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Split/Snowboard

Splittie of the Week | Große Füße = Problemfüße

Wer auf großem Fuß unterwegs ist, hat beim Splitboarden nicht nur mit der Mittelbreite zu kämpfen

26.01.2026
Till Mangesius
In diesem Winter hätten meine Quadratlatschen beim Austreten im Rahmen eines Waldbrandes auf der Nordkette in Innsbruck häufiger zum Einsatz kommen können als bisher bei Skitouren. So blieb genug Zeit, um sich mit dem eigenen Material auseinanderzusetzen. Dabei bin ich auf einige Themen gestoßen, die mich in den vergangenen Wintern schon beschäftigt haben.

Splitboard-Shape

Tobi hat erst vor kurzem hier über geeignete Splitboard-Shapes geschrieben. Zum Thema Mittelbreite schreibt er: „260 mm sind die Obergrenze“, was ich beim Aufstieg nachvollziehen kann. Wenn ich mit so einem Board am Gipfel ankomme, kann ich quasi nicht mehr runter, weil meine Füße vorne und hinten ca. einen halben Meter über das Board hinausragen. Und das, obwohl meine Fußlänge „nur“ 30 cm beträgt – da gibt es ja noch Luft nach oben. Im Sommer durfte ich bei SPURart an einem Splitboard-Bau-Workshop teilnehmen. Beim Shape habe ich mich komplett auf die Abfahrt fokussiert. Das heißt: Mittelbreite 274 mm, also ein gutes Stück breiter als Tobis Empfehlung.

Im September hatte ich das fertige Board dann bei mir, aber schon vor der ersten Tour fangen die Probleme an. Splitboardfelle gibt es in einer Breite von 135 mm. Das ist schmäler als die Breite einer Splitboardhälfte und eher suboptimal. Ich habe es trotzdem probiert und konnte mich zunächst freuen: Das Fell passt einigermaßen und ich muss es nicht einmal in der Breite zuschneiden. Zu den Enden hin könnte es dennoch ein bisschen näher an die Kante heranreichen ... Da hilft wohl nur: Löcher bohren und Felltuning bei Kohla.

Bei der ersten Tour merke ich direkt: Mehr Mittelbreite bedeutet auch mehr Gewicht am Fuß. Aber daran gewöhnt man sich (hoffe ich). Allerdings stelle ich bei den ersten Traversen auch sofort fest, dass der Kantenhalt im Vergleich zu meinem schmaleren Splitboard deutlich geringer ist. Es sieht so aus, als müsste ich Tobi mit seiner Mittelbreitentheorie recht geben. Die Abfahrt war dafür sehr spaßig!

Allerdings gibt es für dieses Problem eine einfache, aber leider teure Lösung: Zwei Splitboards in den Keller stellen, eins für Powdertage und kurze Touren, eins für längere oder alpine Touren. Der Umstieg auf Hardboots kann auch für Besserung sorgen, allerdings sind diese Boots in der entsprechenden Größe nur minimal kürzer als Softboots.

Steigeisen

Wie letztes Jahr schon hier beworben, haben viele Softboots fürs Splitboarden Kipphebelaufnahmen hinten für halbautomatische Steigeisen. Malte hat dafür auch schon eine Empfehlung ausgesprochen und ich dachte mir: Die probiere ich einfach mal aus. Aber zu früh gefreut ... Entweder fertigt Deeluxe schmalere Schuhe, oder es liegt daran, dass meine Schuhe ca. vier Nummern größer sind als Maltes Schuhe. Jedenfalls habe ich selbst mit professioneller Beratung im „Sportler” keine Steigeisen gefunden, deren hinterer Bügel über meine Schuhe gepasst hat. Die Kipphebelaufnahme an meinem Boot ist somit völlig nutzlos.

Auch meiner Beraterin war dieses Problem bekannt. Möglicherweise testen Boot-Hersteller:innen ihre Modelle nur in kleinen Größen und gehen davon aus, dass die großen Modelle dann auch passen. Außerdem ist der Markt für Steigeisen in dieser Größe für die Hersteller:innen wahrscheinlich zu klein, um ein extra breites Modell anzubieten. Dazu passt allerdings auch die Aussage: Für alle Touren, die man mit Softboots gehen kann, reichen Steigeisen mit Körbchen vorne und hinten. Die Lösung ist hier wieder genauso simpel wie teuer: ein Umstieg auf Hardboots.

Touring Aufnahme

Bei meinen Touren ist mir das bisher noch nicht negativ aufgefallen, ich kann mir aber vorstellen, dass dieses Problem in steilem Gelände bei Spitzkehren relevant wird. Die Rotationsachse der Touringaufnahme ist nämlich nicht wie bei Hardboots oder Tourenski direkt am vordersten Ende des Schuhs, sondern bei der Softbootbindung ein paar Zentimeter nach hinten versetzt. Dadurch kann die Bindung nur um einen geringen Winkel gekippt werden, da ab einem gewissen Punkt das vordere Ende des Schuhs am Topsheet ansteht.

Deshalb sollte man beim Erwerb der Bindung darauf achten, dass das Highback richtig eingestellt ist. Die meisten Hersteller ermöglichen es nämlich, das Highback nach vorne oder hinten zu verschieben.

Sollte das nicht reichen, gibt es meines Wissens nach Abhilfe nur von Spark, Plum und Voile in Form der sogenannten Riser Kits. Ein komplizierter Begriff für eine einfache Lösung: Es wird lediglich ein Distanzstück zwischen Touringaufnahme/Steighilfenaufnahme und Board angebracht. Diese Lösung ist auf jeden Fall die günstigste in diesem Artikel, wobei auch die Variante von Plum mit 85 € nicht billig ist. Dazu kommt noch das zusätzliche Gewicht von ca. 170 g bis ca. 220 g. Ob einem die größere Bewegungsfreiheit das wert ist, muss man selbst entscheiden. Mir war sie das bisher auf jeden Fall nicht.

Fazit

Das Splitboarden mit großen Füßen ist natürlich nicht unmöglich. Allerdings muss man sich an vielen Stellen genauer mit der Materialauswahl beschäftigen, als die Kolleg:innen mit kleinen Füßen oder Hardboots. Und falls das bis jetzt noch nicht klar rübergekommen ist: Ich bin auf jeden fall im Team Spaß bei der Abfahrt und dafür ein bisschen Abstriche beim Aufstieg.

Habe ich etwas vergessen, beziehungsweise gibt es hier noch andere (wahrscheinlich männliche) Splitboarder:innen, die bereits auf ähnliche Probleme gestoßen sind? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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