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Split/Snowboard

Splittie of the Week | Harscheisen

Harscheisen für dein Splitboard - ein aktueller Überblick.

09.02.2026
Tobias Leistenschneider
Vor jeder Tour der Splitboardgruppe meiner DAV-Sektion wird mittlerweile gecheckt, ob alle Teilnehmer:innen Harscheisen dabei haben – und zwar die passenden für die eigene Bindung. Das ist für manche nicht so trivial und erfordert hier und da Unterstützung. In diesem Artikel möchte ich kurz darlegen, warum Harscheisen für uns Splitboarder:innen kein Nice-to-have, sondern ein absolutes Must-have sind. Außerdem erhaltet ihr einen umfassenden Überblick über die aktuell gängigen Splitboardbindungen und ihre zugehörigen Harscheisen.

Warum und wann?

Hier auf PowderGuide existiert die stete Diskussion um die Vor- und Nachteile von Softboot-Setups gegen Hardboot-Setups. Hier gehen wir generell davon aus, dass Splitboards im Aufstieg dann dem Ski unterlegen sind, wenn es um Traversen auf relativ steilen, aber harten Hängen geht.

Ein Hang kann hart sein, weil der Wind den Schnee gepresst hat oder weil der Neuschnee vom Wind weggefegt wurde und eine darunterliegende, harte Schicht freigelegt wurde. Ein weiterer Grund kann sein, dass der am Tag erwärmte Schnee über Nacht wieder durchgefroren ist.

Schaut mal hier ins Video rein, ab Minute 10. Selbst eine solche vermeintlich harmlose Zwischentraverse kann für uns Splitboarder:innen schnell zur Herausforderung werden. Der Grund dafür ist die viel größere Hebelwirkung durch die sehr breiten Splitboardhälften in Kombination mit einer viel flexibleren Konstruktion aus Softboot und Strapbindung. Hardboot-Setups haben übrigens auch einen großen Hebel.

Das Problem ist, dass diese besonders windanfälligen Passagen häufig an Übergängen wie Scharten oder Lücken zu finden sind. Oft sind die letzten Meter dort auch einfach steil. Hier kann ein Sturz schnell zu einer unangenehmen Rutschpartie mit leichten bis schweren Verletzungen führen. An exponierten Passagen wird deine eigene Sicherheit noch relevanter, denn dort ist Stürzen keine Option.

Und selbst wenn man nicht gleich stürzt oder rutscht, so ist an harten Tagen auch das ständige Gefühl von Unsicherheit im Schritt nicht förderlich für den Grundspirit einer Splitboardtour.

Daher sollten Splitboarder:innen Erfahrung sammeln, um solche Passagen schon deutlich vor der Situation selbst antizipieren zu können. Dann ist es wichtig, die Harscheisen auch anzulegen, was ebenfalls ein Lernprozess ist. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass es sich meist nicht lohnt, zu taktieren und zu versuchen, den letzten Aufruf zu erwischen, denn der ist meistens schon zu spät.

Ihr solltet lieber eine gemütliche Trink- und Harscheisenpause im Flachen einlegen, als später im Steilhang in einer Reihe zu stehen und zu versuchen, die Dinger in den harten Schnee zu fräsen. Das ist nicht einfach und vor allem verlieren die Leute dabei auch gerne mal andere Ausrüstungsgegenstände wie Stöcke, Trinkflaschen oder ganze Rucksäcke, die auf hartem Schnee gut rutschen.

Welche Eisen brauche ich?

Als Tourenleiter bin ich besonders bei der Führung von Einsteiger:innen häufig mit Leihmaterial konfrontiert. Dabei habe ich schon die tollsten Dinge erlebt: Einmal kam eine Teilnehmerin mit Schuhgröße 37 mit einer Spark-Bindung in XL an. Ein anderes Mal hatte jemand ein Fell dabei, das offensichtlich kurz vor der Tour noch mit Fellkleber zugekleistert wurde. Der Kleber war jedoch nicht ausgetrocknet und hatte sich auf die Base übertragen. Wir haben das Board dann auf hartem Schnee in die Falllinie gelegt und es ist einfach liegen geblieben. Aber nun zu den Harscheisen.

