Splitboard-Shape
Tobi hat erst vor kurzem hier über geeignete Splitboard-Shapes geschrieben. Zum Thema Mittelbreite schreibt er: „260 mm sind die Obergrenze“, was ich beim Aufstieg nachvollziehen kann. Wenn ich mit so einem Board am Gipfel ankomme, kann ich quasi nicht mehr runter, weil meine Füße vorne und hinten ca. einen halben Meter über das Board hinausragen. Und das, obwohl meine Fußlänge „nur“ 30 cm beträgt – da gibt es ja noch Luft nach oben. Im Sommer durfte ich bei SPURart an einem Splitboard-Bau-Workshop teilnehmen. Beim Shape habe ich mich komplett auf die Abfahrt fokussiert. Das heißt: Mittelbreite 274 mm, also ein gutes Stück breiter als Tobis Empfehlung.
Im September hatte ich das fertige Board dann bei mir, aber schon vor der ersten Tour fangen die Probleme an. Splitboardfelle gibt es in einer Breite von 135 mm. Das ist schmäler als die Breite einer Splitboardhälfte und eher suboptimal. Ich habe es trotzdem probiert und konnte mich zunächst freuen: Das Fell passt einigermaßen und ich muss es nicht einmal in der Breite zuschneiden. Zu den Enden hin könnte es dennoch ein bisschen näher an die Kante heranreichen ... Da hilft wohl nur: Löcher bohren und Felltuning bei Kohla.
Bei der ersten Tour merke ich direkt: Mehr Mittelbreite bedeutet auch mehr Gewicht am Fuß. Aber daran gewöhnt man sich (hoffe ich). Allerdings stelle ich bei den ersten Traversen auch sofort fest, dass der Kantenhalt im Vergleich zu meinem schmaleren Splitboard deutlich geringer ist. Es sieht so aus, als müsste ich Tobi mit seiner Mittelbreitentheorie recht geben. Die Abfahrt war dafür sehr spaßig!
Allerdings gibt es für dieses Problem eine einfache, aber leider teure Lösung: Zwei Splitboards in den Keller stellen, eins für Powdertage und kurze Touren, eins für längere oder alpine Touren. Der Umstieg auf Hardboots kann auch für Besserung sorgen, allerdings sind diese Boots in der entsprechenden Größe nur minimal kürzer als Softboots.