-Setups gegen Hardboot-Setups. Hier gehen wir generell davon aus, dass Splitboards im Aufstieg dann dem Ski unterlegen sind, wenn es um Traversen auf relativ steilen, aber harten Hängen geht.
Ein Hang kann hart sein, weil der Wind den Schnee gepresst hat oder weil der Neuschnee vom Wind weggefegt wurde und eine darunterliegende, harte Schicht freigelegt wurde. Ein weiterer Grund kann sein, dass der am Tag erwärmte Schnee über Nacht wieder durchgefroren ist.
Schaut mal hier ins Video rein, ab Minute 10. Selbst eine solche vermeintlich harmlose Zwischentraverse kann für uns Splitboarder:innen schnell zur Herausforderung werden. Der Grund dafür ist die viel größere Hebelwirkung durch die sehr breiten Splitboardhälften in Kombination mit einer viel flexibleren Konstruktion aus Softboot und Strapbindung. Hardboot-Setups haben übrigens auch einen großen Hebel.
Das Problem ist, dass diese besonders windanfälligen Passagen häufig an Übergängen wie Scharten oder Lücken zu finden sind. Oft sind die letzten Meter dort auch einfach steil. Hier kann ein Sturz schnell zu einer unangenehmen Rutschpartie mit leichten bis schweren Verletzungen führen. An exponierten Passagen wird deine eigene Sicherheit noch relevanter, denn dort ist Stürzen keine Option.
Und selbst wenn man nicht gleich stürzt oder rutscht, so ist an harten Tagen auch das ständige Gefühl von Unsicherheit im Schritt nicht förderlich für den Grundspirit einer Splitboardtour.
Daher sollten Splitboarder:innen Erfahrung sammeln, um solche Passagen schon deutlich vor der Situation selbst antizipieren zu können. Dann ist es wichtig, die Harscheisen auch anzulegen, was ebenfalls ein Lernprozess ist. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass es sich meist nicht lohnt, zu taktieren und zu versuchen, den letzten Aufruf zu erwischen, denn der ist meistens schon zu spät.
Ihr solltet lieber eine gemütliche Trink- und Harscheisenpause im Flachen einlegen, als später im Steilhang in einer Reihe zu stehen und zu versuchen, die Dinger in den harten Schnee zu fräsen. Das ist nicht einfach und vor allem verlieren die Leute dabei auch gerne mal andere Ausrüstungsgegenstände wie Stöcke, Trinkflaschen oder ganze Rucksäcke, die auf hartem Schnee gut rutschen.