Es scheint einfach zu sein, davon auszugehen, dass eine Bindung der Marke X auch zu einem Harscheisen der Marke X passen sollte. Das ist aber leider nicht immer der Fall. Einmal kam eine Teilnehmerin mit einer Spark Bindung und einem Spark Harscheisen. Nur war dies in der Übergangszeit vom Pin- zum Teslasystem und das Eisen war das Falsche. Keine Chance, das einzusetzen. Die leichte Schwarzwaldtour wurde zum ständigen Kampf.

Ein anderes Mal saßen wir bei der Vorbesprechung und es war klar, dass wir alle Harscheisen am Alpenwochenende benötigen würden, da es seit langer Zeit nicht mehr geschneit hatte. Unter den Teilnehmern waren zwei mit Union-Bindungen ohne Harscheisen. Tatsächlich schafften wir es nicht, innerhalb von vier Tagen Union-Harscheisen zu besorgen. Sie waren online ausverkauft und auch in den Freiburger Läden nicht zu beschaffen. Letztendlich mussten wir dann auf das Material anderer Teilnehmer:innen zurückgreifen und die beiden wurden mit Zweitbindungen inklusive Harscheisen versorgt. Das war einfach Glück.

Neben dieser Marken- und Einzelbindungskompatibilität müsst ihr außerdem noch auf die richtige Größe achten. Eure Boards haben alle unterschiedlich Mittelbreiten. Das Harscheisen sollte links und rechts ausreichend Platz haben, so dass es nicht an der Kante schrammelt, aber das müssen auch keine zwei Zentimeter sein. Spark bietet hier zum Beispiel drei Größen an: narrow, regular und wide. Die genauen Angaben hierzu findet ihr nun im Überblick.

Check your gear. Ich werde nicht von der Harscheisenmafia bezahlt, aber wenn du keins hast, dann such dir hier das passende aus und kauf es dir!

Hinweis: Aus Gründen der Einheitlichkeit habe ich alle Breiten in mm und in Bezug auf die Mittelbreite des gesamten Splitboards angegeben, nicht nur die der Boardhälfte.

Spark R&D

Arc ST/Pro und Surge ST/Pro mit Ibex ST/Pro (narrow < 250, regular 250 - 260, wide > 260)

Burton Hitchhiker und Nitro Vertical ST wie Spark Arc/Surge

Hardboot: Dyno DH und D Rex ST Pro (regular < 260, wide > 260)

Voilé

Light Speed Bindung mit Light Speed Crampon (One Size < 280)

Speed Rail Bindung mit Speed Rail Crampon (One Size < 264)

Light Rail Bindung mit Light Rail Crampon (< 274) (grau)

DIY Splitkit Eigenbauten benötigen das klassische Voilé Harscheisen (< 274) (orange) mit einem längeren Pin. Den gibt es zum Beispiel bei wildschnee.de.

K2 Far Out und Ride A-BC wie Voilé Speed Rail

Hardboot: Hardboot STS Tour Toe Piece mit Light Speed Crampon (One Size < 280)

Tipp: beide auch mit Dynafit (< 260) oder ATK Harscheisen (< 270) Karakoram: Prime System Bindungen mit Prime Crampons (standard < 286, < 310,1)

Plum

ALLE Bindungen mit SK Split (< 260, 260 - 290)

Union

Charger oder Explorer mit Serrated Crampon (mit entsprechendem Halter, < 280, < 320)

Schlusswort

Aber hey, selbst wenn du das richtige Eisen im Rucksack hast, ist noch nicht aller Tage Abend. Es sollte auch funktionieren und nicht unterwegs kaputtgehen. Alles schon erlebt. Harscheisenaufnahme verbogen oder gebrochen, Harscheisensteg gebrochen, Harscheisen in sich gebrochen. Der ultimative Leichtbau bringt da vielleicht auch seine Nachteile mit sich.

Aber jetzt, wie immer, seid ihr wieder dran. Wir freuen uns auf Kommentare zu euren Erlebnissen mit oder ohne Harscheisen. Könnt ihr euch an Touren erinnern, bei denen euch das Harscheisen gerettet hat? Oder an Touren, bei denen das fehlende Harscheisen zum Tourabbruch geführt hat? Oder an Touren, bei denen das Harscheisen einen Defekt hatte und wenn ja welchen und und und? Kommentiert, kommentiert…!

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